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Harry Potter und der Feuerkelch| Kritik

Kinostart
16.11.2005



Zentrales Thema der vierten Harry-Potter-Verfilmung ist das Trimagische Turnier, bei dem drei Schulen verschiedener Nationen gegeneinander antreten. Der Film beginnt beginnt jedoch zunächst mit einem anderen sportlichen Ereignis, der Quidditch-Weltmeisterschaft, die Harry (Daniel Radcliffe) zusammen mit den Weasleys besucht. Der Sport tritt indessen sehr bald in den Hintergrund, als Voldemorts Anhänger das Zeltlager der Besucher verwüsten. Zum ersten Mal seit dreizehn Jahren erscheint das Dunkle Mal am Himmel, ein Totenkopf, aus dessen Mund sich eine Schlange windet - das erste Anzeichen dafür, dass unheimliche Dinge vor sich gehen und dass Voldemort sich anschickt, seine Rückkehr in Fleisch und Blut vorzubereiten.

Doch erst einmal geht es zurück nach Hogwarts, wo gleich zu Beginn des Schuljahrs die ersten Vorbereitungen für das Trimagische Turnier getroffen werden. Ein magisches Objekt, der Feuerkelch, wird die Kämpfer auswählen, die gegeneinander antreten werden. Jede Schule darf einen Champion ins Turnier schicken.

Harry wird gegen seinen Willen in den Strudel der Ereignisse hineingezogen, als der Feuerkelch seinen Namen als den des vierten Champions ausspuckt, obwohl es dem Reglement nach nur drei geben kann. Dabei kann sich kein Schüler unter siebzehn Jahren bewerben, weil die Regeln in diesem Jahr geändert wurden. Wer hat dafür gesorgt, dass Harry trotzdem teilnehmen muss? Versucht jemand gar, ihn umzubringen? Der Gedanke liegt nahe, doch der Feuerkelch stellt einen bindenden magischen Kontrakt dar, Harry bleibt keine andere Wahl, als sich in das Unvermeidliche zu fügen.

Ebenso wie die Bücher der Serie werden auch deren Verfilmungen zunehmend düsterer. Hatte Chris Columbus uns in Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens noch eine farbenfrohe, saubere, magische Welt gezeigt, so hatte Alfonso Cuarón in Harry Potter und der Gefangene von Askaban bereits eine völlig andere Auffassung davon, wie man das Buch auf die Leinwand bringt. Er hat uns die dunklen, schmutzigen, grausamen Aspekte von Harrys Welt in einem gewaltigen Bilderrausch vor Augen geführt, und Mike Newell ist ihm auf diesem Weg gefolgt. Mein erster positiver Eindruck von Harry Potter und der Feuerkelch war daher die Feststellung, dass wir nicht zu Columbus' bunter Kinderwelt zurückkehren mussten, was ich als Rückschritt empfunden hätte.

Zu der bereits eingespielten Truppe der jugendlichen und erwachsenen Schauspieler haben sich wie üblich neue Gesichter gesellt, in diesem Film mehr als in den drei vorangegangenen, da Hogwarts Gastgeber für das Trimagische Turnier ist und je eine Delegation aus Beauxbâtons und Durmstrang, den beiden konkurrierenden Zauberschulen, empfängt. Wie immer gibt es einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, den Ex-Auror Alastor Moody, genannt Mad-Eye Moody, der seine ganz persönliche Auffassung vom Unterrichten hat, virtuos gespielt von Brendan Gleeson. Rita Skeeter (Miranda Richardson), die mit spitzer Feder für den Daily Prophet schreibt, spielt eine weniger prominente Rolle als im Buch, wohingegen Nebenhandlungen wie die Hauselfenbefreiungsfront (und mit ihr auch Dobby) herausgekürzt wurden. Stattdessen übernimmt Neville (Matthew Lewis) die Rolle, Harry bei der zweiten Runde des Turniers auf die Sprünge zu helfen und ist somit endlich einmal nicht einzig und allein für Comic Relief zuständig.

Am meisten mit Spannung erwartet wurde wohl Ralph Fiennes' Auftritt als wieder auferstandener Erzbösewicht Lord Voldemort. Der Showdown, der sich im Buch über mehrere Kapitel erstreckt, wurde natürlich stark gekürzt, trotzdem handelt es sich dabei um eine der gelungensten Szenen im Film. Weniger gelungen ist dagegen das Outfit von Voldemorts Anhängern, das eher an die Uniformen des Ku-Klux-Klans erinnert, genau wie ihre Aktion bei der Quidditch-Weltmeisterschaft. Die Masken, die sie tragen, gleichen der Maske des Rappers Sido, was in einigen Vorstellungen zu Heiterkeitsausbrüchen an einer Stelle gesorgt haben dürfte, die dafür nicht vorgesehen war. Auch die dritte Runde des Turniers entspricht nicht ganz den Erwartungen, die die erste und zweite Runde geweckt haben.

Warum trotzdem die höchste Wertung, werden einige sich fragen? Weil ich finde, dass Harry Potter und der Feuerkelch insgesamt eine durchaus gelungene Umsetzung des Stoffes ist, vor allem in Relation zu Teil 1 und 2, wobei man die Messlatte jedoch nicht zu hoch anlegen sollte. Der Humor kommt im Gegensatz zu dem, was im Vorfeld vielfach behauptet wurde, nicht zu kurz; ob man den Film jüngeren Kindern zumuten will, müssen Eltern letztendlich selbst entscheiden. Ein Kinderfilm ist es aber mit Sicherheit nicht.


Filmkritik von Monika Hübner

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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Harry Potter and the Goblet of Fire

Budget
150 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
896 Mio. US-Dollar (weltweit)

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