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Harry Potter und der Gefangene von Askaban| Kritik

Kinostart
03.06.2004



Handlung

Harrys (Daniel Radcliffe) drittes Schuljahr in Hogwarts fängt nicht gut an: Nachdem er Hals über Kopf von den Dursleys geflohen ist, nachdem er Onkel Vernons Schwester Marge (Pam Ferris) in einem Wutanfall buchstäblich in die Luft gejagt hat, befürchtet er, nun endgültig aus der Schule geworfen zu werden, weil er wieder einmal in den Ferien gezaubert hat, wenn auch unabsichtlich. In London angekommen, erfährt er, dass der Verbrecher Sirius Black (Gary Oldman), der aus dem Zauberergefängnis Azkaban ausgebrochen ist, es auf ihn abgesehen hat. Wegen dieser Bedrohung sind überall um das Schloss herum die Dementoren stationiert, die düsteren Gefängniswärter von Azkaban, die, wenn man in ihre Nähe kommt, alle Fröhlichkeit und alle schönen Erinnerungen aus den Menschen heraussaugen. Harry bekommt es diesmal nicht mit seinem Erzfeind Lord Voldemort zu tun, sondern mit seiner eigenen Vergangenheit.


Filmkritik | Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón hat frischen Wind in die Verfilmung der Harry-Potter-Bücher gebracht. Während sein Vorgänger Chris Columbus sich geradezu sklavisch an die Vorlagen gehalten und mehr eine Illustration zu den Büchern als zwei eigenständige Filme abgeliefert hat, hatte Cuarón den Mut, seine eigene Vision des dritten Bandes zu verwirklichen. Auch wenn ich mich von Columbus' Filmen durchaus habe verzaubern lassen, wird ersichtlich, was man alles besser machen kann, wenn man sich Harry Potter und der Gefangene von Askaban  ansieht. Viele Teile des Sets sind erhalten geblieben, durch Cuaróns Art der Kameraführung sieht manches Bekannte plötzlich jedoch ganz anders aus. Ich empfand die vielen Weitwinkelaufnahmen als äußerst wohltuend, der Film unterscheidet sich allein dadurch erheblich von Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens, und nicht nur, weil er insgesamt düsterer ist. Von den drei Filmen ist er außerdem der kürzeste, obwohl das Buch dicker ist als die ersten beiden Bände in der Serie, was zur Folge hat, dass das Tempo wesentlich höher ist, sodass man kaum Zeit hat, Luft zu holen. Insgesamt finde ich, dass Cuarón äußerst geschickt gekürzt hat. Fast alles, was wirklich wichtig ist, war vorhanden, und das, was der Regisseur hinzugefügt hat, wurde mit J. K. Rowling abgesprochen, um Unstimmigkeiten mit späteren Büchern (die bekanntlich noch nicht alle geschrieben sind) zu vermeiden.

ancher, der noch die Kinder aus den ersten beiden Filmen vor Augen hat, wird staunen, wie erwachsen sie geworden sind. Auch ihre schauspielerischen Leistungen sind im Vergleich zu den ersten beiden Filmen gewachsen, und Hermione (Emma Watson) hatte endlich einmal mehr als nur ein paar Zeilen Dialog. Michael Gambon, der die Rolle des verstorbenen Richard Harris als Albus Dumbledore übernommen hat, war für mich eine gute Wahl, ebenso wie David Thewlis in der Rolle von Remus Lupin, auch wenn er nicht wirklich meiner Vorstellung entsprach. Für den Humor sorgte unter anderem Emma Thompson in der Rolle der exzentrischen Lehrerin für Wahrsagekunst, Sybill Trelawney, die es in ihrer Karriere auf ganze zwei Prophezeiungen gebracht hat. Das Highlight des Films ist für mich jedoch Gary Oldman, der den Ausbrecher spielt, der dem Film (und dem Buch) seinen Namen gegeben hat. Er schafft es, sowohl den (vermeintlich) verrückten Killer glaubhaft zu spielen als auch den gefolterten, gequälten Mann, der unschuldig eingesperrt wurde. Wer glaubt, er sei auf die Rolle unsympathischer Zeitgenossen beschränkt und nicht in der Lage, etwas anderes zu spielen, wird hier eines Besseren belehrt.

Die Effekte waren diesmal zum großen Teil ebenfalls gelungen, die Dementoren sind unheimliche Gesellen, bei deren Anblick es einem kalt über den Rücken läuft. Auch Buckbeak, der Hippogryph, vermittelt den Eindruck, als sei er wirklich am Set gewesen und nicht nur im Computer vorhanden. Nicht so überzeugend ist der Werwolf, zumal Werwölfe sich in Rowlings Welt nur durch ein paar geringfügige Details von echten Wölfen unterscheiden. Dem guten Gesamteindruck des Films konnte dieses Detail jedoch nicht wirklich etwas anhaben.


Filmkritik von Monika Hübner

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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban

Budget
130 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
795 Mio. US-Dollar (weltweit)

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