Handlung

Der Groschenromanautor Christoph (Lukas Gregorowicz) träumt von einer Karriere als ernstzunehmender Schriftsteller. Der Verlag "Kemper und Bergmann", für den er seine etwas minderwertigen Schriftstücke erarbeitet, wirft nicht genügend Geld ab, sodass er nebenbei bei der Autovermietung "Imperium" arbeitet. An einem scheinbar gewöhnlichen Arbeitstag beobachtet er, wie sich ein Unbekannter an einem 7er BMW zu schaffen macht, und mit dem Wagen verschwindet. Nachdem Christoph kurzerhand die Polizei alarmiert, kommt ihm die zündende Idee, den Autodieb als Informationsquelle zu nutzen. Er lernt den Autodieb namens Dominik (Wotan Wilke Möhring) kennen, der ihm dazu verhilft, Kontakte zur kriminellen Szene Düsseldorfs zu knüpfen, sodass er für seinen professionellen Kriminalroman genügend Recherchematerial zusammentragen kann. Dominik erweist sich letztendlich als kleines Lichtlein in der großen Unterwelt, während Christoph ihn aus einer brenzligen Lage in die nächste befördert. Er findet in dem Pseudo-Gangster jedoch einen wahren Freund in der Not und erkennt langsam die Realität um ihn herum.
Filmkritik | Hardcover

Christian Zübert schafft nach seinem Regiedebüt in "Lammbock" mit "Hardcover" ein weiteres Mal eine durchaus gelungene, deutsche Komödie, die neben skurriler Unterhaltung auch einen wuchtigen Soundtrack zu bieten hat. Produzent Sönke Wortmann stand ihm beim Casting und Schnitt für diesen Film tatkräftig zur Seite. Vor allem bei Rollenvergabe an die Akteure tat sich Zübert recht gut. Ihm fiel beispielsweise eine Geschichte aus seiner Sturm-und-Drang-Zeit ein, als sich einer seiner Freunde auf sehr merkwürdige Art und Weise zu nahtloser Bräune verhalf, indem er sich unter der Sonnenbank einen Golfball ins Hinterteil steckte. Prompt verpasste er Justus von Dohnányi die Rolle des klischeehaften Kiez-Bosses Chico, der wohl auch von diesem Bräunungshilfmittel gehört haben muss. Das macht ihn keineswegs unsympathisch, denn gerade diese Eigenwilligkeit dieser schillernden Figur weiß den Zuschauer zu begeistern. Die Rollen der Filmhelden Christoph und Dominik ließ Zübert mit Lucas Gregorowicz, zuvor in "Lammbock" und "Das Wunder von Bern" zu sehen, und Wotan Wilke Möhring, der auch in "Das Experiment" und "Der Schatz des weißen Falken" von der Partie war, besetzen. Mit beiden Schauspielern hat der Regisseur bereits zusammengearbeitet, was sich nun auch in dieser Komödie auszahlen sollte. Man erkennt ein großartiges Zusammenspiel vor der Kamera und die ausgezeichnete Harmonie der beiden Rollen vor der Kamera. Völlig aberwitzige Situationen und genial gelungene Dialoge tragen ihren Teil dazu bei, um beim Zuschauer die Lachmuskeln spüren zu lassen. Zeitweise können diese aber auch eine Pause einlegen, denn manche Strecken im Film erweisen sich doch als etwas platt, worunter auch das Tempo etwas ins Stolpern kommt. Auch wenn mit dieser Krimi-Komödie nicht ganz an die Qualität der Vorgängerfilme Züberts angeknüpft wird, kann man sich auf 90 Minuten schräge Kiez-Komik gefasst machen.
Filmkritik von Gastautor