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Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra| Kritik

Kinostart
11.09.2008



Handlung

Der Film „Gomorrha – Reise in das Land der Camorra“ von Matteo Garrones basiert auf dem gleichnamigen Buch von Roberto Saviano. Circa 50% der Geschäfte der Welt sind in Mafiahand. Ungefähr 4500 Morde in den vergangenen 29 Jahren sind auf die Camorra zurückzuführen.
In dem Film geht es um die Mafiageschäfte der Camorra. In fünf verschieden Perspektiven wird das Leben der Bewohner Kampaniens beschrieben, die durch die Camorra beeinflusst werden. Der Film ist ebenfalls sehr beeindruckend aber auch erschreckend wie die Buchvorlage.

Ein dreizehnjähriger Junge namens Totò träumt davon einer Mafia-Familie anzugehören. Bei einer Razzia in seinem Wohnblock bewahrt er Ruhe und kann eine Waffe der Mafia verstecken. Dies ist seine Chance in den Clan der Camorra aufgenommen zu werden. Als ein Bandenkrieg ausbricht muss Totò sich zwischen seinen Freunden und den Clan der Camorra entscheiden. Als die Situation im Viertel eskaliert, gerät der Buchhalter, Don Circo, der Mafia bei Geldübergaben zunehmend in Lebensgefahr. Marco und Ciro zwei Mitglieder der Mafia wollen immer mehr ihrem Idol Tony Montana aus Scarface nach eifern und wagen immer gefährlichere Raubüberfälle. Pasquale einer der besten Schneider der Welt bekommt ein Angebot für die chinesischen Wettbewerber Schneider auszubilden – doch dieses erweist sich als sehr gefährlich...


Filmkritik | Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

Der Film „Gomorrha – Reise in das Land der Camorra“ wird durch die 5 verschiedenen Erzählperspektiven gut strukturiert und verständlich dargestellt. Es vereinfacht den Einstieg in die Geschichte und zeigt sehr gut wie die Camorra das Leben in Kampanien beeinflussen.
Der Name „Camorra“ wird im ganzen Film nie erwähnt, somit werden hier eher die kleinen Schicksale der Bewohner gezeigt und nicht die wahrhaftigen Handlungen der Camorra selbst. Der ganze Film wird immer wieder durch schwere Schicksalsschläge begleitet und die letzten 20 Minuten des Filmes zeigen nur noch Tod, Resignation und Ausweglosigkeit das Leben in Kampanien.

Die wohl größte Schwäche des Films ist auf die Erzählperspektive zurück zu führen. Zum Ende des Films laufen die verschiedenen Geschichten der fünf Charaktere nicht zusammen sondern enden jeweils auf verschiedene Weise. Es entsteht also kein Gesamtbild des Films. Viele Details werden nur angedeutet und offen gelassen. Somit muss man in manchen Szenen erahnen wer genau gegen wen kämpft. Jedoch hat diese Offenheit des Films auch eine positive Seite, denn die Zuschauer tappen so im Dunkeln und die Spannung steigt.
Inszeniert ist der Film sehr gut. Es wird an originalen Schauplätzen gedreht, die trostlose kühle Bildern zeigen, welche die Stimmung des Films sehr gut unterstützen. Im Gegensatz zu diesen Bildern werden disharmonische Italiano-Pop-Songs eingesetzt die die Brutalität der Szenen noch banaler und somit schockierender erscheinen lässt. Auch die Schauspieler, die zum größten Teil erst vor Ort der Schauplätze gecastet wurden, überzeugen allesamt und geben die Szenen authentisch wieder.

Der Film wurde in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der hauptsächliche Grund für die Entstehung dieses Films ist der Versuch die Menschen auf die schlimmen Handlungen der Mafia aufmerksam zu machen. Der Film ist auf jeden Fall sehr sehenswert, obwohl einige Szenen nicht gerade leicht zu verdauen sind.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

© PROKINO Filmverleih GmbH

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Steckbrief
Regie
Matteo Garrone

Darsteller
Ciro Petrone, Gianfelice Imparato, Marco Macor, Maria Nazionale, Roberto Saviano, Salvatore Abruzzese, Salvatore Ruocco, Simone Sacchettino, Vincenzo Fabricino

Genre
Drama, Krimi

Tags
Mafia
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Herstellungsland
Italien




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