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Glaubensfrage| Kritik 6/10

Kinostart
05.02.2009



Handlung

Der lebenslustige und dynamische Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) wird an eine neue Schule versetzt und versucht auf seine menschliche Weise, die vorherrschenden, strengen Regeln zu durchbrechen. Dieses Verhalten ist der strikten Direktorin, Schwester Aloysius Beauvier (Meryl Streep), schon von Anfang an ein Dorn im Auge. Zudem schenkt Flynn dem einzig schwarzen Jungen an der Schule ganz besondere Aufmerksamkeit, was nicht verborgen bleibt. So wächst bei der Direktorin und der jungen Schwester James (Amy Adams) ein düsterer Verdacht. Auf eigene Faust und ohne wirklichen Beweise beginnen die beiden Schwestern einen persönlichen Feldzug gegen Flynn.


Filmkritik | Glaubensfrage

Ein doch weltweit bekanntes Broadway-Stück auch auf die Kinoleinwand zu bringen, ist dieser Tage genauso wie vor zehn oder zwanzig Jahren für jeden Hollywood-Regisseur eine große Herausforderung. Hoch sind die Erwartungen an "Glaubensfrage" also zurecht, vor allem wenn mit der Besetzung durch Meryl Streep und Philip Seymour Hofmann auch zwei erfahrene und angesehene Schauspieler für die Hauptrollen engagiert werden konnten. Dass beide jedoch die Rollen in hervorragender Weise ausfüllen, ist der große Pluspunkt des Filmes, der sonst bisweilen durch einzelnen Nebenhandlungen etwas gezogen wird.

Vor allem Meryl Streep wird dem gelegentlichen Kinogänger positiv ins Auge fallen. Wer die rabiate Dame hauptsächlich durch lustige Rollen wie in "Der Tod steht ihr gut" oder "Der Teufel trägt Prada" kennt, wird verblüfft sein, welche Kaltherzigkeit und Strenge von Streep ausgeht und einem bereits nach einer Viertelstunde die Frage aufkommt, ob man sich eine andere Schauspielerin in der Rolle der Schwester Beauvier vorstellen könnte. An manchen Stellen steht und fällt der Film mit Streeps schauspielerischer Leistung, wodurch bisweilen sogar die durchaus ernste und spannende Handlung in den Hintergrund zu geraten scheint.

Das Konzept des fälschlich unter Verdacht geratenen Paters, sich an einem der Jungen der katholischen Privatschule vergriffen zu haben, funktioniert dabei im Kino leider nicht an allen Stellen optimal. Regisseur John Patrick Shanley hat die Aufgabe, ein Bühnenstück für vier Personen aufzufüllen und aus ihm einen zweistündigen Spielfilm zu machen, durchaus respektabel gemeistert, umgeht es allerdings leider nicht, an einigen Stellen den von Hollywood so bekannten Pathos auszupacken. Bewusst anrührende und erschreckende Szenen, gestützt von Schnitt und Ton, scheinen das ernste Thema bisweilen zu überzeichnen. Auch stellt er die Phänotypen des Filmes wie "strenge Ordensschwester" und "hilfloser, schwarzer Junge" manchmal ein wenig zu überzeichnet dar, was den Charakteren in manchen Szenen eine gewisse Tiefe raubt, die bei dem ernsten Inhalt durchweg nötig wäre.

Von diesen Eindrücken abgesehen, die sich wohl dieser Tage auch kaum bei einem Streifen aus den Studios von Hollywood vermeiden lassen, ist "Glaubensfrage" ein gutes bis sehr gutes Stück Kino, das den Besucher über zwei Stunden in seinem spannungsreichen Bogen fesseln kann. Kleine Längen beinhaltet der Film, sehr schnell findet er jedoch wieder in die Handlungsspur zurück und macht die Umsetzung des Theaterstücks durchaus zu einem Erlebnis, was jedoch vor allem an Streep und Hofmann liegt. Ein ernster und anspruchsvoller Film, der wohl vor allem die Kinobesucher anspricht, die auch gerne einmal ins Theater gehen, um ihr kulturelles Bedürfnis zu stillen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Glaubensfrage

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
John Patrick Shanley

Darsteller
Alice Drummond, Amy Adams, Joseph Foster, Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Viola Davis

Tags
Glaube, Religion, Schule
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Doubt

Budget
20 Mio. US-Dollar




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