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Gentlemen Broncos| Kritik 3/10

Kinostart
27.05.2010



Handlung

Benjamin (Michael Angarano) ist ein 17 Jahre altes Science-Fiction-Wunderkind aus Utah und lebt zusammen mit seiner Mutter (Jennifer Coolidge), einer Designerin für Schlafanzüge, die gerade an einer neuen Linie namens "bescheidene Anfänge" arbeitet. Seine Tage verbringt er in einer geodätischen Kuppel und verfasst in fernen Welten angesiedelte Abenteuer. Als Schüler, der zu Hause unterrichtet wird, hat Benjamin nicht viel Erfahrung in der realen Welt, aber dank seiner Einbildungskraft kann er der Tristesse seiner Heimatstadt ein ums andere Mal in fantastische Universen entfliehen. Als er erfährt, dass sein Idol, die Science-Fiction-Legende Dr. Ronald Chevalier, auf dem Cletus Festival ("dem besten Autoren-Workshop in ganz Utah") ein Seminar geben wird, sieht er die Chance seines Lebens gekommen. Er packt sein bestes Manuskript mit dem Titel "Yeast Lords: The Bronco Years" ein und macht sich auf den Weg. Auf dem Festival lernt er ein paar neue Freunde kennen – ähnliche Sonderlinge wie er selbst: die angehende Liebesromanautorin Tabatha (Halley Feiffer) und der Nachwuchs-auteur Lonnie (Héctor Jiménez), der schon mehr als 80 "Filme" realisiert hat.


Filmkritik | Gentlemen Broncos

"Gentlemen Broncos" ist ein Titel, unter dem man sich zunächst nicht wirklich etwas vorstellen kann. Ein Mafiosi-Film? Ein Cop-Streifen? Weder noch. Jared Hess schafft mit seinem neuesten Werk eine Sci-Fi-Komödie der anderen Art, die wie schon „Napoleon Dynamite“ und „Nacho Libre“ mit Jack Black eher etwas für hartgesottene Fans des Außenseiter-Genres ist.
Im Mittelpunkt von Hess' Filmen stehen fast immer Loser und Nerds, die aus merkwürdigen Familien stammen und große Ziele haben. In "Gentlemen Broncos" ist es der Traum, ein berühmter Science-Fiction-Autor zu werden, der den Zuschauer mit auf die Reise in die spacige Gedankenwelt des Teenagers Benjamin, gespielt von Michael Angarano ("Engel im Schnee") nimmt. Er ist allerdings nicht die einzige, schräge Gestalt. Seine Mutter (die fantastische Jennifer Coolidge) steht ihm in nichts nach und ist auch für die witzigsten Szenen des Films verantwortlich. Leider gibt es davon nicht all zu viele. Der Indie-Streifen "glänzt" eher mit Längen, skurrilen Weltraumfahrten und R2-D2 2.0. Dabei steht eigentlich ein sehr aktuelles Thema im Mittelpunkt, das erst kürzlich mit dem Roman "Axolotl Roadkill" von Helene Hegemann in unseren Breiten für Furore gesorgt hat: Literarischer Diebstahl. Was tun, wenn ein anderer mein geistiges Gut verwendet und in abgewandelter Form publiziert? Im Falle von "Gentlemen Broncos" wird einfach ausgeholt und zugeschlagen. In der "wirklichen" Welt kann es ganz andere Folgen haben. Doch das führt jetzt zu weit.
So recht kann man nicht in Worte fassen, was man von Jared Hess' neuem Film halten soll. Er ist unterhaltsam, teilweise; größtenteils aber einfach nur schräg und skurril. Die Charaktere haben alle einen an der Waffel, ob sie nun Nachthemden designen oder sich Fantasiewelten schaffen, und welche Aussage "Gentlemen Broncos" überhaupt haben soll, wird bis zum Schluss nicht deutlich. Scheinbar keine. Das war schon bei „Napoleon Dynamite“ und "Nacho Libre" nicht großartig anders. Es fühlt sich nicht an wie großes, massentaugliches Kino. "Eher wie ‘ne Flasche Tequila und ‘n Schlag in die Fresse", wie Jack Sully in "Avatar" einst so schön gesagt hat. Nur leider fliegt man während der 90 Minuten Film nicht nach Pandora, sondern auf sonderbare Planeten. Für Fans von Hess' Coming-of-Age-Geschichten sicher geeignet, für alle anderen eher eine Qual.

Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Gentlemen Broncos

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Jared Hess

Darsteller
Halley Feiffer, Hector Jimenez, Jemaine Clement, Jennifer Coolidge, John Baker, Michael Angarano, Mike White, Sam Rockwell, Steve Berg

Genre
Komödie
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Herstellungsland
USA




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