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Gamer| Kritik 5/10

Kinostart
07.01.2010



Handlung

Was, wenn ein Spiel grausame Wirklichkeit wird? Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall) ist Erfinder von „Slayers“, einem perfiden Online-Game, in dem zum Tode Verurteilte zu realen Spielfiguren werden. In riesigen Wettkampfzonen treten sie als moderne Gladiatoren auf Leben und Tod an. Von Spielern fremdgesteuert, kämpfen sie gegen ihren Willen und ohne Kontrolle über das, was sie tun. Kable (Gerard Butler) ist unangefochtener Held der Arena. Von dem Teenager Simon (Logan Lerman) kontrolliert und von Millionen von Zuschauern weltweit live verfolgt, hat er das tödliche Spiel am längsten überlebt. Doch um sein Leben und auch das seiner Frau Angie (Amber Valletta) und seiner Tochter zu retten, muss er Ken Castles Spiel entkommen. Als die Untergrundbewegung „Humanz“ zu Kable Kontakt aufnimmt, scheint es endlich einen Ausweg aus dieser Hölle zu geben.


Filmkritik | Gamer

Die Idee, die moderne Internet- und Videospielgesellschaft zu kritisieren, ist so alt, dass eine weitere Verfilmung dieser Problematik fast nur schiefgehen kann. Das Autoren- und Regisseurenduo Mark Neveldine und Brian Taylor versuchen es trotzdem noch einmal. Die beiden Amerikaner, die durch ihre früheren Werke „Crank“ und dessen Fortsetzung zumindest in ihrem Genre Glanzleistungen abgeliefert haben, probieren in ihrem neuen Film „Gamer“ dieselben Zutaten noch einmal zu vermengen, nur diesmal inklusive des Versuchs, ihrem Werk so etwas wie eine echte Story beizumengen.

Dabei stehen die Zeichen anfangs gar nicht mal schlecht. Beim krachenden Intro, das von Marilyn Manson passend begleitet wird, trieft das Testosteron fast schon durch die Leinwand. Es wird geschossen, gesprengt und geblutet, dass es eine wahre Freude ist. Funken sprühen, irgendwo explodieren Motorräder und Glas splittert an allen Ecken und Enden, kurz: Es ist richtig was los im ersten, fünfminütigen Geballer. Die Schnittfolge ist äußerst rasant, was mitunter ein gewisses Gefühl der Desorientierung hervorrufen kann. Zwar ist kein extremes Handkamera-Gewackel zu erwarten, die zahlreichen schnellen Schnitte inklusive über das Bild gelegter Informationen, die aus einem Computerspiel stammen könnten, sind teilweise aber doch etwas zu viel des Guten.

Good Guy Kable (Gerard Butler) trägt in den Action-Szenen den gesamten Film. Dass seine physische Präsenz ausreicht, um einen 90-minütigen Actionkracher zu stemmen, hat schon „300“ gezeigt. Michael C. Hall, der den meisten als Dexter aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, spielt seinen Part als moralbefreiter Irrer gewohnt gut. Da hört es aber auch schon auf, denn der Rest des austauschbaren Casts leiert eine Standardperformance nach der nächsten ab; wirklich im Gedächtnis verweilt nach Ende des Films niemand. Andererseits kann man bei dem Drehbuch auch nichts Besseres erwarten.

Verstanden werden will der Film ganz klar als Kritik an der computerabhängigen Videospielwelt von heute. Stellenweise funktioniert das auch ganz gut: Wenn unter Einsatz größter Brutalität gezeigt wird, wie echte Menschen sich plötzlich in einer Art Computerspiel gegenüber stehen, und dazu gezwungen werden, sich gegenseitig die Köpfe wegzuschießen, lässt einen das schon nachdenken. Könnte es jemals wirklich so weit kommen? Würde jemand noch Spiele dieser Art spielen, wenn sie optisch von der Realität nicht mehr zu unterscheiden wären?
Das Problem ist, dass diese Fragestellung mit einer dürftigen Story gepaart ist, die sich letztendlich als simples „Bad Guy entführt Tochter des Good Guy“ entpuppt, und die einfach nicht genug für die 90 Minuten von „Gamer“ hergibt. Spätestens nach einer knappen Stunde wird klar, wie der Rest des Films verlaufen wird. Außerdem haben die Macher von Highspeed-Action wie „Crank“ einfach zu viel Spaß an ihren Action-Szenen, um wirklich vollständig ernst genommen zu werden. Spätestens, wenn der Held Alkohol in den Tank eines Autos erbricht und anschließend noch rein pinkelt, um den Wagen zum Laufen zu bringen, ist jede Glaubwürdigkeit dahin – ein witziger Einfall ist es natürlich dennoch, und so schwankt der Film ständig zwischen ernstgemeinter Kritik und völlig überdrehter Satire hin und her.

Fazit: Überdrehter Actionfilm, der nicht weiß, was er sein will.


Filmkritik von Gastautor

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