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Friendship!| Kritik 6/10

Kinostart
14.01.2010



Handlung

Deutschland, 1989: Die Mauer fällt, die Menschen jubeln, David Hasselhoff singt am Brandenburger Tor – und ganz Berlin ist eine einzige Party. Auch Veit (Friedrich Mücke) freut sich: Mit seinem Begrüßungsgeld will er nach San Francisco, zum westlichsten Punkt der Welt. Zumindest erzählt er das seinem besten Freund Tom (Matthias Schweighöfer), der prompt das große Abenteuer wittert und unbedingt mitkommen will. Doch in Wahrheit sucht Veit seinen Vater, der in die Staaten ausgewandert ist, als Veit noch ein Kind war. Nur ein Bündel Postkarten, abgestempelt an Veits Geburtstag in einem Postamt in San Francisco, zeugen noch von dessen Existenz – Veit möchte unbedingt an seinem Geburtstag in 3 Wochen dort sein! Doch das Geld reicht nur bis New York – es ist bitterkalter Winter, und die Jungs kommen mit "Friendship!", dem einzigen Wort auf Englisch, das sie beherrschen, auch nicht wirklich weiter. Willkommen im Kapitalismus! Trucks statt Trabis. Burger statt Broiler. Wolkenkratzer statt Plattenbau. Mittendrin: zwei weltmännische Ossis – vor ihnen 3.000 endlose Meilen bis nach San Francisco.


Filmkritik | Friendship!

Der Film, der die gängigen Klischees über das Leben in der DDR mit Sätzen wie „Bei uns waren alle gleich und wir sahen auch gleich aus.“ bedient, während Dokumentarfetzen aus DDR-Zeiten und der immer wieder gefragten Melodie von „Auferstanden aus Ruinen“ im Hintergrund abläuft, lässt ahnen, dass man es mit der Darstellung der Unterschiede der westlichen und östlichen Welt zu tun bekommt.

Zwar ist Veit, der Protagonist, ein ziemlich aufgedrehtes Bürschchen aber immerhin auf der Suche nach seinem Vater, der in San Fransisco lebt. Also, nichts wie hin nach Amerika, kaum dass David Hasselhof die „Mauer niedergesungen“ hat...
Und natürlich ist Veit nicht allein und hat getreu dem im Titel ins Englische übersetzten Motto der kommunistischen Welt „Friendship“ seinen besten Freund Tom mit dabei. Tom ist zwar eher daran interessiert einfach nur nach Westen zu kommen und dabei eben so westlich wie möglich, aber natürlich erleben und bestehen beide dieses Abenteuer zusammen.Dass das Geld nicht sehr weit reicht ist irgendwie typisch für die Generation der beiden Helden und so könnten sie auch aus dem Westen Deutschlands stammen und einfach losfahren, aber dann fehlten der Geschichte eben viele Elemente, die vor allem den Kulturschock beschreiben, der die beiden Jungs gelegentlich überwältigt. Dieser Schock scheint aber auch auf beiden Seiten aufzutreten, denn nur wenige der Amerikaner, denen die beiden begegnen, wissen wirklich viel über die DDR oder Deutschland überhaupt.

In einigen Szenen ist der Film zwar auch komödiantisch recht gelungen, aber oft sind die Klischees einfach nur erwartungsgemäß bedient, die uns in den vergangenen zwanzig Jahren viele der Mauerfallgeschichten präsentiert haben, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen – aber es soll ja auch eine Komödie sein...
Und wohl auch deshalb haben die Reisenden immer wieder das Glück auf ihrer Seite: Sie essen kostenlos, man leiht ihnen ein Auto und auch die Frauen, denen sie begegnen sind mehr als willig sich um die beiden Jungs zu kümmern. Dieses schlichte und nett daher kommende Bild der USA ist ebenso fragmentarisch wie die Darstellung des Arbeiter – und Bauernstaates. Und immer, wenn den Protagonisten mal wieder das Geld ausgeht, kommt flugs der American Dream daher und selbst die blödeste Idee lässt sich zu Geld machen.

Die technische Verarbeitung des Themas ähnelt nicht nur in den einprägsamen Bildern den Werbeaufnahmen aus Hochglanzmagazinen oder dem Filmschnitt gelungener Werbeaufnahmen für Auswanderer – unterlegt mit der Silbermond-Musik, man merkt manchmal sehr deutlich, dass der Regisseur Marcus Goller viel mit dem Werbegenre zu tun hatte.


Filmkritik von Gastautor

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Auf Marcus kleine Filmseite wird der Film "Friendship!" als Standart-Unterhaltungskost ohne Besonderheiten abgetan, die Leistung des noch relativ unbekannten Schauspielers Friedrich Mücke jedoch gelobt. Die Filmjournalisten sehen in "Friendship!" auch nur einen teilweise über die gesamte Filmlänge unterhaltendes Werk. Nichts deso trotz wird das Potential der jungen Schauspieler erkannt. Styledd dagegen berichtet euphorisch von der Filmpremiere. Die Filmkritikerin war sehr gut unterhalten.

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Bilder / Fotos

Friendship!

© Sony Pictures Releasing GmbH

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Steckbrief
Regie
Markus Goller

Darsteller
Alicja Bachleda-curus, Cameron Goodman, Chris Browning, Friedrich Mücke, Kevin Rankin, Kimberly J Brown, Matthias Schweighöfer

Genre
Deutscher Film, Drama

Tags
Ddr, Kapitalismus, Mauer
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Deutschland




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