Für Mitte 2011 ist der vierte Teil von "Fluch der Karibik" angekündigt. Wieder mit Johnny Depp in der Hauptrolle, doch diesmal ohne Orlando Bloom und Keira Knightley. Dafür werden Penélope Cruz und Keith Richards mit an Bord sein.
Handlung
Jack Sparrow (Johnny Depp), der berühmteste Pirat der Karibik, segelt wieder durch die Weiten des Ozeans. Mit ihm zurück sind auch all seine Laster. Der Alkohol und die Frauen - insbesondere eine Frau - versüßen ihm das Leben. Angelica (Penélope Cruz) ist eine alte Flamme als früheren Zeiten. Mit einem Wimpernschlag hat sie Sparrow um den Finger gewickelt und benutzt ihn auf der Suche nach einem Jungbrunnen. Aber auch Jacks Erzrivale Barbarossa (Geoffrey Rush) hat bereits die Segel gehisst um als erster den Schatz zu finden. Ein Wettlauf mit ungewissem Ausgang beginnt und Captain Jack Sparrow weiß nicht wer Freund und wer Feind ist...
Filmkritik | Fluch der Karibik 4 - Fremde Gezeiten
Jerry Bruckheimers berühmte Piratensaga „Pirates Of The Caribbean“ (kurz: POTC), frei nach der gleichnamigen Disneyland Themenfahrt, hat sich nach wie vor den Ruf einer süffigen Blockbusterreihe bewahren können. Auch dank ihrem Hauptcharakter Jack Sparrow (Johnny Depp), der selbst das überfrachtete und stupide Effektgewitter in „POTC: Am Ende der Welt“ noch einigermaßen erträglich gestaltete.
Trotzdem wollten die Macher die Fehler des Vorgängers nicht nochmals begehen. „Fremde Gezeiten“ sollte wieder an seine Ursprünge zurückkehren, mehr klassische Piraten- und Seefahrerluft verströmen und die ganzen digitalen Sperenzchen auf ein gesundes Maß reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein neuer, Effekt-unerfahrener Regisseur engagiert - Gore Verbinski, unter dessen Flagge noch die alte Trilogie fuhr, widmete sich stattdessen mit „Rango“ dem Westerngenre. Musicalspezialist Rob Marshall („Chicago“, „Nine“) übernahm das Steuer und sollte das Franchise wieder auf Kurs bringen. Um sicher zu gehen, wurden noch die Filmrechte an einem Piratenbestseller aus den 80er Jahren eingekauft, so fanden noch einige nicht irrelevante Elemente aus Tim Powers Roman „In fremderen Gezeiten“ ihren Weg in den Film - allen voran Blackbeard und die Quelle der ewigen Jugend. Doch bei allem inhaltlichen Streben nach Jugend und dem ewigen Leben, ging die Zeit nicht spurlos an dem Franchise vorbei. Aus Jack Sparrow, der ehemaligen Galionsfigur, wurde nun endgültig ein Pausenclown. Die Struktur und sogar eine Vielzahl von Szenen wurden direkt aus dem ersten Piratenfilm übernommen. Dasselbe trifft auf den Score von Hans Zimmer zu, der ohne nennenswerte neue Themen wie eine Extended Edition der ersten Filmmusikpartitur klingt - abgesehen von einigen spanischen Flamenco-Arrangements. Wirklich neu sind in diesem Film nur Ian McShane und Penélope Cruz. Zwei herausragende Schauspieler mit einem Problem: Ihre Rollen. Er sollte einen der gefürchtesten Piraten der damaligen Zeit mimen. Auf der Leinwand jedoch entpuppte sich Blackbeard als ein Räuber Hotzenplotz-Verschnitt in Frauenkleidern. Sie sollte Blackbeard und Jack Sparrow gleichermaßen Paroli bieten, verkam aber stattdessen zum Mannweib mit Vaterkomplexen. Dazu gesellten sich eine Meerjungfrau und ein Priester, die den Film mit ihrer reinen Anwesenheit an den Rand des Irrsinns trieben und ein Storyvakuum nach dem anderen erzeugten. Und da wäre noch der sagenumwobene 3D-Effekt, der dem Zuschauer ohne Unterlass daran erinnerte, dass er für die diversen Dolche, Säbel und Lanzen, die ständig in die Kamera gehalten werden, den überteuerten Ticketaufpreis bezahlte. Wo James Cameron die Tiefe der Leinwand auslotete, besann sich „POTC 4“ auf seine Themenparkursprünge und spielt mit billigsten Jahrmarkttricks.
Die Filmreihe lässt sich im Grunde mit einer Flasche Bacardi Rum vergleichen. Ein ziemlich billiger Fusel, der unter einem schicken Etikett versteckt, gekonnt beworben und verkauft wurde - aber mit genügend Zuckerwasser gestreckt durchaus genießbar. Aber die berauschende Wirkung verblasste nun endgültig und wich der Erkenntnis, dass selbst Spirituosen ein Verfallsdatum besitzen. Dass der Kahn nicht völligen Schiffbruch erlitt, verdankte er den Sympathiewerten, die man als Zuschauer der Reihe bislang noch entgegenbrachte. Schließlich mochte man einst diese Mixtur aus klassischer Swashbucklerromantik und modernen Blockbusterelementen, untermalt mit brachialen Orchesterklängen und Jack Sparrows metrosexueller Veranlagung. Zumindest bis und mit Teil 2.
Filmkritik von Orlindo Frick