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Fleisch ist mein Gemüse| Kritik

Kinostart
17.04.2008



Eine deutsche Komödie in den 80er-Jahren: Heinz (Maxim Mehmet) ist 24 Jahre jung und lebt von Auftritten in einer Band, die vorwiegend Ü-30 Party und Schützenfest-Klientel unterhält. Persönliche Erfolge kann er kaum verbuchen, weder bei den Frauen, noch finanziell. Auch privat läuft es nicht. Seine Mutter ist psychisch krank und in einer Nervenklinik, und die Probleme seiner nervigen Nachbarin gehen völlig an ihm vorbei. Dennoch glaubt Heinz weiterhin an einen Erfolg als Musiker...

Die Komödie Fleisch ist mein Gemüse von Christian Görlitz ist eine Adaptation des gleichnamigen Romans von Heinz Strunk.


Filmkritik | Fleisch ist mein Gemüse

Die populäre deutsche Krimiautorin Ingrid Noll („Die Häupter meiner Lieben“) sagte in einem Interview:“ Die Bücher sind meine Kinder, während die Filme eher meine Urenkel sind!“ Sie muss es wissen, schließlich wurden von ihr, mit zum Teil großem Erfolg, Romane verfilmt.

Literaturverfilmungen sind immer eine riskante Sache. Bei dem Kultbuch von Heinz Strunk „Fleisch ist mein Gemüse“ lag es sicher nicht an der literarischen Vorlage, dass der Spielfilm dazu missglückte. Für den Regisseur Christian Görlitz war es der erste Kinofilm, der unter seiner Führung gedreht wurde. Bisher fiel er eher im Fernsehen mit leicht verdaulicher Vorabendkost wie „Kommissar Rex“ auf. Einen Bestseller über die wilden Jahre von Heinz Strunk als Musiker zu verfilmen, war offensichtlich für Christian Görlitz weniger das passende Genre. Alle die dieses Buch nicht gelesen haben werden sich nach zehn Minuten im Kino langweilen. Auch den Lesern von „Fleisch ist mein Gemüse“ wird es nicht anders gehen, denn dieser Streifen leidet unter Überlängen, zudem fehlt der rote Faden. An manchen Stellen will der Film gezwungen komisch sein, wie bei den Besäufnissen des Heinz Strunk mit seiner Nachbarin Rosi, schafft es aber nicht so recht. Anstatt intelligenter Witze, kommen nur Kalauer. Auch sind im Film einige Szenen melancholisch, die im Buch einen ganz eigenen Situationswitz haben.

Das Spießbürgerliche Milieu aus dem Heinz Strunk stammt, wird nur sehr oberflächlich im Film behandelt. Hier hätte es mehr als genug Potenzial für wirklich intelligente Komik gegeben. Diese Chancen ließen der Regisseur und seine Darsteller leider unbeachtet. Die Idee den echten Heinz Strunk im Wohnzimmer neben einem Hirschkopf zu platzieren und ihn mit seinem Filmego (gespielt von Maxim Mehmet) kommunizieren zu lassen, ist weniger gut gelungen. Einem Don Camillo mag man es abnehmen, dass er mit Jesus am Kreuz spricht, aber nicht der Filmfigur Heinz Strunk. Den Buchautoren als Erzähler in den Film einzubauen, lähmt die schleppende Handlung noch zusätzlich. Der Hauptdarsteller Maxim Mehmet sollte einen Musiker verkörpern, der den Traum lebt, einmal ganz groß raus zu kommen. Diesen stellt er aber eher lustlos dar und so fehlt der Figur des Heinz Strunk jeglicher Elan. Schauspielerisch schafft es lediglich Susanne Lothar gewisse Akzente zu setzen. Die psychisch auffällige und schwer hysterische Mutter verkörpert sie mit unzähligen Facetten. Leider kann sie den Film auch nicht retten.

Fleisch ist mein Gemüse“ spielt in den 80er Jahren und doch war der Humor damals nicht so flach, wie er in dem Film geliefert wird. Die sehr gelungene Buchvorlage ist teilweise nur homöopathisch erkennbar. Dabei hätte sie in Sachen anspruchsvoller Komik dem Regisseur viel kreativen Freiraum eingeräumt, der nicht genutzt wurde. Ein Filmbesuch der entbehrlich ist, ganz gleich ob man das Buch gelesen hat oder nicht.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Fleisch ist mein Gemüse

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Steckbrief
Regie
Christian Görlitz

Darsteller
Andreas Schmidt, Andreas Schmidt, Bela B. Felsenheimer, Heinz Strunk, Jona Mues, Maxim Mehmet, Oliver Broecker, Rocko Schamoni, Susanne Lothar

Genre
Deutscher Film, Drama, Komödie
Gastkritiken
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Herstellungsland
Deutschland




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