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Gastkritiken zu Fast & Furious Five




Fast & Furious Five – von Null auf Dreihundert

Alle guten Dinge sind fünf? Jedenfalls dürfte Justin Lin, (Regie, bekannt durch die furiosen Vorgänger) dieser Meinung sein, denn er wagte sich mit „Fast & Furious Five“ an den fünften Teil der erfolgsversprechenden Raserreihe. Leider verspricht das Kinohighlight in vielen Dingen ein wenig zu viel – sofern man nicht genau weiß, was man erwarten darf und sollte.

Nicht dazu gehören aber die gewohnt schönen Frauen, die rasanten Rennen, die geballte Action und die atemberaubenden Gefährte, mit denen die Protagonisten durch die Straßen jagen. Ab und an sind diese, samt der sehr gut in Szene gesetzten Kulissen, sogar so umwerfend, dass einem die schwache Story gar nicht mehr so deutlich vor Augen bleibt. Ob das aber nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, ist wahrscheinlich eine ganz andere Geschichte. Ebenso schwach, wie das Storygrundgerüst, sind leider auch die Darstellerleistungen. Sowohl Actionheld Vin Diesel als auch Leinwandkumpel Paul Walker (beide ebenfalls unter anderem bekannt aus den Vorgängern) überzeugen vor allem durch allzu altbewährte Sprüche und durch Unscheinbarkeit. In schauspielerischer Bestform scheinen die beiden Hollywoodgrößen also eher nicht wirklich zu sein. Dadurch wirken die durch den Film führenden Personen streckenweise ebenso dünn und lieblos, wie die actionlastige Story selbst.

So oder so überkommt einen als allzu anspruchsvoller Zuschauer während der Filmdauer aber eh schnell das Gefühl, dass es um schauspielerische Leistungen ebenso wenig geht, wie um eine nachvollziehbare und gute Storyline. Denn: Auch bei den vorhergegangenen Teilen der Erfolgsserie suchte man tiefgründige Dialoge, nachvollziehbare Schicksalsschläge und realistische Gefühlsregungen ja bekanntlich eher vergebens. Vielmehr fesselten und bewegten diese eher der rasanten und beräderten Hauptdarsteller sowie der brenzlichen Stunts und Actionszenen wegen. Und diese sind, wie bereits erwähnt, alles andere als enttäuschend und katapultieren das Publikum immer wieder und binnen Sekunden in eine schleudersitzartige Erlebnisfahrt. Von Null auf Dreihundert also: nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer allerdings doch mehr erwartet als das, ist wahrscheinlich selber schuld.

„Fast & Furious Five“ will vor allem furios unterhalten – und das tut Lins Streifen von der ersten bis zur letzten Minute gewissenhaft. Allerdings weniger auf hohem Filmniveau, als auf spannungsgeladenen Asphaltmeilen. Wer schnelle Autos, heiße Kurven und geballte Spannung will, ist hier goldrichtig. Wer jedoch eine knifflige Geschichte und einen tiefen Sinn sucht, sollte sich lieber nach einem anderen Film umschauen. Es kommt also ganz darauf an, auf welche Art von Filmgenuss man letztendlich aus ist.
Phantom, 18.06.2011


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