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Fenster zum Sommer| Kritik 7/10

Kinostart
03.11.2011



Handlung

Ein Sommer in Finnland. Juliane (Nina Hoss) verbringt den ersten gemeinsamen Urlaub mit ihrer großen Liebe August (Mark Waschke), für den sie ihren langjährigen Freund Philipp (Lars Eidinger) verlassen hat. Ganz plötzlich wacht sie, wie durch einen Zeitsprung, wieder im verschneiten Berlin auf. War der Sommer nur ein Traum? Hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen macht Juliane sich erneut auf den Weg in die Zukunft...


Filmkritik | Fenster zum Sommer

Die gesamte Zeitreise-Thematik ist zugegebenermaßen nicht unbedingt neu, seit vielen Jahrzehnten wird sie immer und immer wieder bedient. Egal, wie oft Zeitreisen und die Probleme, die sie unweigerlich mit sich bringen, wieder aufgegriffen werden, etwas Neues ist seit den 90er Jahren in dieser Hinsicht filmisch nicht erschienen. Seit „Zurück in die Zukunft“ weiß der geneigte Film-Fan, dass man seine Eltern in der Vergangenheit unter Umständen erst verkuppeln muss, damit man selbst das Licht der Welt erblicken kann. Seit „The Terminator“ ist bekannt, dass man gegebenenfalls aus der Zukunft in die Vergangenheit reisen muss, um den eigenen Vater zu zeugen. Bill Murray hat anhand von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ bewiesen, dass die ganze Zeitreise-Thematik zudem überaus lustig und amüsant sein kann. In genanntem Film reist dieser zwar nicht vorsätzlich durch die Zeit, jedoch erlebt er den gleichen Tag immer und immer wieder. Am Ende der Geschichte steht trotz allen Witzes die moralische Läuterung des Protagonisten.

Es scheint, als wären alle möglichen Szenarien längst eingehend filmisch erörtert worden und jeder weitere Streifen mit ähnlicher Thematik würde lediglich zu einem Abklatsch der bereits genannten Filme verkommen. Regisseur Hendrik Handloegten beschreitet mit „Fenster zum Sommer“ jedoch einen völlig anderen Weg. Zum ersten Mal überhaupt steht eine Liebesgeschichte im Vordergrund eines Zeitreise- beziehungsweise ‚Zeitverschiebeszenarios‘. Dabei driftetet er glücklicherweise nicht in wenig ansprechenden Kitsch ab, sondern stellt stattdessen – ohne platt zu wirken – essentielle Fragen. Dabei wird glücklicherweise nicht die große moralische Keule geschwungen.

Ein Kriterium für einen gelungenen Film ist die mögliche Identifikation mit der Gedankenwelt eines Schauspielers. Das ist hier im Falle der Hauptdarstellerin gelungen. Der Zuschauer fragt sich unwillkürlich, wie er – oder sie – sich in entsprechender Situation verhalten würde. Was ist wichtiger, die vermeintliche Liebe des Lebens oder das Leben der besten Freundin? Nebenbei sei bemerkt, dass Nina Hoss eine unglaublich gute schauspielerische Leistung abliefert. Das Ende weiß zwar nicht unbedingt zu überraschen, dennoch erfährt sie – ähnlich wie erwähnter Bill Murray – eine moralische Läuterung, die nicht unpassend wirkt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Regisseur Hendrik Handloegten ein absolut sehenswerter und vor allen Dingen – und wann hört man das heute überhaupt noch – unglaublich origineller Film gelungen ist. Leider war er hierbei anscheinend jedoch etwas überambitioniert und so wollen erste und zweite Hälfte von „Fenster zum Sommer“ einfach nicht so recht zusammenpassen. Zu groß werden die Logik-Löcher, die sich auftun. So wirkt der Film im Nachhinein nicht wirklich homogen. Nichtsdestoweniger wird ein Kinobesucher, dessen Interesse im Vorfeld allein durch due Story geweckt wurde, nicht enttäuscht werden.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
Hendrik Handloegten

Darsteller
Barbara Philipp, Barbara Schnitzler, Christoph Bach, Ernst Stötzner, Fritzi Haberlandt, Lars Eidinger, Lasse Stadelmann, Mark Waschke, Nina Hoss, Susanne Wolff

Genre
Drama
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland, Finnland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Summer Window




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