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Faster| Kritik 5/10

Kinostart
17.03.2011



Handlung

Nach zehn Jahren im Gefängnis hat Driver (Dwayne Johnson) nur ein einziges Ziel: den Mord an seinem Bruder zu rächen, der während eines verpfuschten Banküberfalls, der zu seiner eigenen Verhaftung führte, zu Tode kam. Als freier Mann macht sich Driver mit einer tödlichen To-do-Liste in der Hand auf, seine Mission zu erfüllen. Doch dabei heften sich bald zwei Männer an seine Fersen: ein altgedienter Cop (Billy Bob Thornton), der nur noch wenige Tage von seiner Pensionierung entfernt ist, und ein junger, egozentrischer Auftragsmörder (Oliver Jackson-Cohen), der ein Faible für die Kunst des Killens hat und glaubt, in Driver endlich einen ebenbürtigen Gegner auf Augenhöhe gefunden zu haben. Der Jäger wird zum Gejagten. Auf dem Weg, sich bis zum Ende seiner Liste durchzuarbeiten, heißt es für Driver töten oder getötet werden. Und je weiter er auf seiner Mission vorankommt, desto mysteriöser wird der Mord an seinem Bruder. Neue Hinweise deuten darauf hin, dass Drivers Todesliste möglicherweise nicht ganz vollständig ist …


Filmkritik | Faster

Den letzten Monaten fehlte es wahrlich nicht an Filmen, denen der Stempel „Testosteronschleuder“ anhaftete. Auch bei „Faster“ kommt man nicht umhin, den Stempel des vorurteilsschwangeren Männerfilms in die Hand zu nehmen.

Der Filmtitel des Films sollte nicht missinterpretiert werden. Er steht nicht für rasante Geschwindigkeit, sondern für die simple Beschaffenheit des Films. Es beginnt bei den drei Hauptcharakteren, die schlicht „Driver“, „Cop“ und „Killer“ genannt werden, erstreckt sich weiter zu deren ähnlich simplen Auslegung und endet bei der biblisch antiquierten Rachegeschichte. Doch lassen wir das Predigerzelt lieber in der Wüste und sind stattdessen dankbar, dass sich Dwayne „The Rock“ Johnson wieder auf seine wortwörtlichen Stärken und nicht auf seine familiengerechten Ambitionen besann. In solchen Rollen - als wortkarger, muskelbepackter Hüne, der während seinem Vergeltungsfeldzug alles zermalmt was ihm im Weg steht - wollen wir ihn sehen. Aber die Freude am Brachialen währt nicht lange. Leider schlägt auch in „Faster“ in Wirklichkeit ein liberales, Selbstjustiz-verachtendes und gewissenhaftes Herz. Im Gegensatz zu Rachefilm-Ikonen wie Charles Bronson in „Ein Mann sieht rot“ oder Michael Caine in „Get Carter“ - dem zuletzt auch als schlagkräftiger Senior „Harry Brown“ kein Sinn nach Menschenrechten stand - steckt hinter der felsigen Oberfläche des Fahrers ein verknautschter Teddybär. Einer von der missverstandenen Sorte, der es nicht versteht, seine Wut auf sinnvolle Weise zu kanalisieren. Dies kostet den Film nach dem konsequenten Auftakt einiges an Glaubwürdigkeit und auch anarchistischen Spaß. Was der Rachegeschichte ebenfalls zu schaffen macht, ist ihre eitle Selbstwahrnehmung. Anstatt „Faster“ würde dem Film der Titel “Slower“ besser stehen. Zu oft verliert sich der Regisseur in unnötigen Zeitlupen, die zwar stilsicher, aber gleichzeitig auch wie eine gezogenen Handbremse bei durchgetretenem Gaspedal wirken. Da vermag selbst Komponist Clint Mansell, der bereits Filmen wie „Requiem for a dream“ oder „Moon“ akustische Dynamik verlieh, wenig auszurichten.

Faster“ ist kein „96 Hours“. Weder die Härte noch die Kompromisslosigkeit von Liam Neesons filmischer Vendetta wird je erreicht. „Faster“ ist unentschlossen in seiner Aussage, Eitel bis ins Mark und lebt praktisch nur von seinen drei Hauptdarstellern und ihrer nachtragenden Ménage à trois. Aber es besteht Hoffnung: Sollte Dwayne Johnson seine „Faster“ Präsenz in „Fast Five“ rüberretten können, so dürfte zumindest die nächste Testosteronschleuder den Erwartungen gerecht werden.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Faster

© Sony Pictures Releasing

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