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Fall 39| Kritik 5/10

Kinostart
11.03.2010



Handlung

Die mit allen Wassern gewaschene Sozialarbeiterin Emily Jenkins (Renée Zellweger) ist davon überzeugt, in ihrem Job wirklich schon alles gesehen zu haben. Bis ihr neuester und ausgesprochen mysteriöser Fall sie mit der zehnjährigen Lillith Sullivan (Jodelle Ferland) zusammenführt. Schnell bewahrheiten sich Emilys schlimmste Befürchtungen, als Lilliths Eltern versuchen, ihre eigene und einzige Tochter zu ermorden. Im letzten Moment kann Emily das Mädchen retten. Kurzerhand nimmt sie Lillith bei sich zu Hause auf, bis geeignete Pflegeeltern gefunden sind. Doch die Kleine scheint von einem düsteren Geheimnis umgeben zu sein.


Filmkritik | Fall 39

Mit dem Horrorfilm "Fall 39" gibt der deutsche Regisseur Christian Alvart ("Antikörper") sein Hollywood-Debüt. Es ist nicht misslungen, aber einen wirklich spektakulären Knüller hat er fürs Erste auch nicht zustande gebracht.

Wüsste man nicht von vornherein, dass es sich um einen Horror-Thriller handelt, könnte man den Film zunächst für ein Missbrauchsdrama halten. Der Film braucht rund 30 Minuten, um die Wendung zum Horrorgenre zu schaffen. Zunächst bekommt Emily (Renée Zellweger) von ihrem Vorgesetzten ihren "Fall 39" auf den Tisch geknallt. Er zeugt wie die meisten der anderen 38 Fälle von üblen Familienzuständen, ist aber nicht ungewöhnlich. Dass der Film dem ernsten Thema Kindesmissbrauch nicht gerecht wird, versteht sich von selbst und sorgt für einen leicht schalen Beigeschmack. Hier wird ein brisantes Thema als effekthascherisches Mittel des Unterhaltungskinos eingesetzt.

Aber okay, Renée Zellweger als engagierte Sozialarbeiterin, die sich für Familien und Kindern in Not einsetzt, macht eine gute und glaubwürdige Figur. Doch bekanntlich sind Kinder immer gefährlich für Schauspieler, weil sie ihnen oft die Show stellen. So auch in "Fall 39". Jodelle Ferland ist der eigentliche Star des Films. Sie wirkt als zehnjährige Lilith anfangs derart unschuldig und hilfsbedürftig, dass ihre spätere Bösartigkeit umso erschreckender ist.
Spannend wird es daher vor allem im zweiten Teil des Films, wenn der Zuschauer erkennt, dass nicht die Eltern des Mädchens die Bösen sind, sondern der kleine Unschuldsengel, der sich als Teufelsbraten entpuppt.

Neu ist es für einen Horrorfilm natürlich auch nicht, dass sich hinter einer kindlichen Maske das Böse verbirgt. Nach dem untypischen Beginn des Films offenbaren sich nun die Vorbilder, die schamlos kopiert werden: "Der Exorzist", "Der Exorzismus der Emily Rose", "Das Omen" und "The Ring".

Im letzten Drittel des Films kommt es dann zu den fürs Horror typischen Eskalationen, die aus lauter Versatzstücken der genannten Filme bestehen. Das läuft alles routiniert und vorhersehbar ab. Immerhin verzichtet Regisseur Alvart auf unnötige Metzeleien. Erst zum Ende hin werden die Effekte spektakulärer und ideenreicher bis zum unvermeidlichen Showdown zwischen Gut und Böse. Immerhin bedient sich Alvart den Mitteln des Genres mit handwerklich sicherer Hand, so dass der Film nie abrutscht. Aber etwas mehr Originalität hätte man sich schon gewünscht. So ist es solide Horror-Ware nach klassischem Muster. Und wer seine Ansprüche nicht allzu hoch schraubt und nichts Neues erwartet, dürfte sich gut unterhalten fühlen. Das ist ja auch Sinn der Sache.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Fall 39

© Paramount Pictures International Germany

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Steckbrief
Regie
Christian Alvart

Darsteller
Adrian Lester, Bradley Cooper, Callum Keith Rennie, Crystal Lowe, Cynthia Stevenson, Georgia Craig, Ian McShane, Jodelle Ferland, Kerry O'Malley, Philip Cabrita, Renée Zellweger

Genre
Horror, Thriller
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Case 39




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