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Erin Brockovich| Kritik

Kinostart
2000



Handlung

Es gibt Tage, an denen man am besten im Bett bleiben, auf keinen Fall jedoch das Haus verlassen sollte. Erin Brockovich (Julia Roberts) - arbeitslose, geschiedene, alleinerziehende Mutter von drei Kindern - erlebt gerade einen solchen Tag, als sie auf einer Kreuzung von einem Wagen gerammt wird, obwohl sie eindeutig Vorfahrt hatte. Und da ein Unglück bekanntlich selten allein kommt, gerät sie auch noch an einen in ihren Augen unfähigen Anwalt (Albert Finney), der ihren Prozess verliert.

Die Jobsuche erweist sich ebenfalls als schwieriger als erwartet, und die Ironie des Schicksals will es, dass Erin zu guter Letzt im Büro eben jenes Anwaltes unterkommt, von dem sie nach wie vor keine hohe Meinung hat, sowohl was seine beruflichen als auch was seine menschlichen Qualitäten angeht. Bei ihren neuen Kolleginnen stoßen ihre Art sich zu kleiden, die als provozierend empfunden wird und ihre direkte Ausdrucksweise auf wenig bis gar keine Gegenliebe, so dass sie gezwungen ist, sich allein einzuarbeiten. Eines Tages stößt sie auf medizinische Unterlagen zwischen den juristischen Akten, die ihr merkwürdig vorkommen. Sie holt sich von ihrem Chef die Erlaubnis, diesen Fall eingehender untersuchen zu dürfen. In Hinkley, einer Gemeinde in der Nähe von L.A., leidet die Bevölkerung unter allen möglichen mehr oder weniger tödlichen Krankheiten, und zwar zu einem überproportional hohen Prozentsatz. Erin findet heraus, dass die Firma PG&E seit Jahren das Grundwasser mit einer giftigen Substanz verseucht, den Anwohnern aber erklärt, dass das von ihnen verwendete Chromisotop der Gesundheit sogar förderlich sei. Im Zuge ihrer Nachforschungen kommt Erin einem der größten Umweltskandale in der Geschichte der USA auf die Spur.


Filmkritik | Erin Brockovich

Die in diesem Film erzählte Geschichte basiert auf tatsächlichen Begebenheiten. Julia Roberts spielt die Rolle der Erin Brockovich mit soviel Enthusiasmus und Überzeugungskraft, dass es wirklich Spaß macht, ihr zuzusehen. Die aufreizenden Klamotten, die sie trägt, sind offensichtlich authentisch, und im Grunde ist es eher traurig zu sehen, wie so etwas nach wie vor auf die Männerwelt wirkt. Ihr sexy Auftreten öffnet ihr Türen, die verschlossen geblieben wären, wenn sie als seriöse Anwältin (die sie nicht ist) aufgetreten wäre. In der Kanzlei hat sie es jedoch schwer, Anerkennung für ihre Arbeit zu finden, da man dort an derartig "unkonventionelle" Methoden nicht gewöhnt ist. Doch "der Zweck heiligt die Mittel", heißt es so schön, und der Erfolg gibt ihr letztendlich Recht.

Für ein Privatleben reicht es bei einer berufstätigen Frau und Mutter aber kaum noch, so dass Erin ihre Kinder zunächst bei einer eher unzuverlässigen Tagesmutter lässt, bis sie ihren neuen Nachbarn kennen lernt, den ebenfalls recht unkonventionellen George (Aaron Eckhart). George ist freiwillig arbeitslos und hat offensichtlich einen Draht zu Kindern. Arbeit sucht er nur, wenn sein Geld zuende ist. Die anfängliche Zweckgemeinschaft entwickelt sich bald zu einer Romanze, der Erin jedoch ebenso wenig gerecht werden kann wie ihren Mutterpflichten.

Der Film schildert nicht nur einen interessanten Rechtsfall, sondern auch die Sorgen und Nöte einer alleinerziehenden Mutter in unserer Gesellschaft. Kinder und Berufsleben lassen sich trotz aller "Emanzipation" nach wie vor nur schwer vereinbaren. Auch wenn man kein ausgesprochener Fan von Julia Roberts ist, muss man zugeben, dass man für Erin Brockovich kaum eine bessere Besetzung hätte finden können. Sowohl die Plänkeleien mit ihrem Boss Ed Masry als auch die intensiven Szenen mit George spielt sie mit großer Hingabe und Einfühlsamkeit, so dass man den Eindruck gewinnt, es mit "wirklichen" Menschen zu tun zu haben. Übrigens kommt dieser Film gänzlich ohne Sex aus, ohne an Intensität oder Attraktivität zu verlieren.

Ein Meilenstein in Julia Roberts Karriere und einem breiten Publikum zugänglich, ist Erin Brockovich ein Film, den man nicht auslassen sollte.


Filmkritik von Monika Hübner

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