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Emmas Glück| Kritik

Kinostart
2006



Handlung

Emma (Jördis Triebel) lebt mit ihren Schweinen und Hühnern allein auf dem heruntergewirtschafteten Hof, den sie von ihrem Großvater geerbt hat. Die Gläubiger warten schon vor ihrer Tür, als eines Nachts das Glück in Gestalt von Max (Jürgen Vogel) buchstäblich vor ihren Füßen landet. Max, der gerade erfahren hat, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, ist eigentlich auf dem Weg nach Mexiko, wo er seine letzten Monate verbringen will. Dumm nur, dass ihm dafür das nötige Kleingeld fehlt, weshalb er sich kurzerhand beim Schwarzgeld im Autohaus seines Freundes und Arbeitgebers Hans (Martin Feifel) bedient. Als dieser ihn dabei überrascht, lässt Max auf seiner überstürzten Flucht auch noch einen Jaguar mitgehen.

Die wilde Verfolgungsjagd endet auf Emmas Hof; sie zieht den bewusstlosen Max aus dem Wagen, findet dabei die Schachtel mit den gut 67.000 Euro und beschließt, mit dem unverhofften Geldsegen ihre Gläubiger zu beschwichtigen. Um zu vertuschen, dass sie das Geld an sich gebracht hat, übergießt sie den Jaguar mit Mofabenzin und steckt ihn an. Max erzählt sie, sie habe außer ihm leider nichts retten können, bevor der Wagen in Brand geriet.

Wer sich nun wundern sollte, warum die Polizei den Unfall nicht näher untersucht, muss sich mit der Erklärung zufrieden geben, dass Dorfpolizist Henner (Hinnerk Schönmann), der nie ohne seine kettenrauchende Mutter Streife fährt, sich Hoffnungen auf Emma macht. Max beschließt indessen, dass es besser ist, seine nicht ganz weiße Weste vorerst in Emmas Scheune und später in ihrem Bett zu verstecken. Als schließlich auch noch Hans auftaucht, der sein Geld und seinen Jaguar zurückhaben will, spitzt die Situation sich zu...


Filmkritik | Emmas Glück

Wer sich auf diesen Film einlässt, muss zunächst einmal bereit sein, über so manches Handlungsloch hinwegzusehen. Einige davon sind so groß, dass der geklaute Jaguar problemlos hindurchpasst. Nicht nur, dass die beiden scheinbar ehrbaren Protagonisten plötzlich kriminelle Neigungen entwickeln, vor allem das Verhalten der Polizei - in diesem Fall des verliebten Henner - hat meine Gutgläubigkeit auf eine harte Probe gestellt. Der Schluss erschien mir dann fast noch konstruierter und hanebüchener, aber vielleicht bin ich schlichtweg nicht romantisch genug, um meinen Verstand radikal abzuschalten, wenn es um die (offensichtlich ganz) große Liebe geht. Liebe macht blind - aber so blind, dass alle um einen herum ebenfalls erblinden? Es fällt mir schwer zu glauben, aber das mag jeder für sich entscheiden.

Emmas Glück entbehrt nicht eines gewissen Charmes, das will ich gern eingestehen; es macht Spaß, den beiden Hauptdarstellern zuzusehen, die es immerhin fast schaffen, mir vorzugaukeln, dass so eine Geschichte in Deutschland tatsächlich passieren könnte. Aber eben nur fast. Auch die tragische Note des Films vermochte ihn für mich nicht glaubhafter zu machen, so sehr man in gewisser Hinsicht auch Wert auf Realismus gelegt hat. Daher: netter Versuch, aber leider nur ein halber Erfolg.


Filmkritik von Monika Hübner

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Alternativ- bzw. Originaltitel
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