Eine offene Rechnung - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Eine offene Rechnung| Kritik 8/10

Kinostart
22.09.2011



Handlung

Nun könnte sich alles ändern. Die drei Mossad-Agenten Stephan (Tom Wilkinson) und Rachel (Helen Mirren) und David (Ciarán Hinds) werden seit einem Auftrag vor 30 Jahren in Ost-Berlin wie Helden verehrt. Tatsächlich scheint ein großer Teil ihres beruflichen Lebens auf einem Lügenkonstrukt zu basieren. Stefan und Rachel erfahren unglaubliches über ihren Kollegen David. Eine schmerzhafte Reise zurück in die Vergangenheit...


Filmkritik | Eine offene Rechnung

Mit großartigen Effekten kann „Eine offene Rechnung“ sicherlich nicht aufwarten. Dem Zuschauer wird keine effektgeladene Action-Verfolgungs-Hatz à la Bourne-Trilogie präsentiert. Wer das erwartet, der wird definitiv enttäuscht werden. Doch Regisseur John Madden – nicht zu verwechseln mit der US-amerikanischen Football-Legende – weiß auf andere Art und Weise Akzente zu setzen. Es ist die Atmosphäre, von der der Film die gesamten 114 Minuten über lebt.
Die Handlung von „Eine offene Rechnung“ wird in zwei parallelen Strängen erzählt. Zwischen 1965 und 1997 wird immer wieder hin- und hergesprungen. Damit erhält der Film eine ziemlich starke Fragmentierung, die jedoch nicht störend wirkt. Zugegebenermaßen ist diese Methode nicht unbedingt neu. Doch muss man Regisseur Madden zu Gute halten, dass ihm diese ausgezeichnet gelungen ist. Dafür sorgen die einzelnen Episoden, die niemals langweilig oder übermäßig in die Länge gezogen wirken. Zwar gibt es – wie bereits erwähnt – nicht viele Action-Szenen zu bewundern, der Film nimmt jedoch durch die fast ausnahmslos intelligenten Dialoge zunehmend an Fahrt auf.

Die beschriebene Stimmung entsteht in erster Linie durch den gewählten und gekonnt in Szene gesetzten Drehort. Für das 60er Jahre Ost-Berlin-Setting wurde Budapest auserkoren, eine ausgezeichnete Wahl des Regisseurs. Allein der Anblick grauer Beton-Wände weckt nichts als Beklemmung im Zuschauer. Hinzu kommt die durchweg gute bis sehr gute schauspielerische Leistung aller Beteiligten. Lediglich Sam Worthington sollte jemand ans Herz legen, etwas weniger zu drehen, auch wenn er mit „Eine offene Rechnung“ eine sehr gute Wahl getroffen hat. In den letzten beiden Jahren war er hauptsächlich als mehr oder weniger stumpfer Action-Star in den Lichtspielhäusern zu bewundern. Es wäre sehr ärgerlich, wenn er auf solche Rollen festgelegt werden würde.

Eine offene Rechnung“ lässt sich auf keinen Fall als leichte Kost bezeichnen. Das ganze Thema ist nach wie vor recht heikel und fordert vom Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit. Wer sich von einem Gute-Laune-Film berieseln lassen möchte, der trifft mit „Eine offene Rechnung“ die eindeutig falsche Wahl. Der Film lädt insbesondere in Deutschland geradezu zur Selbstreflexion ein. Die Frage stellt sich allerdings, wer das tatsächlich möchte, einen Film zum Anlass zu nehmen, über sich selbst und Geschichte nachzudenken. In anderen Ländern hingegen kann es passieren, dass der Film insgesamt auf wenig Interesse stößt und gar nicht erst in den Kinos anläuft. Aufgrund der gesamten Thematik und der filmischen Umsetzung wird es „Eine offene Rechnung“ nicht unbedingt leicht haben. Wer sich auf ihn einlässt, den erwartet absolut spannende Unterhaltung bis zur letzten Minute.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Offene Rechnung, Eine

© Universal Pictures International

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 7 * 9 - 20 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Eine offene Rechnung abspielen

Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Debt




Benutzername

Passwort

Anzeige