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Eine dunkle Begierde| Kritik 7/10

Kinostart
10.11.2011



Handlung

In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels treffen die beiden wichtigsten Analytiker der menschlichen Psyche aufeinander: C.G. Jung (Michael Fassbender) und Sigmund Freud (Viggo Mortensen) arbeiten an bahnbrechenden Erkenntnissen, die das moderne Denken revolutionieren sollen. Als die verführerische Sabina Spielrein (Keira Knightley) auftaucht, geraten sie an ihre Grenzen...

In seine Klinik in Zürich eingeliefert, ist Sabina für Jung nicht nur eine psychisch labile Patientin von vielen. Der geheimnisvollen Anziehungskraft seines Studienobjekts kann er sich nicht entziehen und eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Als diese jäh endet, flüchtet Sabina zu Jungs Mentor Sigmund Freud nach Wien, der sich ihrer Faszination ebenso wenig entziehen kann. Er nimmt sie bei sich auf und bildet sie zur Analytikerin aus. So wird Sabina letztlich zur Muse beider. In einem Machtkampf intellektueller Eitelkeiten werden aus einstigen Freunden erbitterte Gegenspieler...


Filmkritik | Eine dunkle Begierde

Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, so gebührt Keira Knightley (den meisten bekannt aus „Fluch Der Karibik“) zweifelsohne die meiste Aufmerksamkeit. Es ist kaum zu glauben, wie hässlich diese Frau aussehen und wirken kann. So verfügt sie am Anfang des Films über einen merkwürdig anzusehenden Überbiss und schiefe Zähne. Hinzu kommen Zuckungen, die ihren Körper durchfahren. Während sie sich normalerweise dadurch auszeichnet, dass Männer ihre Schönheit bewundern, geschieht es bei „Eine dunkle Begierde“, dass man sich als Zuschauer in seinem Kinositz schrecklich unwohl zu fühlen beginnt. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass diese Darbietungen teilweise fast schon eine unfreiwillig komische Wirkung haben. Eindrucksvoll ist aber allemal, wie sich ihr Charakter im Laufe der Dekade, die den Film umspannt, entwickelt.

Die anderen Figuren bleiben im Vergleich leider etwas blass. Michael Fassbender als Carl Jung weiß gar keinen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Viggo Mortensens („Der Herr der Ringe“, „The Road“) Darstellung von Sigmund Freud ist etwas enttäuschend. Zwar überrascht er als Schauspieler erneut mit einer nicht erwarteten Vielseitigkeit, dennoch wirkt sein Freud eher wie ein verknöcherter alter Mann, der selbst über keine gelebte Sexualität verfügt und nur deshalb Probleme in ebendieser zu ergründen sucht. Damit verkommt Freud teilweise zu einer Witzfigur. Das ist zwar an der einen oder anderen Stelle ganz lustig, ob dies aber dem Film an sich dienlich ist, bleibt fraglich.

An dieser Stelle wird auch der große Schwachpunkt von „Eine dunkle Begierde“ sichtbar, denn der Film weiß anscheinend nicht so recht, was er sein möchte. Einerseits handelt es sich um ein Drama, das ernst genommen werden möchte. Trotz des Plots gibt es fast keine nackte Haut zu sehen, insgesamt bleibt der Film ständig ernst und schwer. Andererseits gibt es – wie mit Hinblick auf Freud erwähnt – öfter diese scheinbar witzigen Bezüge, die einfach nicht so recht ins Bild passen möchten. Es scheint, als hätten die Produzenten trotz des ernsten Themas versucht, doch noch eine Portion Popcorn-Kino unterzubringen. Somit wurde verpasst, eine wirkliche inszenatorische Tiefe zu erreichen.
Für einen unterhaltenden Film ist „Eine dunkle Begierde“ einfach zu schwer verdaulich. Akademiker hingegen werden sich womöglich an der ungenügenden historischen Genauigkeit stören. So unterhalten sich Sigmund Freud und Carl Jung zum Beispiel in der Art und Weise, als wüssten sie längst, welche Bedeutung die Psychoanalyse, die zu diesem gerade noch in den Kinderschuhen steckte, einmal einnehmen würde.

Insgeheim soll bereits über einen Oscar gemunkelt werden. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, wird sich erst noch zeigen müssen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Dunkle Begierde, Eine

© Universal Pictures International

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Steckbrief
Regie
David Cronenberg

Darsteller
André Dietz, André Hennicke, Arndt Schwering-Sohnrey, Franziska Arndt, Keira Knightley, Michael Fassbender, Mignon Remé, Sarah Gadon, Viggo Mortensen, Vincent Cassel

Genre
Drama, Thriller

Tags
Psychiater
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kanada

Alternativ- bzw. Originaltitel
A Dangerous Method




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