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Auftrag Rache| Kritik 8/10

Kinostart
11.03.2010



Handlung

Thomas Craven (Mel Gibson) ist ein pensionierter Detektiv der Mordkommission des Boston Police Departments. Als sein einziges Kind, die 24-jährige Emma (Bojana Novakovic), vor seinen Augen ermordet wird, ist jeder davon überzeugt, dass er das eigentliche Ziel war. Ohnmächtig vor Trauer und umso verbissener macht sich Craven an die Aufklärung des Verbrechens und stellt bald fest, dass seine Tochter ein Doppelleben führte. Bei seinen Recherchen stößt er auf eine gefährliche Parallelwelt aus Korruption, Erpressung und Mord – und schließlich auf den undurchsichtigen Regierungsagenten Darius Jedburgh (Ray Winstone), der alles daransetzt, die Beweise des Mordes zu beseitigen. Cravens verzweifelte Suche nach Antworten wird immer mehr zur Odyssee eines Mannes, der nichts zu verlieren hat.


Filmkritik | Auftrag Rache

Der Film "Auftrag Rache" ist Mel Gibsons erste Hauptrolle seit fast acht Jahren Leinwandabstinenz. Das Werk basiert auf einer vielumjubelten und preisgekrönten britischen Miniserie aus dem Jahr 1985, von der die Produzenten offenbar erhoffen, dass wir sie nicht kennen. Denn das sechsteilige Original ist ein hochkomplexes Produkt des Thatcher-Englands der 80er Jahre - eine ehrgeizige und scharfsinnige Auseinandersetzung mit Themen wie Umweltschutz, nuklearer Bedrohung und den Machenschaften von zwielichtigen und kaum zu durchschauenden Regierungsorganisationen, welche ihre Geschäfte fernab und geschützt vor der Öffentlichkeit in dunklen Räumen abwickeln. Es dürfte kaum überraschen dass die Hollywood Version den Handlungsablauf um die politischen Komponenten reduziert und sich auf das konzentriert, für dessen Darstellung Mel Gibson zugegebenermaßen wie geschaffen ist: Unbändigen, väterlichen Rachedurst. Umso interessanter erscheint dabei, dass mit Martin Campbell der Mann Regie führt, der schon beim Original das Sagen hatte.

Der Hinweis auf die gestraffte Handlung impliziert übrigens nicht, dass Gibsons Charakter Tom Craven nicht auf vielfältige Spuren der Korruption bis in höchste Business- und Regierungskreise stößt. Letztlich dienen diese aber nur der Suche nach dem Mörder seiner Tochter und finden somit, auch von Zuschauerseite, nur oberflächliche Beachtung. Dass dies nicht negativ ins Gewicht fällt liegt daran, dass Gibson es auch nach Jahren im Offscreen-Modus nicht verlernt hat, einen Film durch seine bloße Leinwandpräsenz zu tragen, auch wenn er im Original mit einem etwas merkwürdigen Bostoner Akzent daher kommt. Als grimmige Ein-Mann-Armee erinnert seine performance ein wenig an seine "Mad Max" Wurzeln, wenngleich man nicht umhin kommt zu attestieren, dass er seinen Auftritt als Racheengel inzwischen perfektioniert hat. "Ich bin der Typ, der Nichts zu verlieren hat" eröffnet er an einer Stelle vielsagend einem seiner Widersacher und genau dies wird auch im furiosen Finale deutlich, bei welchem zartbesaitete Gemüter vielleicht etwas tiefer in den Kinosessel rutschen werden.

Regisseur Martin Campbell, der zuletzt durch sein mutiges James Bond Reboot "Casino Royale" von sich reden machte, scheint kein Problem damit zu haben, erzählerische Substanz zugunsten von visuellem Style zu opfern. Vielleicht war er aber auch einfach realistisch genug zu erkennen, dass man die verschachtelte Erzählstruktur einer sechsteiligen Miniserie unmöglich in einem zweistündigen Film unterbringen kann. Sein geradliniges Remake verlässt sich auf die starke Betonung der Grundthemen Verlust, Frustration und Korruption und natürlich auf Gibsons starke Leinwandpräsenz. Am Ende ist eigentlich nicht wirklich Irgendetwas gelöst, außer dass eine Menge niederträchtiger Menschen jetzt Kugeln in wichtigen Organen stecken haben. Aber auch wenn die Schattenmänner weiterhin im Dunkeln ihr Unwesen treiben, so haben wir doch die Gewissheit, dass zumindest ihre Handlanger auch zukünftig ihr Fett abbekommen werden.


Filmkritik von Gastautor

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