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Drive Angry 3D| Kritik 5/10

Kinostart
24.02.2011



Handlung

Der abgebrühte Kriminelle Milton (Nicolas Cage) ist ausgebrochen, um sich eine letzte Chance auf Erlösung zu erkämpfen. Er muss einer barbarischen Sekte das Handwerk legen, die seine Tochter ermordet hat. Nur drei Tage bleiben ihm, bevor die Fanatiker bei Vollmond auch seine kleine Enkelin opfern. Seine Wut treibt ihn dazu, alle menschlichen Grenzen zu überwinden, um sich einen letzten Rest Menschlichkeit zu bewahren...

Unterstützt wird Milton von der jungen und attraktiven Kellnerin Piper (Amber Heard), die zu diesem Zweck den Sportwagen ihres Ex-Freundes klaut. Gemeinsam heften sie sich an die Fersen des Sektengurus Jonah King (Billy Burke) und seiner mörderischen Jünger. Kaltblütig lässt King auch die Letztenseiner Getreuen von Miltons hochfrisiertem schwarzem 71er Challengerniederwalzen, um sein Schicksal zu erfüllen und die Hölle auf Erden zuentfesseln.


Filmkritik | Drive Angry 3D

Bei Nicolas Cages Rollenauswahl scheiden sich die Geister. Der Schauspieler macht keinen Hehl daraus, dass er ein Faible für lautes, debiles Popcornkino besitzt und des Geldes wegen auch so manche cineastische Fehltritte in Kauf nimmt. Seine immer währenden Geldprobleme sorgen inzwischen dafür, dass er anstatt den Drehbücherm, nur noch die Gewinnprognosen studiert. In den letzten fünf Jahren hatte er elf Kinorollen gespielt, wovon gerade mal „Kick-Ass“ und „Bad Lieutenant“ aus der Masse herausragen. Sollte sich jemand noch dem Irrglauben hingeben: „Drive Angry 3D“ ist bloß ein weiterer Sargnagel in Cages schauspielerischer Reputation. Aber zugegeben, ein Vergnüglicher.

Die Zielgruppe von „Drive Angry 3D“ ist schnell gefunden: Alle Fans von Nicolas Cages „Er war verschuldet und brauchte das Geld“-Phase und auch Freunde von Robert Rodriguez Filmschaffen dürften sich bei diesem Testosteron schwangeren Filmungetüm sehr wohl fühlen. Genaugenommen treffen sich in „Drive Angry 3D“ drei Filme. „Ghost Rider“, „Nur noch 60 Sekunden“ und „Shoot ’Em Up“, nur ohne Mohrrüben. Dafür ersetzte die langbeinige Gazelle Amber Heard den Posten der damals erblondeten Angelina Jolie und William Fichtner den Part von Peter Fonda. Und den beiden Schauspielern ist zu verdanken, dass der Film auch abseits seiner Gewaltexzesse für Stimmung sorgt. Fichtner fristet seit jeher ein Dasein als ewiger Nebendarsteller, der aber jede seiner Rollen mit Charakter und einer gewissen Präsenz erfüllt. Nicolas Cage dagegen vermag es, trotz seiner ewig gleichen Mimik, als entflohener Untoter ab der ersten Minute die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Seine Rolle des Milton treibt es wahrlich wild, schießt, schreit, schlachtet und ejakuliert was das Zeug hält. Selbst der 3D-Effekt macht Spaß und wird nicht überstrapaziert. Aber bedient im Grunde nur das Vorurteil, dass die Stereoskopie nur ein hohles Blendwerk für hohle Filme ist. „Drive Angry 3D“ bietet technisch ansehnliches, inhaltlich lautes Exploitationskino der alten Schule. Roh und blutig, wer feinen Wortwitz oder geistreiche Wendungen erwartet, von Ästhetik und Geschmack ganz zu schweigen, ist hier definitiv falsch.

Die größte Kritik muss sich „Drive Angry 3D“ im letzten Akt gefallen lassen, den er in den blutgetränkten Sand setzt. Das anfängliche Tempo geht vollkommen flöten, stattdessen verliert sich der Film in unnötigen, sentimentalen Erklärungsversuchen und spannungsarmen Geplänkel. Auch wirkt der ganze Film zu gestellt und zu gekünstelt. Wahre Coolness verströmt der Film zu keiner Sekunde, selbst der Münzen drehende Buchhalter alias William Fichtner vermag daran nichts zu ändern. Was bleibt ist ein rohes Stück Fleisch, das durchaus genießbar ist, aber mehr als nur einmal im Hals stecken bleibt.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Drive Angry 3D

© Warner Bros. Pictures

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