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Drei| Kritik 7/10

Kinostart
23.12.2010



Handlung

Seit 20 Jahren sind Hanna (Sophie Rois) und Simon (Sebastian Schipper) ein Paar. Sie leben in Berlin, nebeneinander und miteinander in kämpferischer Harmonie. Sie sind attraktiv, modern, gereift, kinderlos, kultiviert, ernüchtert. Fremdgehen, Kinderwunsch, Zusammenziehen, Fehlgeburten, Flucht und Rückkehr: die Kulturmoderatorin und der Kunsttechniker haben vieles hinter sich, aber nicht mehr ganz so viel vor. Bis sich beide, ohne voneinander zu wissen, in denselben Mann verlieben. Adam Born (Devid Striesow), Stammzellenforscher. Ein Mensch mit vielen Gesichtern, charmant, geheimnisvoll, ein Mann der Tat, kein Zauderer. Erst lässt sich Hanna mit ihm ein, wenig später auch Simon. Heimlich führen sie ihre Affären mit Adam, nicht ahnend, wie sehr das Geheimnis, das sie voreinander haben, sie miteinander verbindet. Erst als Hanna unverhofft schwanger wird, werden die drei Liebesbeziehungen ernsthaft auf die Probe gestellt.


Filmkritik | Drei

Über ein Jahrzehnt ist es bereits her, das Tom Tykwer mit „Lola rennt“ mehr oder weniger deutsche Film- und Regiegeschichte schrieb. Nun versucht er mit seinem neuesten Drama „Drei“ wieder einen nationalen Regieversuch – und versetzte bereits Monate vorher alle Fans und Kritiker in Spannung.

Eines stand bei „Drei“ von vorneherein fest: die Erwartungen, die auf Tykwer lasteten, waren und sind verdammt groß. Immerhin wurde sogar ein Filmpreis (die „Lola“) nach seinem gefeierten Filmdebüt benannt und seine Umsetzung von Süskinds „Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders“ wurde ein internationaler Erfolg. Da ist es geradezu unumgänglich, dass Tykwer irgendwann vielleicht nicht mehr alle Erwartungen erfüllen kann. Doch wie sieht es aktuell aus?

Schauen wir uns erst einmal die grobe Geschichte an, der sich „Drei“ annimmt. Nämlich den Problemen einer Horde tragischer Mittdreißiger in der schönen Großstadt Berlin. Klingt auf den ersten Blick gewöhnlich, altbacken und wenig individuell? Ja und nein. „Drei“ ist sehr realistisch und weiß die Problematiken, um die sich das Leben kurz vor der Mitte des Lebens so dreht, sehr gut in den Vordergrund zu stellen. Da sind der Tod der Eltern, ernsthafte Beziehungs- und Nachwuchsfragen, Zukunfts- und Versagensängste und die ersten, scheuen Blicke zurück auf das, was man bisher in seinem Leben erreicht hat.

Soweit wissen Tykwer und sein Team vor allen das Mittdreißiger-Publikum zu überzeugen – der Verdacht liegt aber nahe, dass jüngere Zuschauer mit der Thematik noch nicht allzu viel anfangen können werden. Älteres Publikum schaut vielleicht wissentlich auf diese Zeit zurück. Problematischer sieht es mit dem aus, was Tykwer alles in seinem Film verarbeiten und unterbringen will. Denn das ist streckenweise einfach viel zuviel. Die Hauptpersonen sucht innerhalb von 120 Filmminuten nicht nur ein Schicksal heim, sondern scheinbar alle Schicksalsschläge, die nur irgendwie möglich sind. Leben und leiden tun in „Drei“ übrigens unter anderem Angela Winkler („Die Blechtrommel“), Sofie Rois („Böses Erwachen“), Sebastian Schipper („Die blaue Grenze“) und David Striesow („Blaubeerblau“) – und das zugegeben sehr glaubwürdig, realistisch und gut. Und auch über die gelungene Szenensetzung, die geradlinige Kameraführung und die untermalende Filmmusik lässt sich nicht meckern.

Allerdings wird man das Gefühl trotzdem nicht los, das Tykwer es mit „Drei“ nicht nur dem Publikum, sondern auch sich selber irgendwie beweisen wollte. Dabei hat er leider mehr als nur ab und zu dramatisch und storytechnisch viel zu dick aufgetragen. Dennoch weiß „Drei“ zu überzeugen und auch zu begeistern. Mindestens wenn man selber Mitte Dreißig ist... und vielleicht auch davor und danach.


Filmkritik von Gastautor

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Drei

© X Verleih AG

Kommentare


pünktchen
28.02.2011, 09:51:30
Ich finde die Kritik sehr gut und ärgere mich über den Kommentar von zebrano. Allerdings hatte ich mit dem Film auch so meine Mühe, da er einfach zu überladen ist. Weniger hätte dem ganzen wirklich gut getan. Ansonsten war es ein "typischer" Tom Tykwer Film - hervorragende Schauspieler, tolle Ideen, gute Dialoge und Musik, aber von der Story und Umsetzung von vorne bis hinten ein Märchen. Das kann man mögen. Mir war es zu verschwurbelt...
zebrano
07.01.2011, 13:01:37
das man so einen film in irgendeiner weise für gut halten kann ist mir völlig unverständlich.
ist das die neue beziehungsformel,hetero+homo+hetero?
und im plot muss man dann wirklich kotzen.
ich finde es peinlich das so ein film überhaupt so einen rang im deutschen film einnimmt.achja,es sollte ja eine kommödie sein.wie wizig.

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