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Drag Me to Hell| Kritik 8/10

Kinostart
11.06.2009



Handlung

Christine Brown (Alison Lohman) lebt in Los Angeles und führt ein glückliches Leben zusammen mit ihrem Freund Clay Dalton (Justin Long). Sie arbeitet als Sachbearbeiterin für Kredite und so entscheidet sie über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Eine undankbare Aufgabe, entscheidet sie doch so zum Teil über Existenzen. Christine könnte in ihrem Job aufsteigen, wenn sie nur etwas skrupelloser mit Wackelkandidaten umgehen würde. Bei einer Zigeunerin, die sie um Hilfe anbettelt, bietet sich ihre Chance - sie hätte ihr ein Darlehen bewilligen können, entschließt sich aber mit schlechtem Gewissen dagegen, um bei ihrem Chef (David Paymer) zu punkten. Eine Entscheidung, die nicht folgenlos bleibt.

Christines Leben verwandelt sich zu einem Alptraum. Die jetzt obdachlose Zigeunerin belegt sie mit einem schwerwiegenden Fluch. Hilfesuchend wendet sich Christine an den Hellseher Jas (Dileep Rao), der ihr einen möglichen, aber schwierigen Weg aufzeigt, der ewigen Verdammnis zu entgehen. Doch die Zeit spielt gegen Christine und sie muss eine Entscheidung treffen: Wie weit wird sie gehen, um sich von dem Fluch wieder zu befreien?!


Filmkritik | Drag Me to Hell

Welcome back to the darkside. Über 20 Jahre ist es nun her, dass Sam Raimi dem Horrorgenre den Rücken kehrte, um im Mainstream beachtliche Erfolge zu erzielen. Dass sein Herz immer noch zu einem großen Teil den effektvollen Gruselgeschichten gehört, zeigt Drag Me To Hell auf beeindruckende Weise und setzt so ganz nebenbei einen gelungenen Kontrapunkt zu den aktuellen Themen des Genres. Besonders wohltuend dabei: Raini fühlt sich nach wie vor den elementaren Grundsätzen der Phantastik verpflichtet, verzichtet auf den fast pathologischen Splatterwahn der SAW-Generation und erschafft dabei mit fast spielerischer Leichtigkeit eine wundervolle Gruselstory, die schon fast virtuos mit den Klischees des Horror-Thrash-Kinos der 90er Jahre jongliert. Dass sich Raimi an mancher Stelle selbst zitiert, sei ihm verziehen, denn er tut dies stets mit einem spürbaren Lächeln.

Natürlich: Die Story ist nicht umwerfend originell, aber das waren Sam Raimis Geschichten selten. Solchen augenscheinlichen Schwächen begegnet er mit einem Füllhorn origineller Ideen und einer temporeichen Inszenierung, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in ihren Bann zieht. Raimi ist spürbar an seine Ursprünge zurückgekehrt und das, was den Spiderman-Blockbustern vollkommen fehlt – nämlich der Mut, eigenständig und unkonventionell zu sein – findet sich bei Drag Me To Hell in hohem Maße und mit einer haarsträubenden Story, die technisch meisterhaft inszeniert wurde. Wie in seinen frühen Werken (bis zu Army Of Darkness) sind auch hier die Special Effects liebevoll per Hand gestaltet, was dem Film einen großen Teil seiner speziellen Atmosphäre verleiht und die aufwändige und trotzdem spielerisch leicht wirkende, optische Umsetzung zusätzlich adelt.

Zudem gewinnt Drag Me To Hell durch eine überzeugende Besetzung. Hauptdarstellerin Alison Lohman brilliert über die gesamte Spielzeit und macht auch in den verrücktesten Szenen eine perfekte Figur. Die Toneffekte und die Musik sind – auch typische Raimi – über jede Kritik erhaben und unterstützen das Geschehen auf der Leinwand auf fast geniale Weise. Das eigentlich Wundervolle an Drag Me To Hell ist aber seine Ungezwungenheit und die bewusste Loslösung vom zeitgenössischen Horrorkino.

Unter dem Strich bleibt ein unterhaltsamer, augenzwinkernder Gruselstreifen, der anderthalb Stunden lang perfekt unterhält. Hartgesottene Splatterfans mögen sich hier gelangweilt abwenden und nach gewohnt blutrünstigerer Kost verlangen – sie verpassen damit andererseits ein zeitloses Stück Unterhaltungskino, das mit einem wirklich furiosen Finale aufzuwarten weiß.


Filmkritik von Gastautor

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Drag Me to Hell

© Universal Pictures International

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