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Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn| Kritik 6/10

Kinostart
20.09.2007



Kale (Shia LaBeouf) ist ein vom Tod seines Vaters traumatisierter 17-jähriger Teenager. Schon mehrfach ist er der Polizei aufgefallen und seine Mutter Julie (Carrie-Anne Moss) kann dem Treiben nur hilflos zusehen. Eines Tages ist es dann so weit. Kale wird von einem Gericht zu drei Monaten Hausarrest verurteilt - mittels einer elektronischen Fußfessel. Sich seinem Schicksal fügend, nutzt der Junge die Zeit um seine Nachbarn mit einem Fernglas zu beobachten. Dabei fällt ihm der sonderbare Turner (David Morse) ins Auge. Irgend etwas stimmt an dem Kerl nicht. Zusammen mit der attraktiven Nachbarstochter Ashley (Sarah Roemer), möchte Kale dem sonderbaren Gebaren von Turner auf den Grund gehen...

Der Thriller Disturbia ist ein Remake des berühmten Alfred-Hitchcock-Films "Das Fenster zum Hof" von 1954, jedoch für ein jugendliches Publikum aufbereitet. Kritisch zu betrachten ist der massive Einsatz von "product placement" im Film. Unabhängig davon ebnete die Rolle des Kale, dem Schauspieler Shia LaBeouf, den Weg für weitere Hauptrollen in Kinofilmen (Transformers, Indiana Jones 4).


Filmkritik | Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn

Wer den Klassiker "Das Fenster zum Hof" von Altmeister Alfred Hitchcock kennt, dürfte einige Parallelen zu "Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn" entdecken. Auch wenn das Remake verstärkt auf neue Videotechnik setzt und es nicht nur beim simplen Fernglas bleibt, bedient sich Regisseur D. J. Caruso munter bei Mr. Thriller höchstpersönlich und macht aus dem Film spannendes Popcorn-Entertainment für die MTV-Generation.

Dabei beginnt "Disturbia" eigentlich recht harmlos. Man sieht Vater und Sohn in trauter Zweisamkeit beim Angeln vor malerischer Kulisse und auf der Heimfahrt. Perfektes Familienglück. Doch der Schein trügt. Schon kurze Zeit später wird deutlich, dass hier nichts ist, wie es scheint. Eine Tatsache, die symbolisch für den gesamten Film steht.

Shia LaBeouf nimmt man die Rolle als rebellierender Teenager zweifellos ab und Sarah Roemer, die Ashley spielt, weiß in den wenigen Momenten ihrer Leinwandpräsenz zumindest optisch zu überzeugen. Carrie-Anne Moss, die vielen nur als Trinity aus "Matrix" ein Begriff sein dürfte, gelingt das als besorgte Mutter weniger. Sie ist schauspielerisch eindeutig unterfordert und steht im Schatten ihres eigenen Filmsohnes. David Morse kann in seiner Rolle als freundlicher Nachbar mit einem Hang zu perfiden Psychospielchen dagegen alle Register ziehen und beherrscht vor allem eines: Einen Blick, der sämtliche Nackenhärchen des Zuschauers ins Senkrechte befördert.

Caruso weiß die 90 Minuten zu füllen, indem er alle möglichen Vorort-Klischees erfüllt. Der Geschäftsmann, der seine Frau mit der Haushälterin betrügt, die Nachbarjungs, die sich heimlich Schmuddelfilmchen ansehen und natürlich das hübsche Mädchen von nebenan, das vorwiegend im Pool schwimmt und sich keine Gardinen leisten kann. Die meiste Zeit kann er den Zuschauer wirklich verwirren und während der Hauptcharakter an seinem Geisteszustand zweifelt, tut man es selbst auch. Irgendwann muss Caruso allerdings den Vorhang lüften und ab dann beginnt die größte Schwachstelle des Films: Das Finale. Das Haus von Mr. Turner scheint plötzlich die Ausmaße einer Burg zu haben, das unterirdische Verlies könnte unrealistischer kaum sein. In den letzten Minuten verliert "Disturbia - Auch Killer haben Nachbarn" sämtliche Spannung und Glaubwürdigkeit und zerstört damit alles, was vorher mühsam und mit vielen Schockmomenten aufgebaut wurde. Dennoch retten die Hauptdarsteller über die blassen Schlussszenen hinweg und machen den Teenie-Thriller zu einem durchaus sehenswerten Streifen, der besser als sein Ruf ist. Wer in Zukunft ein Fernglas sieht, wird sich wohl zwei Mal überlegen, ob er einen Blick hindurch wirft.


Filmkritik von Gastautor

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Disturbia

© Paramount Pictures International

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