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District 9| Kritik 7/10

Kinostart
10.09.2009



Handlung

Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Die Menschen rechneten daraufhin mit einem feindlichen Angriff oder einem gigantischen technologischen Fortschritt. Doch nichts davon trat ein. Stattdessen waren die Kreaturen Flüchtlinge ihres Heimatplaneten. Während die Nationen der Welt darüber diskutierten, was mit ihnen geschehen soll, wurden sie in einem Notauffanglager interniert – im District 9.

Jetzt, nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen, sind alle Nationen mit ihrer Geduld am Ende. Die Kontrolle über die nicht-menschliche Spezies wird einem privaten Unternehmen übertragen, der Multi-National United (MNU). Der Konzern ist jedoch nicht am Wohl der ungeliebten Besucher interessiert, sondern verfolgt nur ein Ziel: Mit den mächtigen Waffen der Aliens großen Profit zu machen. Doch bislang sind alle Versuche, diese Waffen zu aktivieren, fehlgeschlagen – denn dazu braucht man Alien-DNA.

Die wachsenden Spannungen zwischen den Außerirdischen und den Menschen erreichen ihren Höhepunkt, als die MNU damit beginnt, alle nicht-menschlichen Wesen vom District 9 in ein neues Camp zu verlegen. Bei dieser Evakuierung infiziert sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe (Sharlto Copley) mit einem mysteriösen Virus, das seine DNA verändert. Plötzlich wird Wikus zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde – denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Alien-Technologie zu lüften. Geächtet und ohne Freunde, gibt es für ihn nur einen Ort, um sich zu verstecken: District 9.


Filmkritik | District 9

Manchmal geschehen noch richtige Kinowunder. Der Science-Fiction-Film „District 9“ ist eines davon. Ein düsterer Genrefilm aus Südafrika erobert den US-amerikanischen Markt – und spielt dort an den Kinokassen Rekordergebnisse ein. Was nicht allein an einer genialen Marketingstrategie liegt, die die Macher zuvor mit Ankündigungen und Plakaten in die Welt gesetzt hatten. So waren in Bussen Sitzplätze „nur für Erdenbewohner“ registriert.

Regisseur Neill Blomkamp, Insidern als Special-Effects-Spezialist bekannt, hat seine filmische Alien-Parabel mit einem kräftigen Schuss dunkler Melancholie versehen. Erzählt wird die Geschichte mit quasi dokumentarischen Mitteln. Statt des gelackten Futurismus pflegt der Südafrikaner einen Stil, der unmittelbar und beklemmend authentisch wirkt. Große Teile des von Peter Jackson („Herr der Ringe“) produzierten Films wurden in realen Slums gedeiht. Außerdem verzichtete Neill Blomkamp auf bekannte Namen und Gesichter.

Die Hauptfigur spielt mit Sharlto Copley ein Jugendfreund des Regisseurs – grandios ist dessen Wandlung vom gutgläubigen Bürokraten zu einem überlegenen Kämpfer für eine gerechte Sache. „District 9“ ist ein teilweise fulminantes Wechselspiel aus pseudodokumentarischem Nachrichtenstil und subjektiver Kamera. Schon „Alive in Jo’burg“ - Blomkamps 2005 gedrehter Kurzfilm bildet die Basis für diesen Streifen - war wie eine TV-Produktion gestaltet. Allerdings hällt „District 9“ diese Perspektivwechsel nicht wirklich durch. Mit der Flucht von Wikus Van De Merwe aus dem Ort des Schreckens und der Sklaverei verfällt der Film schießlich einem konventionellen Erzählstil. Am Ende versinkt „District 9“ zudem in einer wahren Materialschlacht. Pyromanische Effekte nur um der Effekte willen sind ineffektiv. Weniger wäre hier mehr gewesen. Doch perfektes Timing und die richtige Dosierung darf der Kinogänger nicht von einem abendfüllenden Debütfilm erwarten – das braucht Erfahrung, Zeit und Reife.

District 9“ ist Blomkamps ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Apartheid-Regime seiner Kindheit und Jugend. Die Story ist aber auch von den ausländerfeindlichen Unruhen 2008 inspiriert, als Bewohner der Armenviertel illegale Immigranten aus schwarzafrikanischen Nachbarländern attackierten. Die brutale, gewalttätige Ausgrenzung und Ausbeutung von Leben ist das große Thema dieses Films. Die mit 30 Millionen Euro finanziell vergleichsweise bescheiden ausgestattete Produktion ist immer auf der technologischen Höhe unserer Zeit. Sie zeigt Aliens, welche brillant computeranimiert worden sind – und strahlt eine enorme physische Präsenz aus.

District 9“ ähnelt in der Machart und Wirkung ein wenig dem von J.J. Abrahams produzierten Streifen „Cloverfield“ (2008). Geistig verwandt ist er aber auch mit dem düsteren SF-Thriller „Strange Days“ (1995) von Kathryn Bigelow.


Filmkritik von Gastautor

Blu-ray Disc und DVD Release

Seit dem 8. April 2010 ist der Film als Blu-ray Disc und DVD von "Sony Pictures Home Entertainment" erhältlich. Insbersondere die Blu-ray ist interessant, besticht der Film in HD-Auflösung den Zuschauer mit beeindruckender Bildqualität. Auch die Soundqualität muss als sehr gut bezeichnet werden. Interessant sind die vielen entfallen Szenen als Bonusmaterial, welche die Arbeit der MNU und das Leben im Slum von Johannesburg näher erläutern. Eine Doku über die Entstehung des Films ist ebenfalls sehenswert. Als Sci-Fi Fan kann man mit der Blu-ray nichts verkehrt machen.

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Bilder / Fotos

District 9

© Sony Pictures Releasing

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Steckbrief
Regie
Neill Blomkamp

Darsteller
David James, Jason Cope, Jed Brophy, Sharlto Copley, Vanessa Haywood

Genre
Action, Drama, Sci-Fi

Tags
Aliens, Rassismus
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Neuseeland, USA

Budget
30 Mio. US-Dollar




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