Dinosaurier - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Dinosaurier| Kritik

Kinostart
2000



Alle Jahre wieder kommt nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch ein Film von Walt Disney in die deutschen Kinos. Ein halbes Jahr nachdem Dinosaurier in den USA angelaufen ist, können wir auch hierzulande bewundern, wozu die Computerspezialisten inzwischen fähig sind.

Die Geschichte von Aladar, dem Iguanodon, beginnt mit einem Ei, das auf abenteuerliche Weise bei einer Lemurenfamilie landet. Das überproportionierte Waisenkind verlebt auf der Insel der Lemuren eine vermutlich glückliche Kindheit, bis der Einschlag eines Meteoriten die ganze Familie von dort vertreibt. Auf der Suche nach einem neuen Zuhause treffen sie auf eine Dinosaurierherde, die auf dem Weg zu ihrem Nistplatz ist, und Aladar und seine Freunde schließen sich ihnen an.

Das Besondere am diesjährigen Disney-Film ist, dass es sich nicht um einen herkömmlichen Zeichentrickfilm handelt, sondern um ein voll digitales Werk. Im letzten Jahr zeigten uns die Produzenten der britischen TV-Serie "Walking with Dinosaurs" bereits, wie lebensecht prähistorische Tiere inzwischen auf die Leinwand bzw. auf den Fernsehbildschirm gezaubert werden können. Aber hier liegt auch eindeutig die Schwäche von Dinosaurier: Sie sehen so "echt" aus, dass man fast schockiert ist, wenn sie anfangen zu reden. Die Handlung des Streifens ist so simpel wie die von "In einem Land vor unserer Zeit" und wird den erstaunlichen Bildern, die über die Leinwand flimmern, kaum gerecht. Reden können übrigens nur die "Guten", d.h. die harmlosen Pflanzenfresser. Die fleischfressenden Zeitgenossen, die natürlich nichts anderes im Sinn haben als unsere eben gewonnenen Freunde aufzufressen, hört man lediglich brüllen oder knurren. Aber es wird hinreichend erklärt, warum sie so sind, "das Maul voller Zähne und immer schlecht gelaunt". Das muss wohl so sein.

Die Rekonstruktionen der Dinosaurier entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft, allerdings haben die Macher des Films die Spezies verschiedener Kontinente und sogar verschiedener Erdzeitalter fröhlich miteinander gemischt. Wahrscheinlich diente dies dem Wiedererkennungswert, da sie sich auf relativ bekannte Dinosaurierarten beschränkt haben, aber es mutet trotzdem etwas seltsam an. Aladars Herde besteht hauptsächlich aus Iguanodonten, Hadrosauriern und Styracosauriern, die zwar alle in der Kreidezeit gelebt haben, zwischen denen aber einige Millionen Jahre zeitlicher Differenz liegen und die sich niemals begegnet sind. Sie begegnen auf ihrem Weg zum Nistplatz fiesen kleinen Velociraptoren, die in der späten Kreidezeit nicht in Nordamerika, sondern in der Mongolei zu finden waren. Außerdem werden sie von zwei schlecht gelaunten Carnotauri verfolgt, die eigentlich auf dem südamerikanischen Kontinent zu Hause waren. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind auch noch die beiden vorwitzigen Oviraptoren, die - wie ihr Name vermuten lässt - an nichts anderes denken als daran, die Eier von anderen Dinos zu klauen. Natürlich wissen wir inzwischen, dass sie ihren Namen zu Unrecht tragen, aber vielleicht war ihre Rehabilitation den Machern von Dinosaurier noch nicht zu Ohren gekommen, als die Produktionsarbeiten für den Film begannen. Nicht dass ich von einem Disney-Film erwartet hätte, dass er sich um solche Kleinigkeiten schert, aber was würde man sagen, wenn in einem ähnlichen Film über das heutige Afrika Mammuts und Säbelzahnkatzen auftauchten? Dabei sind die erst seit ein paar tausend Jahren ausgestorben, während zwischen den gezeigten Dinos zum Teil mehrere zehn Millionen Jahre liegen. Wer sich an solchen Details nicht stört und auch nichts gegen sprechende Dinos hat, der wird an diesem Film aber sicher seinen Spaß haben. Die technische Umsetzung ist jedenfalls in jeder Hinsicht gelungen.


Filmkritik von Monika Hübner

Sag es weiter



Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 7 * 3 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Regie
Eric Leighton, Ralph Zondag

Genre
Abenteuer, Animation

Tags
CGI, Dinosaurier
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA




Benutzername

Passwort

Anzeige