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Die Zwillinge| Kritik

Kinostart
2002



Handlung

Die Zwillinge Lotte und Anna werden 1925 im Alter von sechs Jahren nach dem Tod ihrer Eltern getrennt. Lotte wächst bei reichen Verwandten in den Niederlanden auf, Anna wird auf dem Hof von Onkel Heinrich und Tante Martha Bamberg als billige Arbeitskraft missbraucht und später auch vom Onkel misshandelt. Dass Lotte diesem Schicksal entgeht, hat sie lediglich dem Umstand zu verdanken, dass sie Tuberkulose hat und deshalb für die Bambergs uninteressant ist. Beide Familien verhindern jedoch erfolgreich, dass die Mädchen Kontakt halten. Während Anna gesagt bekommt, dass die vornehme Lotte nichts mehr von ihr wissen wolle, hält Familie Rockanje Lottes Briefe an Anna heimlich zurück.

Zu einem Wiedersehen kommt es erst in Nazideutschland, doch es fällt den Schwestern, die in so unterschiedlichen Welten leben, schwer, die alte Vertrautheit wiederzufinden. Als Lotte, die mit einem Juden verlobt ist, Anna antisemitischer Gefühle verdächtigt, kommt es zum Bruch.


Filmkritik | Die Zwillinge

Ben Sombogaart erzählt die Geschichte von Anna und Lotte in Rückblenden, als Rahmenhandlung dient eine Begegnung in einem Kurort. Während Anna (Gudrun Orkas) versucht, Lotte (Ellen Vogel) dazu zu bringen, nach über fünfzig Jahren wieder mit ihr zu sprechen, erfährt der Kinozuschauer nach und nach, wie es zu dem Zerwürfnis zwischen den Schwestern kam. Thema ist nicht die deutsche Geschichte, sondern die Auswirkungen, die sie auf das Leben von Anna und Lotte hat. Sowohl Nadja Uhl und Thekla Reuten, die Lotte und Anna im Alter von 20 Jahren spielen, als auch Gudrun Orkas und Ellen Vogel, die die Zwillinge im Alter von 80 Jahren verkörpern, spielen ihre Rolle meisterhaft und verstehen es, den Zuschauer zu fesseln. Gesprochen wird sowohl Deutsch als auch Niederländisch, wobei die niederländischen Passagen untertitelt sind und nicht fürs deutsche Kino synchronisiert wurden, was dem Film zusätzlich Atmosphäre verleiht, auch wenn ich ansonsten nicht unbedingt ein Fan von Untertiteln bin.

Die Zwillinge entstand nach dem Roman von Tessa de Loo, den ich nicht gelesen habe, daher kann ich nicht sagen, inwieweit Verfilmung und Buch sich unterscheiden. Sicher ist, dass man das Buch nicht gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können. Ben Sombogaart hat ein eigenständiges Werk geschaffen, das sich hinter der Vorlage nicht verstecken muss, ganz gleich, auf welche Aspekte der Geschichte er besonderen Wert gelegt hat.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Ben Sombogaart

Darsteller
Barbara Auer, Ellen Vogel, Gudrun Okras, Hans Somers, Hans Trentelman, Jeroen Spitzenberger, Nadja Uhl, Sina Richardt, Thekla Reuten

Genre
Drama

Tags
Kinder
Gastkritiken
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Herstellungsland
Niederlande, Luxemburg




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