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Die verborgene Welt| Kritik 7/10

Kinostart
15.01.2009



Handlung

Südafrika mitten in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts - in einer Zeit, indem die Apartheit ihre ersten, grausamen Blüten treibt, führt die resolute, indischstämmige Amina (Sheetal Sheth) ihr eigenes Café, in welchem sie es nicht so streng hält mit der Trennung der Rassen. Neben den aufkeimenden Problemen mit den staatlichen Behörden gerät auch ihr Privatleben zunehmend aus den Fugen, als sich Amina in Miriam (Lisa Ray), eine verheiratete Farmerin aus der Region, verliebt. Aus ihrer zunächst zarten Zuneigung wird allmählich eine tiefe Liebe zwischen den beiden Frauen, die zu einer wahren Zerreißprobe für beide Frauen zu werden droht. Denn sowohl Familie und Freunde wie auch der Start stehen dieser lesbischen Liaison mehr als kritisch gegenüber.


Filmkritik | Die verborgene Welt

Wer sich "Die verborgene Welt" angesehen hat, wird garantiert gedanklich an zwei filmische Meisterwerke der letzten beiden Jahrzehnte erinnert, nämlich "Brokeback Mountain" sowie "Grüne Tomaten". Vor allem der letztgenannte Film weist offenkundig Parallelen auf, zumal es hier um die Rassentrennung in den Südstaaten, der engen Freundschaft zweier Frauen und dem historischen Treiben in einem Café geht. Schnell wird dem Betrachter des Filmes jedoch klar, dass "Die verborgene Welt" deutlich tiefer geht und intensiver mit den Eindrücken und Gefühlen der beiden Protagonistinnen spielt.

Sowohl Lisa Ray als Miriam wie auch Sheetal Sheth als Amina spielen ihre lesbischen Rollen überzeugend und binden den Zuschauer sehr schnell in den kleinen und großen Terror aus Alltag und Politik ein, den ein homosexuelles Pärchen erwarten kann. Der Film ist dabei in keinem Moment zu schnulzig und behält immer neben der Haupthandlung mit der Beziehung zwischen Miriam und Amina auch die politischen und gesellschaftlichen Regungen der Fünfziger Jahre im Auge. Auch ohne historische Kenntnisse entfaltet der Film seine volle Pracht, da er den Zuschauer bereits nach einer halben Stunden intensiv in die Problemfelder Intoleranz und Rassentrennung hineinzieht.

Ungeeignet ist der Film für Kinobesucher, die grundsätzlich vor jeder Art von Liebesgeschichte zurückschrecken und diesen auf schwul-lesbischen Filmfestivals hochgelobten und ausgezeichneten Film sicher in diese Reihe einordnen werden. Dem objektiven Besucher wird jedoch neben der Liebesgeschichte ein gesellschaftspolitisches Lehrstück präsentiert, das auch durch eine Reihe von Kameraaufnahmen die Schönheit der südafrikanischen Landschaften aufzeigt. Der Debütfilm der Regisseurin Shamim Sarif präsentiert zwei starke Frauen im Kampf gegen alle Widrigkeiten - und dieser Kampf zieht sicherlich vor allem auch weibliche Zuschauer ins Kino und schon nach wenigen Minuten in seinen Bann. Wer also an "Grüne Tomaten" seine Freude hatte, wird mit "Die verborgene Welt" sicherlich angenehm überrascht werden.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Die verborgene Welt

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Steckbrief
Regie
Shamim Sarif

Darsteller
Colin Moss, David Dennis, Grethe Fox, Lisa Ray, Nandana Sen, Natalie Becker, Parvin Dabas, Sheetal Sheth

Genre
Drama

Tags
Frauenliebe
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Südafrika, Großbritannien

Alternativ- bzw. Originaltitel
The World Unseen




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