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Die Tür| Kritik 5/10

Kinostart
26.11.2009



Handlung

David Andernach (Mads Mikkelsen) ist als Maler auf der Höhe seines Erfolgs, als ein tragisches Unglück von einer Sekunde auf die andere alles verändert. Während er seiner schönen Nachbarin, mit der er eine Affäre hat, einen Besuch abstattet, ertrinkt sein Tochter Leonie (Valeria Eisenbart) im Pool seines Hauses. Von Schuldgefühlen gepeinigt, bekommt David sein Leben nicht mehr in den Griff, zumal seine Frau Maja (Jessica Schwarz) ihm nicht verzeihen kann. David, völlig am Ende, will sich umbringen, als er unerwartet eine verborgene Tür in die Vergangenheit entdeckt. Durch sie gelangt er zurück zu dem alles entscheidenden Augenblick und erhält so die Möglichkeit, seine Tochter zu retten. Doch die Glück verheißende Chance auf einen Neuanfang entpuppt sich bald als wahres Schreckensszenario, denn die Vergangenheit birgt dunkle, verhängnisvolle Geheimnisse.


Filmkritik | Die Tür

Seit den Neunziger Jahren hat sich der deutsche Film ja vor allem versucht, durch Komödien auszuzeichen. Ein Versuch, der nur in den wenigsten Filmen funktionierte und es manchen Kritiker deshalb schon behaupten ließ, ein in Deutschland produzierter und gedrehter Film könnte wohl kaum ernsthaft und zugleich fantasievoll daherkommen. "Die Tür" von Regisseur Anno Saul kommt diesem Vorhaben zumindest sehr nah, auch wenn aus dem Drehbuch und dem reizvollen Spiel mit der vierten Dimension mehr hätte gemacht werden können.

Auf den ersten Blick ist der Kinozuschauer ein bisschen irritiert, Schauspielerinnen wie Heike Makatsch oder Jessica Schwarz in einer ausschließlich ernsten Rolle zu erleben. Es fällt schwer sich in den durchaus traurigen und bisweilen anrührenden Stoff hineinzudenken, den der Regisseur einem zumutet. Der Maler David Andernach, Hauptperson und tragischer Held, der durch das Auffinden einer geheimnisvollen Türe die Chance erhält, einen Teil seines Lebens noch einmal zu erleben und diesmal entscheidend in manche Schreckensszenarien einzugreifen, ist dabei dank der schauspielerischen Umsetzung des Dänen Mads Mikkelsen das Highlight des Films. Mikkelsen schafft es als einziger der Protagonisten, durchgängig eine emotionale Verbindung mit seinem Charakter aufrecht zu erhalten.

Der Rest des Films hinterlässt in seiner Umsetzung jedoch einen faden Beigeschmack. Die Handlung, die Andernach in seiner Vergangenheit noch einmal zum besseren Drehen möchte, ist inhaltlich keine Besonderheit und auch die Verwirrungen, die durch Andernachs doppelter Existenz in der Vergangenheit entstehen, sind größtenteils vorhersehbar. Da man als Zuschauer davon ausgehen sollte, zumindest stückweise einen Science-Fiction- oder zumindest Fantasy-Film vor sich zu haben, wundert man sich über die relativ seltene Aussetzung dieses Umstandes. Saul scheint sich über den gesamten Dreh hinweg nicht sicher gewesen zu sein, ob er ein spannendes Drama in der vierten Dimension à la "Zurück in die Zukunft" erstellen wollte oder lieber eine moderne Tragödie, in der Art, die man schon oft im deutschen Kino als Antwort auf die deutschen Komödien hat scheitern sehen.

Alles in allem ist "Die Tür" kein schlechter Film und ein Punkt auf der Landkarte des deutschen Films, der sich angenehm von vielen anderen Produktionen abgrenzt. Aus dem Stoff hätte jedoch inhaltlich deutlich mehr gemacht werden können, weshalb auch viele der teils recht namhaften Schauspieler weit unter ihren Möglichkeiten bleiben.


Filmkritik von Gastautor

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Die Tür

© Senator Film Verleih

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Steckbrief
Regie
Anno Saul

Darsteller
Corinna Borchert, Heike Makatsch, Jessica Schwarz, Mads Mikkelsen, Nele Trebs, Ruediger Kuehmstedt, Suzan Anbeh, Thomas Thieme, Valeria Eisenbart

Genre
Deutscher Film, Mystery, Thriller

Tags
Zeitreise
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Deutschland




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