Handlung
Annie Braddock (Scarlett Johansson), die kurz nach ihrem Collegeabschluss noch unentschlossen in ihren Zukunftsplänen schaut, ist auf der Suche nach Arbeit. In Manhattens Upper Eastside lernt sie zufällig Mrs. X (Laura Linney) kennen, die ihr einen Job als Nanny anbietet. Nach kurzer Überlegung nimmt sie diesen Job an, doch das Unglück scheint seinen ganz eigenen Lauf zu nehmen. Das Pflegekind Grayer (Nicholas Art) kann die neue Nanny nicht ausstehen und statt den Luxus der Familie genießen zu können, wird Annie in einer Besenkammer untergebracht und verliert jegliche Privatsphäre. Als sie sich gegen den Wunsch von Mrs. X in den Nachbarn Harvard (Chris Evans) verliebt, scheint das Chaos perfekt zu sein.
Filmkritik | Die Tagebücher einer Nanny

Nach dem Roman von Emma McLaughlin und Nicola Kraus nimmt der Film leider nur hin und wieder Bezug zu seinem literarischen Vorbild aus dem Jahre 2003. Dies wirkt sich außerordentlich negativ auf den Tiefgang des Filmes aus. Während der Roman eine satirische Sicht auf die Kindererziehung amerikanischer Haushalte durchblicken lässt und diese als Kritik aufzeigt, wurde in der Umsetzung zu verzweifelt versucht, die Thematik durch spontanen Humor aufzupeppen. Die sozialen und gesellschaftlichen Missstände gehen dabei verloren oder nur noch zu einem Randthema geworden.
Die Besetzung mit Scarlett Johansson, einem sehr talentierten Nicholas Art und einem charmanten Chris Evans verspricht vieles, kann jedoch aufgrund der flachen Geschichte kaum umgesetzt werden. Scarlett Johansson schafft es nicht, sich mit dem Rolle der depressiven und verzweifelten Annie zu identifizieren. Aus der Annie des Romans wird eine Schönheit, die eine kleine und kurze Identitätskrise durchleben muss.
Der Film richtet sich zu streng nach klassischen Hollywood Klischees. Kein Wunder, dass Annie sich schnell in den reichen Hayden verliebt und sie nach einer gewissen Zeit, die schier unlösbaren Probleme mit Grayer lösen kann und sich sogar mit ihm anfreundet. Romantische, vorhersehbare Szenen wechseln sich mit seltenen empörenden Szenen ab, die jedoch zu oberflächlich behandelt werden um dem Zuschauer wirklich zu berühren. Die messerscharfe Satire hat sich in ihrer Verfilmung zu einer seichten Komödie verwandelt, die leider zu schnell wieder vergessen wird und die die im Roman angesprochene Problematik nur am Rande vermitteln kann. So ist der Film lediglich ein entspannender Zeitvertreib für einen Abend.
Filmkritik von Gastautor