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Die Schwester der Königin| Kritik

Kinostart
06.03.2008



Handlung

England im 16. Jahrhundert: Mary Boleyn (Scarlett Johansson) und Anne Boleyn (Natalie Portman) sind Geschwister und Rivalinnen zugleich. Beide haben den gleich starken Ergeiz ihre Ziel zu erreichen und beide wollen die Gunst des Königs Henry VIII (Eric Bana) erlangen. Sein Herz sowie sein Bett.

Peter Morgan adaptiert den historischen Roman von Philippa Gregory. Regie führt Justin Chadwick. Bereits 2002 wurde die Geschichte als TV-Produktion für den britischen Sender BBC verfilmt.

Heinrich VIII. war sechsmal verheiratet und ein Tyrann als Ehemann. Zwei von seinen Frauen wurden auf Heinrichs Anweisung enthauptet. Der historische Hintergrund von Anne Boleyn kann bei Wikipedia ausführlich nachgelesen werden.


Filmkritik | Die Schwester der Königin

Das England des 16. Jahrhunderts hatte, was die historischen Hintergründe des Films angeht, eine Menge zu erzählen. Man erhofft sich bereits im Vorfeld, dass das Spiel aus Intrigen, Romanzen, Tragödien und Dramatik in eine gewaltige Leinwandinszenierung verwandelt wird. Die Hollywoodproduktion kann den Zuschauer mit seiner klangvoll anmutenden Starbesetzung jedenfalls schon ein wenig neugierig machen. Statt der erwähnten historischen Fakten wird dennoch eine vorlagenorientierte Inszenierung geboten, die auf einen Roman von Bestsellerautorin Philippa Gregory basiert.

Justin Chadwicks Kino-Regiedebüt Die Schwester der Königin überzeugt als intrigengeladenes Familiendrama vollkommen und auch die Romanvorlage lässt die Rolle der Schwestern Boleyn am Königshof Heinrichs des VIII. zunächst als glaubwürdiges, historientreues und intimes Drama erscheinen. Mit der Inszenierung entschied man sich zwar für eine besonders eindrucksvolle Aufbereitung der Ereignisse, allerdings blieb es bei diesem Versuch. Starkino und anspruchsvolle Melodramatik ist vielleicht kein Widerspruch per se, in "Die Schwester der Königin" bekommt man jedoch einen Krieg der Boleyn-Schwestern geboten, welcher auf Dauer eher anstrengend wirkt.

Justin Chadwick kann in Sachen TV-Produktionen auf eine längere Regievergangenheit zurückblicken. In dieser Hollywoodproduktion fallen manchmal allerdings dunklere Bilder und Kamerafahrten negativ auf, welche zudem noch mit Vorhängen und Gittern den freien Blick auf die Akteure verdecken. Dennoch erscheint der bildliche Gesamteindruck sowohl opulent als auch malerisch.

Scarlett Johansson in der Rolle der herzensguten Mary und Natalie Portman als kaltschnäuzige Anne geben sich allerlei Mühe, mit besonders akzentierter Mimik ihren stark polarisierten Rollen und dem dargebotenen Konkurrenzkampf zusätzlichen Charakter zu verleihen. Henry VIII, gespielt von Eric Bana, zeigt wie die anderen monotypisch gestalteten Figuren sowohl die leidenschaftlichen, als die unberechenbaren Charakterzüge, was vor allem in der Rolle des Königs überzeugend gelingt.

Der Film Die Schwester der Königin überrascht mit vielen unerwarteten Wendungen und auch die Dramatik der Story wird packend an den Zuschauer gebracht, man bekommt allerdings zeitweise das Gefühl, eine hübsch arrangierte Seifenoper auf der Leinwand zu haben. Chadwick lässt keinen weiteren Zweifel darin offen, dass bei diesem Historiendrama weitaus mehr möglich gewesen wäre, als ein hübsch verpackter aber streckenweise mühsam anzusehender Kostümfilm.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Die Schwester der Königin

© Universal Pictures International Germany GmbH

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Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Other Boleyn Girl




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