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Die purpurnen Flüsse| Kritik

Kinostart
2000



Handlung

In der kleinen französischen Universitätsstadt Guernon geschieht ein grausamer Mord: die verstümmelte Leiche eines jungen Mannes wird tiefgefroren in einem Gletscher gefunden. Die Obduktion ergibt, dass er vor seinem Tod gefoltert wurde, wobei u.a. auch die Augäpfel entfernt wurden. Kommissar Pierre Niémans (Jean Reno) steht vor einem Rätsel, das zunächst unlösbar zu sein scheint. Dann wird in das Archiv der örtlichen Grundschule eingebrochen, wobei lediglich Seiten aus dem Jahrbuch 1981/82 herausgerissen werden. Niémans Kollege Capitaine Dahmane (Karim Belkhadra) ermittelt währenddessen mit ebenfalls recht unkonventionellen Methoden im Fall der Schändung des Grabes eines kleinen Mädchens auf dem örtlichen Friedhof. Obwohl die beiden Fälle zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, laufen ihre Ermittlungen schließlich zusammen.


Filmkritik | Die purpurnen Flüsse

Der Film entstand nach dem gleichnamigen französischen Bestseller von Jean-Christophe Grangé. Wie bei vielen anderen Romanverfilmungen blieb leider auch hier so manches auf der Strecke, im Grunde zuviel, da die komplizierten Verwicklungen der Handlung des Buches nur angerissen werden. Um ein in sich schlüssiges Drehbuch zu verfassen, hätte man sich vielleicht etwas weiter von der Buchvorlage entfernen sollen, da die 105 Minuten Laufzeit der komplexen Handlung keinesfalls gerecht werden können und am Ende zu viele lose Enden übrig bleiben, die den Zuschauer, der das Buch nicht gelesen hat, eher verwirrt und unzufrieden aus dem Kinosaal entlassen. Man gewinnt den Eindruck, dass der Regisseur versucht hat, die mangelnde Kohärenz des Drehbuchs mit sensationslüsternen Bildern zu kompensieren, was aber nicht bei jedem Kinobesucher funktionieren dürfte. Der Ekelfaktor war für meine Verhältnisse bedenklich hoch, er erreichte zeitweise Höhen auf der Skala, die ich eigentlich nur bei einem Film aus der Traumfabrik Hollywood erwartet hätte. Andererseits wartet "Die purpurnen Flüsse" aber auch mit phantastischen Bildern der verschneiten Bergwelt der französischen Alpen auf, die dem Film eine besondere Atmosphäre verleihen.

Jean Reno und Karim Belkhadra spielen ihre Rollen überzeugend, auch wenn man sich fragt, inwieweit ihr Verhalten und ihre Ermittlungsmethoden ein schlechtes Licht auf die französische Polizei werfen. Die persönlichen Hintergründe dieser beiden Figuren, die die Konflikte und Probleme der französischen Gesellschaft mit den Beurs, den in Frankreich geborenen Kindern der Einwanderer aus den ehemaligen nordafrikanischen Kolonien widerspiegeln, bleiben im Film völlig im Dunkeln. Wer wirklich wissen will, was hier vor sich geht und alle offen gebliebenen Fragen beantwortet haben möchte, wird nicht umhin kommen, das Buch zu lesen.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Mathieu Kassovitz

Darsteller
Didier Flamand, Dominique Sanda, Francine Bergé, Francois Levantal, Jean-Pierre Cassel, Jean Reno, Karim Belkhadra, Nadia Fares, Vincent Cassel

Genre
Drama, Krimi, Thriller

Tags
Folter, Frankreich, Mord
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Crimson Rivers - Les Rivières pourpres

Budget
14 Mio. US-Dollar




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