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Die Lincoln Verschwörung| Kritik 8/10

Kinostart
29.09.2011



Handlung

Washington 1865. Der amerikanische Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten ist vorbei, aber das Land kommt nicht zur Ruhe. Da wird Präsident Abraham Lincoln ermordet. Die verwitwete Südstaatlerin und Pensionsbetreiberin Mary Surratt (Robin Wright Penn) wird zusammen mit sieben Männern der Kollaboration mit dem Attentäter angeklagt und vor ein Militärgericht gestellt. Ausgerechnet der junge Frederick Aiken (James McAvoy), ein Kriegsheld der Nordstaaten und frischgebackener Anwalt, soll ihre Verteidigung übernehmen. Nur widerwillig erklärt er sich dazu bereit. Während das aufgebrachte Volk nach Rache schreit, wächst bei Frederick im Laufe des Prozesses mehr und mehr Bewunderung für die geheimnisvolle Frau. Doch um das Gericht von Marys Unschuld zu überzeugen und sie vor dem Galgen zu bewahren, muss er sich erst einmal selbst die Frage beantworten: Ist sie ein unschuldiges Opfer? Eine aufopfernde Mutter, die nur versucht, ihren Sohn zu decken, den einzigen Flüchtigen des Attentats? Oder ist sie eine geschickte Lügnerin und kaltblütige Verschwörerin?



In "Die Lincoln Verschwörung" spielt Robin Wright eine Pensionsbesitzerin welche des Komplotts angeklagt wird

Filmkritik | Die Lincoln Verschwörung

Das historische Drama kann man ohne Weiteres als schwere Kost bezeichnen, als sehr schwere Kost. Wieder einmal geht es – wie der Titel schon vermuten lässt – um die Amerikaner und ihr Selbstverständnis, das ist man als Kinogänger schon lange gewohnt. Meistens sind es jedoch Action-Filme, die Amerikaner retten wieder einmal unseren Planeten, die bis obenhin mit Selbstgefälligkeit und Patriotismus angefüllt sind. Würde es sich bei „Die Lincoln Verschwörung“ um einen schlecht recherchierten Hollywood-Blockbuster handeln, müsste man auch hier wieder mit der geschwungenen Patriotismus-Keule rechnen, doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Seinen Dank aussprechen darf man hierfür sicherlich Robert Redford, der sich für die Regie verantwortlich zeigt. Nun ist der Film sicherlich auch keine reine US-amerikanische Gesellschaftskritik in bewegten Bildern geworden; Robert Redford wusste, dass er in Teilen der Bevölkerung der USA bereits vor Veröffentlichung des Films als links, mitunter gar als Kommunist verschrien war, dennoch besticht „Die Lincoln Verschwörung“ durch seinen kritischen, aufrüttelnden Ton.

Dabei bietet Redford seinen Kritikern keine große Angriffsfläche. Zwar handelt es sich um einen Vorfall aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, dennoch ist das Drehbuch historisch korrekt. Alle uns heute bekannten Fakten den Prozess betreffend wurden in den Film integriert. Das Hauptanliegen des Films ist nicht – wie bereits erwähnt – die Selbstgefälligkeit der Amerikaner, was sich bei dem Sujet, der Ermordung einer ihrer großen Volkshelden, zweifellos angeboten hätte. Das Hauptanliegen des Films könnte aktueller nicht sein: Jedem Menschen, egal welche Verbrechen er auch begannen haben mag, stehen Rechte zu, die die Verfassung ihm zusichert. Wichtige Fragen und Entscheidungen sind oftmals einfach zu abstrakt, um sie fassen zu können. Deshalb bedient sich Redford eines üblichen Mittels, um Nähe und die Möglichkeit zur Identifikation zu schaffen. Redford stellt die Frage, was an der Liebe einer Mutter, die alles für ihren Sohn tun würde, verwerflich sein kann. Hierdurch wird der Film persönlich erfahrbar.

Handwerklich ist „Die Lincoln Verschwörung“ als durchweg gelungen zu bezeichnen. Die Kostüme wissen zu überzeugen, einzig bei einigen wenigen Einstellungen von Straßenzügen fällt auf, dass diese am Computer generiert wurden.

Leider konnte „Die Lincoln Verschwörung“ sein Budget in den US-amerikanischen Kinokassen nicht wieder einspielen. So steht ein Einspielergebnis von 11 Millionen Kosten von 25 Millionen Dollar gegenüber. Es ist mehr als fraglich, dass dieses Stück US-Geschichte beim Rest der Welt besser ankommt. Der Film spielt die meiste Zeit über vor Gericht, allein diese Tatsache lässt die meisten potentiellen Zuschauer tief Luft holfen. Wer sich jedoch auf einen solchen Film einlassen kann und möchte, dem wird ein mitreißendes Stück Geschichte mit einem aktuellen und brisanten Bezug geboten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Lincoln Verschwörung, Die

© Tobis Film

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