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Die Legende von Aang| Kritik 5/10

Kinostart
19.08.2010



Handlung

Man sagt, er ist der Letzte eines mächtigen Volkes. Eine Legende. Der Auserwälte. Er wird die Welt des Krieges ins Gleichgewicht bringen. Doch einige schrecken nicht davor zurück, ihn zu vernichten. Befreit aus seinem Gefängnis im ewigen Eis, erkennt der junge Aang (Noah Ringer) seine Bedeutsamkeit als der nächste "Avatar" und dass nur er die Macht besitzen wird, alle vier Elemente zu beeinflussen und die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aang, der das Element Luft beherrscht, schließt sich der Wasserbändigerin Katara (Nicola Peltz) und ihrem Bruder Sokka (Jackson Rathbone) an und begibt sich gemeinsam mit ihnen auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren und schwieriger Prüfungen, um den Einklang der Nationen und den Frieden der gesamten Welt wiederherzustellen.


Filmkritik | Die Legende von Aang

Es steht nicht besonders gut um den Ruf des ehemaligen Regiephänomens M. Night Shyamalan. Mit Filmen wie "The Sixth Sense" oder "Unbreakable" etablierte er sich als Meister des Suspense und als unermüdlicher Querdenker. Er wollte keine typischen Hollywood Geschichten erzählen, sondern seine eigenen, sprühend vor überraschenden Wendungen, fantastischen Elementen und stets mit einer sehr menschlichen Komponente verknüpft. Seine Filme polarisierten öfters das Publikum, was spätestens seit "The Village" auch kommerzielle Konsequenzen nach sich zogen und Shymalans Filmschaffen maßgeblich beeinflusste. Mit "The Happening", einem Ökoschocker für die Greenpeace Fraktion, fiel der Regisseur endgültig beim Publikum durch und musste nun seine Art Filme zu machen endgültig überdenken. Die Legende von Aang, von den Fans der Zeichentrickserie auf der der Film beruht besser als Avatar bekannt, stellt als Konsequenz dessen die erste Auftragsarbeit des Regisseurs dar. Der Filmemacher betont zwar nachhaltig, dass seine Entscheidung, die Regie von Die Legende von Aang zu übernehmen, bereits vor seinem Flop mit dem grünen Daumen getroffen wurde. Aber richtig abkaufen kann man es dem Filmemacher nicht.

Ob und wie man an Die Legende von Aang gefallen findet, entscheidet sich im Grunde bereits bevor man den Kinosaal betritt. Die Fragen sind einfach. Wie gut kennt man die Vorlage und was für Erwartungen hegt man bezüglich der Verfilmung? Zweifellos ein Klischee, das auf alle Verfilmungen zu trifft, aber auch hier gilt: Unwissenheit ist ein Segen.

Das Publikum, das sich bloß nach Unterhaltung sehnt und die Namen Aang, Zuko oder Appa höchstens mit den Teletubbies assoziiert, dürfte Glück im Unglück haben. Zwar wird auch dem unvoreingenommenen Zuschauer nicht entgehen, wie oberflächlich und gehetzt der Film größtenteils wirkt. Aber dank den beeindruckenden Partikeleffekten mit denen die Elemente zum Leben erweckt wurden, der klebrigen aber sehr funktionellen Filmmusik und natürlich dem Blockbuster-Schemata wird dem Zuschauer zumindest ein Mindestmaß an filmischer Unterhaltung geboten. Aber diese Eindrücke verfliegen ebenso schnell wie sie imposant daher galoppiert kamen. Selten bleibt die Zeit den Figuren wirklich nahe zu kommen. Selbst in den wenigen Momenten, in denen es doch versucht wird, muss man mit Schrecken feststellen, dass die Charaktere nur aus heißer Luft bestehen und den Zuschauer mit ihrer dümmlichen Oberflächlichkeit im Regen stehen lassen. Was bleibt sind imposante Schauwerte und ein Soundtrack, der zumindest eine emotionale Beteiligung imitiert.

Die Kenner von Avatar, der US-Zeichentrickserie des Kindersenders Nickelodeon, trifft die unbarmherzige Wahrheit wesentlich härter. Die schwachen Charaktere, die der Nichtkenner vielleicht mit einem Schulterzucken verdrängen kann, werden für den Fan zu einer heißen Nadel, die sich in die Eingeweide bohrt. Von der manischen Getriebenheit eines Prinz Sukos und von der väterlichen Fürsorge eines Onkel Iroh ist nichts mehr zu spüren. Der gutherzige aber stets unterschätzte Sokka und der allgegenwärtige und bedrohliche Schatten des Feuerlords sind ebenfalls nicht mehr wiederzuerkennen. Die Serie ist auf ihre Weise ein Phänomen. Ein Phänomen, das kindliche und erwachsene Ansprüche unter einen Hut bringt. Die sozialen und psychologischen Themen die angesprochen werden, machen aus der bunten und temporeichen Kinderserie auch für die älteren Semester ein Erlebnis. Die Einzelfolgen sind kindgerecht auf ein junges Publikum zugeschnitten. Aber im dramaturgischen Kontext und zusammen mit der Hintergrundgeschichte der Charaktere wird schnell ersichtlich, dass man es hier mit mehr als "nur" simpler Kinderunterhaltung zu tun hat. Was der Film davon immerhin einfangen konnte ist die kindgerechte Unterhaltung.

Eine weitere bittere Pille ist der zeitliche Aspekt. Wenn eine ganze Staffel in einen einzigen Film gepackt wird, müssen zwangsweise Abstriche gemacht werden. Der Film erweckt den Eindruck, man würde eine Diashow beobachten und mit jedem neuen Bild spränge man mehre Wochen und tausende von Kilometern weiter. Kein Wunder also, dass sich auf diese Weise kaum eine Zuschauerbindung einstellen will. Man bleibt ein Beobachter anstatt ein Teil von Aangs Schicksal zu werden. Zudem hatte Komponist James Newton Howard scheinbar keinen Willen oder keine Befugnis die originalen Themen der Serie zu verwenden. Diese hätten es den Fans zumindest vereinfacht, sich auf die nun fleischgewordenen Bilder einzulassen und sie zu akzeptieren. Aber es ist nicht alles schlecht im Reich der vier Nationen. Die Kampfchoreografien in Kombination der Elementarkräfte sind beeindruckender als es sich jeder Fan der Serie je hätte vorstellen können. Auch die Fähigkeiten die Elemente zu manipulieren wirken nicht wie beliebige Zaubertricks eines Harry Potters sondern werden durch die Bewegungen, die Atmung und das Spiel der Schauspieler beinahe lebendig, als ob jeder Kubikliter Wasser, der bewegt wird wirklich eine entsprechende Kraftanstrengung voraussetzen würde.

Dieser erste Teil einer geplanten Trilogie, schließlich gibt es auch drei Serienstaffeln, wird es schwer haben irgend wen für sich zu begeistern. M. Night Shyamalan besitzt großes Talent wenn es um die Erzeugung von zwischenmenschlichen Spannungen und einer beinahe greifbaren Suspense geht. Aber er ist kein Steven Spielberg, der mit Einfallsreichtum und allen nur erdenklichen filmischen Tricks charakterliche und inhaltliche Fehler überspielen kann. Shyamalan war stets ein moderner Hitchcock, der er schafft mit den richtigen Schauspielern in einem verschlossenen Raum die Grenzen des vorstellbaren zu sprengen. Mit Die Legende von Aang eiferte er jedoch bloß der Selbst- und Effektverliebtheit eines George Lucas hinter her, nicht mehr und nicht weniger.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Die Legende von Aang

© Paramount Pictures Germany GmbH

Kommentare


TaiFei
22.10.2012, 12:54:41
"Die Kampfchoreografien in Kombination der Elementarkräfte sind beeindruckender als es sich jeder Fan der Serie je hätte vorstellen können." Wohl kaum. Selbst im westlichen Kino sollte man inzwischend genügend bessere Bsp. finden. Das war fast immer nur ein unispirierendes Herumgehampel, was das meist sogar noch ohne richtige Schnitte in kompletter Unfähigkeit eingefangen wurde.
Angelina
31.07.2012, 00:50:07
Noah, ich muss sagen du hast absolut recht.


Nicht das die Personen werder so aussehen, noch sich so verhalten wie die original Charaktäre, sind auch noch viele Handlungen im Film gar nicht so abgelaufen.
Außerdem sind wichtige Szenen einfach weggelassen worden.
Die Charaktere konnte man werde am aussehen noch an der Handlungsweise identifizieren, nur an den genannten Namen.
Besonders aufegefallen ist mir das bei Katara. Sie wirkte wie ein kleines Kind und nicht wie Sokkas(der immer Sukka im Film genannt wird) Ersatzmutter. Sie ist klein in schwach dargestellt und ihre Hintergrundgeschichte und die daraus folgenden instinktieven Handlungen, sind nicht erkennbar.

Was mich außerdem noch gestöhrt hat, ist die Tatsache, dass die Bändigung teilweise wie eine Beschwöhrung gewirkt hat. Die Bändigungeskräfte sind Fähigkeiten die die Bändiger verfollständigen, sie gehören zu ihrem selbt, doch dies erweckt der Film überhaupt nicht. Es scheint als müssten sie immer um Beistand einer höheren Kraft beten.

Mein Fazit: Die Drehbuchautoren hatten keine Ahnung, werder von dem Aussehen der Figuren, noch deren Innenleben oder deren Gefühle. Sie haben sich wirklich zu wenig Zeit genommen, in die Geschichte einzutauchen.Ich wage sogar so weit zu gehen, das sie sich nie wirklich mit der Serie beschäftigt haben.
Schlechte / Unpassende Schauspieler
falsche Charakterisierugen / Handlungen
veränderung von Szenen
Auslassen von entscheidenden Szenen
...

Also der Film war für mich die größte enttäuschung, der gesammten Verfilmungsindustrie!
Noah
17.11.2011, 21:30:56
Wie kann man diesen Film nur als verfilmung von "Avatar - Der Herr der Elemente" schümpfen??! Dieser Film spiegelt den Inhalt und die Personen nicht richtig wieder!!!

1.) Zuko und die anderen Feuerbändiger, sind nicht dunkelhäutig.

2.) Zuko hat eine halbglatze mit einem Pferdeschwanz!

3.) Der Meister von Aang ist nicht dunkelhäutig und nicht soo jung!!!

usw...

Wenn ihr schon den Anime verfilmt, dann bitte, schaut euch doch vorher den Anime an und macht es richtig, anstatt sooo einen Blödsinn in die Kinos zu bringen!!!

MFG

Noah

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Alternativ- bzw. Originaltitel
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