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Die Legende der Wächter| Kritik 6/10

Kinostart
14.10.2010



Handlung

Der junge Soren ist fasziniert von den epischen Geschichten seines Vaters über die Wächter von Ga’Hoole – diese sagenhafte Truppe geflügelter Krieger zog einst in eine gewaltige Schlacht, um die Eulen gegen die bösen Reinsten zu verteidigen.
Soren träumt davon, eines Tages in die Gemeinschaft der Helden aufgenommen zu werden, doch sein älterer Bruder Kludd verspottet ihn deswegen. Kludd will viel lieber jagen und fliegen – es wurmt ihn, dass sein Vater den jüngeren Bruder vorzieht. Doch Kludds Eifersucht hat fürchterliche Folgen: Beide Brüder fallen aus dem Nest – und direkt in die Klauen der Reinsten. Soren wagt die tollkühne Flucht und wird dabei von anderen tapferen jungen Eulen unterstützt. Gemeinsam erheben sie sich in die Lüfte, fliegen über das Meer und durch den Nebel, um den Großen Baum zu finden, wo die legendären Wächter wohnen: Sie sind Sorens letzte Hoffnung – denn im Kampf gegen die Reinsten gibt es für das Reich der Eulen keine andere Rettung.


Filmkritik | Die Legende der Wächter

„Sucker Punch“ hier, „Superman“ da, „Die Legende der Wächter“ dort. Workaholic Zack Snyder gönnt sich keine Pause und lässt ein Projekt nach dem anderen vom Stapel. Ausgerechnet er, der sich für Blutbäder wie „Dawn of the Dead“, „300“ oder auch den nicht unzimperlichen „Watchmen“ verantwortlich zeichnete, verspürte die Ambition, sich an einem familientauglichen Stoff zu versuchen. Er wollte Kinder zum Lachen bringen, Eltern zu Herzen rühren, ganze Familien, von jung bis alt, wollte er mit „Die Legende der Wächter“ begeistern und hinreißen.

Zack Snyder erfindet sich nicht neu und präsentiert stilistisch seine gewohnte klebrig-pompöse Werbeästhetik, bestehend aus endlose Zeitlupeneinstellungen und Backlightshots. Anstatt mit Blutstropfen konnte Snyder diesmal jedoch nur mit Regentropfen herumkleckern. Snyders Inszenierung sowie der Detailgrad der Animal Logic Studios („Happy Feet“) wissen erwartungsgemäß zu gefallen. Grafisch wird der reinste Eulenschmaus geboten, die Zuschauer werden von dem fast fotorealistischen Renderlook, der beispiellosen Farbenpracht und der fast perfekt und realistisch anmutenden Animationen überwältigt. Selbst 3D-Phobiker bekommen einen Effekt geboten, der den Aufpreis wert ist. Snyders Eulenepos bietet eine native Stereoskopie und keine halbherzige Konvertierung wie beispielsweise bei „Kampf der Titanen“. Zudem findet der Film einen gefälligen Mittelweg zwischen Jahrmarkt-Effekthascherei und subtiler Bildtiefe.

Doch wo Eulen sich im strahlenden Sonnenlicht sonnen, herrscht auch finsterste Dunkelheit. Die Buchvorlage zu „Die Legende der Wächter“ wird in Literaturkreisen in höchsten Tönen als gelungene und fantasievolle Jugendliteratur beschrieben. Aber was in Papierform Teenager anspricht, verkommt auf der Leinwand zu einem primitiven Schlagabtausch zwischen Klischees und Stereotypen. Die Handlung wurde so extrem reduziert, dass dem Zuschauer am Ende bloß der tausendste Abklatsch des ewig gleichen Kampfes zwischen Gut und Böse geboten wird. Mittendrin ein kleiner idealistischer Jüngling, der sich im wahrsten Sinne zum Helden mausert und das leider beinah überraschungs- und spannungsfrei. Die großen Twists erkennt man mit verbundenen Augen, allein anhand der Sprecher, die stereotypengenau besetzt wurden.
Das Hauptproblem des Films ist seine Unentschlossenheit. Er ist weder Fisch noch Fleisch, Eule oder Kauz. Richtet er sich an die Kleinen? Kaum, die Stimmung und der Härtegrad sprechen eine ganz andere Sprache. An Jugendliche und Erwachsene? Ebenfalls mitnichten, denn trotz der imposanten Schauwerten herrscht hinter der Fassade ein erschreckendes Storyvakuum. Dass Warner den Film um satte drei Minuten kürzen ließ, um ihn in Deutschland ab sechs Jahren freigeben zu können, verstärkt diese Diskrepanz zusätzlich.

Die Legende der Wächter“ erinnert an eine Mischung aus „Happy Feet“, „Watership Down“ (nur weniger mörderisch und sozialkritisch) und „300“. Mit all ihren Stärken und Schwächen. Für Kinder, die vor der Jahrtausendwende geboren wurden, eine imposante Angelegenheit. Alle älteren Semester sollten sich trotz aller Hochglanzqualitäten des Films der inhaltlichen Einfältigkeit bewusst sein.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Legende der Wächter, Die

© Warner Bros. Pictures

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USA, Australien

Alternativ- bzw. Originaltitel
Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole




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