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Die Kunst zu gewinnen - Moneyball| Kritik 7/10

Kinostart
02.02.2012



Handlung

Einst wurde er als künftiger Baseball-Superstar gehandelt, konnte den hohen Erwartungen am Ende aber nicht gerecht werden. Nachdem Billy (Brad Pitt) auf dem Spielfeld versagt hat, wird er der Manager einer Mannschaft und überträgt all seinen Ehrgeiz und Kampfgeist in diesen neuen Job. Zu Beginn der Spielsaison 2002 befindet sich Billy in einer schwierigen Situation: Sein Team, die Oakland A's, kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten und hat seine Star-Spieler (mal wieder) an reichere und bessere Clubs verloren. Billy bleibt nichts anderes übrig, als sein Team komplett neu aufzustellen. Er muss gegen die anderen Mannschaften der Liga antreten – mit einem Drittel von deren Budget. Er sieht sich außerhalb des Baseball-Sports um, greift die Theorien von Bill James auf, die bisher keiner ernst genommen hat, und heuert den jungen Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) an, einen intelligenten, mit Zahlen jonglierenden Wirtschaftswissenschaftler. Gemeinsam überprüfen sie alles, was bislang als gängiges Wissen galt und setzen sich darüber hinweg, indem sie sich Computer-Statistiken zu Nutzen machen, die vom Baseball-Establishment bisher immer ignoriert worden sind. Scheinbar gegen jede Vernunft, kommen sie zu dem Schluss, dass sie sich Spieler holen müssen, die aber alle über bestimmte Schlüsseltalente verfügen. Schon bald ecken Billy und Peter mit ihren neuen Methoden und ihrer Gruppe von Außenseitern an: bei der alten Garde, den Medien, den Fans und auch bei ihrem eigenen Field Manager (Philip Seymour Hoffman), der sich weigert, mit ihnen zu kooperieren.


Filmkritik | Die Kunst zu gewinnen - Moneyball

Baseball ist sicherlich keine Sportart, die sich in Deutschland allzu großer Beliebtheit erfreut. Von daher darf man sich durchaus fragen, ob der auf dieser Sportart basierende Streifen "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" in den hiesigen Lichtspielhäusern auf großes Interesse stoßen wird. Weiß man nun noch, dass es in dem Film weniger um den Sport selbst, sondern eher um eine Unternehmensgründung sowie Statistiken zu Baseballspielern geht, scheint der Reinfall an den Kinokassen vorprogrammiert - oder etwa nicht? Nicht ganz - und dafür sorgt in erster Linie Hauptdarsteller Brad Pitt. Denn er dürfte wohl der größte Publikumsmagnet sein, den "Moneyball" zu bieten hat. Alle anderen Qualitäten des Films entfalten sich nämlich nur, wenn man den ersten Schritt gewagt und die Kinokarte bereits gekauft hat.

Und trotz einiger Längen hat "Moneyball" dabei durchaus ein paar gute Ansätze zu bieten. Für viele davon ist Aaron Sorkin verantwortlich, der das Drehbuch geschrieben hat. Schon in der Vergangenheit konnte er mit seinen Vorlagen für Filme wie "The Social Network" überzeugen. Zusammen mit Co-Autor Steven Zaillian, der bereits an "Schindler's Liste" beteiligt war, hat er einen durchaus spannenden Plot aus der als Sachbuch recht trocken angelegten Vorlage gemacht. "Moneyball" basiert nämlich auf einer wahren Begebenheit. Sicherlich mag dabei die Ausgangssituation nicht für jeden Kinogänger interessant sein. Sorkin verpasste der Handlung allerdings einige geistreiche Dialoge und eine gewisse Portion Spannung, so dass man den Film meist als recht unterhaltsam empfindet. Natürlich ist die Geschichte ab einem gewissen Punkt relativ vorhersehbar. Die Überraschungen im Plot halten sich in Grenzen. Dennoch fiebert man bis zu einem bestimmten Grad mit der Mannschaft und ihrem Manager mit.

Dieser wird von Brad Pitt verkörpert und man bekommt wieder einmal demonstriert, warum Pitt immer noch zu den besten Akteuren Hollywoods gehört. Er weiß mit seinem Charisma und seiner ihm ganz eigenen Art in vielen Szenen zu überzeugen und die Zuschauer auf seine Seite zu holen. Dabei lässt er einen fast vergessen, dass der Stoff an sich ziemlich trocken ist. An seiner Seite steht mit Jonah Hill ein bisher eher in Komödien aufgefallener Darsteller. Hill mimt in "Moneyball" mehr als glaubhaft den frisch gebackenen Universitätsabsolventen, der sogar Pitt die ein oder andere Szene stiehlt und auf seine herrliche naive Art überzeugt. Seine Charakterentwicklung ist zwar ebenfalls vorhersehbar, denn war er anfangs noch schüchtern und als klassischer Nerd angesehen, wächst sein Selbstbewusstsein nach und nach. Dennoch ist er eine sympathische Figur in dem Film. Natürlich reicht das alles trotzdem nicht, um "Moneyball" zum großen Kassenschlager bei uns werden zu lassen. Wer allerdings ohne Vorurteile an den Film herangeht, kann sich durchaus gut unterhalten lassen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Die Kunst zu gewinnen - Moneyball

© Sony Pictures Releasing GmbH

Kommentare


Stefanie
15.07.2012, 14:07:50
Mir hat dieser Film gut gefallen, obwohl ich keine Ahnung von Baseball habe. Viel wichtiger als der Sport ansich sind in diesem Film die Charaktere, ihre Entwicklungen und Beziehungen zueinander. Am interessantesten ist dabei natürlich die Figur des Billy Beane, dessen Entwicklung Brad Pitt hervorragend und übezeugend vermittelt. Filmkritik: http://www.leselink.de/filme/sportdrama/moneyball.html

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Steckbrief
Regie
Bennett Miller

Darsteller
Brad Pitt, Brent Jennings, Chris Prat, Jonah Hill, Kerris Dorsey, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright Penn, Stephen Bishop

Genre
Biografie, Drama

Tags
Sport
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Moneyball




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