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Die Herzogin| Kritik 8/10

Kinostart
26.03.2009



Handlung

Auf Grundlage der Biografie von Amanda Foreman schildert Regisseur Saul Dibb in seinem Film „Die Herzogin“ den Aufstieg und das Scheitern der jungen Georgina als Herzogin von Devonshire (Keira Knightley) im England des 18. Jahrhunderts. Frustriert von ihrer Ehe mit dem gefühlskalten Herzog (Ralph Fiennes), der Liebe offenbar nur für ihre beste Freundin Bess (Hayley Atwell) empfinden kann, flieht die Herzogin in das glamouröse Gesellschaftsleben des englischen Hochadels. Nicht nur dessen männliche Mitglieder sind very amused angesichts dieser temperamentvollen Frau voller Esprit. Doch sie als eine Affäre mit dem Liberalen Earl Grey beginnt und sich für dessen politische Ideale begeistert, bekommt sie die Macht der Konventionen zu spüren.


Filmkritik | Die Herzogin

Knapp einen Monat nachdem die Neuverfilmung von Effi Briest den Zuschauern Einblicke in die Gefühlskälte der brandenburgischen Kleinadelswelt des 19. Jahrhunderts eröffnete, entführt die „Die Herzogin“ nun also ins Mutterland des unterkühlten Understatements. Das dieses vor den Herzen der Herzöge nicht Halt macht, führt Regisseur Saul Dibbs in seinem Kostümfilm so opulent ausgestattet vor Augen, wie es sich für einen Film gehört, der im Milieu des Hochadels angesiedelt ist. Schlösser, Parkanlagen, Turmfrisuren, die Oscar-Nomierungen für Kostüme und Ausstattung ließen angesichts des großen Kassenerfolgs in Großbritannien nicht auf sich warten. Was „Die Herzogin“ von der Hohlheit vieler dieser Genrefilme unterscheidet, ist die gute Vorlage. Das Drehbuch unter Mitarbeit des Regisseurs orientiert sich eng an der Arbeit der Devonshire-Biografie, und das tut dem Film überaus gut.

Die Oscar-Nominierungen sind allein schon deshalb verdient, weil Regisseur Dibbs idealtypisch vormacht, wozu Dekore und Kostüme eigentlich immer da sein sollten: Die Charaktere der Personen deutlich zu machen. Je mehr sich etwa die Herzogin aus ihrem goldenem Käfig zu befreien versucht, desto höher werden ihre mit zunehmendem Stolz getragenen Turmfrisuren, bevor diese zusammenbrechen. Eine Paraderolle für Keira Knightley. Im Rahmen ihrer Liebesgeschichte mit dem liberalen Earl of Grey als Widerpart zum herzöglich-konservativen Ehemann ist ihre Entwicklung von der vernachlässigten und betrogenen Ehefrau hin zu einer politisch interessierten Bürgerin des Empire faszinierend zu verfolgen. Eine Frau, die lernt Entscheidungen zu treffen und die deshalb an den Konventionen ihrer Zeit zwangsläufig scheitern muss.
Beinahe genau so zwangsläufig musste in England nach dem Filmstart diskutiert werden, ob sich da nicht viele Parallelen auftäten zum Schicksal der Princess of Wales. Zumal Lady Di tatsächlich eine Nachfahrin dieser Herzogin von Devonshire war. Regisseur Dibbs hütet sich jedoch, seinen Film mit Hinweisen darauf zu belasten. Er vertraut allein der starken Geschichte, die er in „Die Herzogin“ mit nicht minder starken Bilden erzählt.


Filmkritik von Gastautor

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Die Herzogin

© Kinowelt Filmverleih GmbH

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26.03.2009
Passend zum Geburtstag von Hauptdarstellerin "Keira Knightley" startet heute der Film "Die Herzogin" in den deutschen Kinos.
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Großbritanien

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