Die Haut, in der ich wohne - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Die Haut, in der ich wohne| Kritik 7/10

Kinostart
20.10.2011



Handlung

Seit seine Frau bei einem tragischen Autounfall grausam verbrannte, setzt der angesehene plastische Chirurg Dr. Robert Ledgard (Antonio Banderas) alles daran, eine widerstandsfähige, künstliche Haut zu erschaffen. Diese hätte ihr damals das Leben retten können. Nach zwölf Jahren unermüdlicher Forschungsarbeit ist es Dr. Ledgard nun endlich gelungen, eine robuste und doch makellose Haut zu entwickeln, die gegen alle äußeren Einflüsse resistent ist. Was Ledgard jetzt noch braucht, ist die bedingungslose Mitarbeit eines Komplizen sowie ein Forschungsobjekt, das sich der qualvollen Prozedur einer Transplantation unterzieht. Ethisch-moralische Bedenken sind Ledgard gänzlich fremd und seine treue Haushälterin Marilia (Marisa Paredes) unterstützt ihn in jeder Hinsicht. Fehlt nur noch ein menschliches Versuchskaninchen. Da erinnert sich Ledgard an eine offene Rechnung...


Filmkritik | Die Haut, in der ich wohne

Der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar hat sich für "Die Haut, in der ich wohne" vom gleichnamigen Bestseller des französischen Autors Thierry Jonquet inspirieren lassen. Sein Faible für düstere Werke kennt man ja bereits, so dass die Ausrichtung seines neuen Werkes nicht verwundert. "Die Haut, in der ich wohne" ist eine ungewöhnliche Mischung aus Drama, Thriller und leichtem, aber unblutigem Horror, der hin und wieder sogar ins Komödiantische abdriftet. Der Einstieg gestaltet sich dabei allerdings ein wenig zäh. Das mag auch durchaus an der Erzählweise selbst liegen, denn die Intentionen der einzelnen Charaktere sind anfangs nur schwer nachvollziehbar. Ein Grund hierfür ist, dass die Experimente von Progatonist Dr. Robert Legard nur in Ansätzen dem Zuschauer näher gebracht werden. Man weiß zwar, dass er an einer neue Art der menschlichen Haut arbeitet und dabei die Synthese aus menschlichen Genen sowie Genen von Schweinen für sein Experiment nutzt, eine wirkliche Intention dahinter wird allerdings erst später klar.

Genau daraus zieht der Streifen jedoch auch seine große Faszination. Während man selbst noch rätselt, lässt man sich von dem bildgewaltigen Werk verführen. Von der Inszenierung her merkt man, dass sich Almodóvar unter anderem den Klassiker "Metropolis" von Fritz Lang als Vorbild genommen hat. Im Gegensatz zu dem expressionistischem Vorzeigewerk aus dem Jahr 1927 kommen bei Almodóvar selbstverständlich Farben zum Einsatz. Diese sind leuchtend und kräftig, wie es auch einem Picasso gut gestanden hätte. Durch die helle und teils grelle Ausleuchtung der Sets karikiert Almodóvar dabei die düstere Atmosphäre seines Streifens, was viele Szenen in ein sehr bizarres Licht rückt.

Seitens der Schauspieler hat er ebenfalls eine gute Wahl getroffen. Die Karriere von Almodóvar und Hauptdarsteller Antonio Banderas haben sich dabei früher bereits ein paar Mal gekreuzt. In Almodóvars ersten Filmen spielte Banderas bereits mehrere kleine und große Rollen, bevor er letztlich seinen Durchbruch auf der großen Leinwand hatte. Nach "Fessle mich!" aus dem Jahr 1991 ist "Die Haut, in der ich wohne" nun die erste Kooperation der beiden nach 21 Jahren. Banderas spielt dabei nicht nur optisch überzeugend, sondern verleiht seiner Rolle als leicht verrückter Wissenschaftler die notwendige Tiefe. Zwar sind auch seine Motive nicht immer gleich nachvollziehbar, der finale Twist ist jedoch geglückt und vereint verschiedene Schicksale der einzelnen Akteure in einer Offenbarung, die man sich als Zuschauer nicht wie in anderen Streifen bereits nach wenigen Minuten denken kann. Sicher trifft "Die Haut, in der ich wohne" nicht jeden Geschmack. Wer sich jedoch auf das überzeugend inszenierte Werk einlässt, wird gut unterhalten.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Haut, in der ich wohne, Die

© Tobis Film

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 9 * 10 - 7 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Die Haut, in der ich wohne abspielen

Steckbrief
Regie
Pedro Almodóvar

Darsteller
Antonio Banderas, Bárbara Lennie, Blanca Suárez, Elena Anaya, Fernando Cayo, Jan Cornet, Marisa Paredes, Roberto Álamo

Genre
Drama, Thriller
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Spanien

Alternativ- bzw. Originaltitel
La piel que habito




Benutzername

Passwort

Anzeige