Handlung
Im Mädcheninternat von St. Trinian in England gehen die Uhren anders. Dort rebellieren die Pädagogen und Schüler gegen verstaubte Lehrpläne und altbackene Konventionen. Diese anarchische Schule ist dem Bildungsminister Geoffrey Thwaites (Colin Firth) ein Dorn im Auge. Dem verlotterten Treiben dort will er so schnell wie möglich ein Ende machen. Die Schließung der Schule ist für ihn längst beschlossene Sache. Da ist es Wasser auf die Mühlen der mahlenden Schulbürokratie, dass St. Trinian vor dem finanziellen Kollaps steht. Bankrott anmelden aber wollen weder die resolute Direktorin Camilla Fritton (Rupert Everett), die Verflossene des Ministers, noch Schülerinnensprecherin Kelley (Gemma Arterton) oder Neuzugang Anabelle Fritton (Talulah Riley), die Nichte der Direktorin. Das Trio schmiedet einen ziemlich verwegenen Plan. Das berühmte Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" soll gestohlen und versilbert werden. So nehmen die Turbulenzen jetzt richtig ihren Lauf.
Filmkritik | Die Girls von St. Trinian
St. Trinian ist eine exzentrische Schule mit skurrilen Cliquen - und aufgespießten Schrumpfköpfen entlang der Schulauffahrt. Das Vorbild für „Die Girls von St. Trinian“ war Ronald Searles Cartoon-Serie über lasterhafte Mädchen in Schuluniform aus den 40-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – legendär und schwarzhumorig. Das Regiegespann Oliver Parker ("Ernst sein ist alles", "Ein idealer Ehemann") und Barnaby Thompson hat sich bemüht, aus vielen Cartoons einen in sich geschlossenen abendfüllenden Spielfilm zu zimmern. Das ist ihnen richtig misslungen. „Die Girls von St. Trinian“ wirkt deshalb wie eine endlose Aneinanderreihung einzelner Sketche von ganz unterschiedlichem Wertekaliber. Einige Gags zünden, sie sind herrlich grotesk und liebevoll ausgemalt, stehen damit in bester Tradition von Monty Python und Marty Feldman. Andere Gags erweisen sich dagegen als Rohrkrepierer.
„Die Girls von St. Trinian“ ist ein Film mit Längen, überflüssigen Albernheiten – und eben Lichtblicken. Zu diesen zählt nicht zuletzt auch das fulminante Rollenspiel von Rupert Everett („Die Hochzeit meines besten Freundes“). Everett kann in der Doppelrolle der Schuldirektorin Camilla und ihres lehrenden Bruders Carnaby Fritton brillieren. „Die Girls von St. Trinian“ ist in erster Linie ein turbulenter Film mit viel Girl-Power für die umworbene Zielgruppe Mädchen. Erwachsene, die sich für diesen Film ins Kino verirren, erfahren immerhin alles über Emos, Goths und Geeks, Posh Totties und Chavs.
Filmkritik von Gastautor