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Die Fabelhafte Welt der Amélie| Kritik

Kinostart
2001



Handlung

Die kleine Amélie wächst völlig isoliert von anderen Kindern auf, weil ihr Vater, ein ehemaliger Militärarzt, irrtümlicherweise annimmt, sie hätte einen Herzfehler, weswegen sie nicht zur Schule gehen darf. Der "Herzfehler" ist jedoch lediglich das Herzklopfen, das Amélie jedes Mal befällt, wenn ihr Vater sie bei der monatlichen Untersuchung berührt, was er sonst nie tut. Amélie, die sehr fantasievoll ist, erschafft sich in Ermangelung von Spielkameraden ihre eigene Welt, träumt aber immer von einem Bruder.


Filmkritik | Die Fabelhafte Welt der Amélie

Mit Anfang zwanzig ist sie zu einer verträumten Frau (Audrey Tautou) herangewachsen, die sich noch nicht ganz aus der Fantasiewelt der Kindheit gelöst hat. Sie arbeitet als Kellnerin in einem Bistro, wo sie versucht, eine Kollegin mit einem der Gäste zu verkuppeln, wobei sie völlig ignoriert, dass Amors Pfeil sie längst selbst getroffen hat. Ein auf der Straße gefundenes seltsames Fotoalbum, das dem ebenfalls schüchternen und einsamen Nino (Mathieu Kassovitz) gehört sowie das Schatzkästchen eines unbekannten kleinen Jungen aus den fünfziger Jahren, das sie durch einen Zufall in ihrem Badezimmer findet, erschließen ihr langsam die Realität des "wirklichen" Lebens.

Wer hat sich nicht als Kind von Zeit zu Zeit in seine eigene Welt zurückgezogen und sich Dinge vorgestellt, die einem Außenstehenden völlig absurd erscheinen würden, die man selbst aber für mehr oder weniger wahr hielt? Jean-Pierre Jeunet hat auf der Grundlage dieser Idee einen zauberhaften Film gedreht, und es ist so gut wie unmöglich, die Personen in diesem modernen Märchen nicht zu mögen. Amélies Welt ist auch im Erwachsenendasein von skurril erscheinenden Gestalten bevölkert, wie z.B. von dem Mann, der sich regelmäßig am Bahnhof fotografieren lässt und die Bilder immer sofort wegwirft oder von Nino, der ein Hobby daraus gemacht hat, die Passbilder, die andere zerrissen und weggeworfen haben, wieder zusammenzusetzen und liebevoll in ein Album zu kleben, so als hoffte er, auf diese Art etwas über die Menschen zu erfahren, die dahinter stehen, die er sich aber niemals trauen würde anzusprechen. Dass das alles längst nicht so mysteriös ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, erfährt er am Ende der Geschichte früh genug - zusammen mit den Zuschauern, die vielleicht auch nicht an diese Möglichkeit gedacht hatten. Es ist jedem klar, dass Amélie und Nino sich irgendwie und irgendwann finden müssen, aber die Art, wie Jeunet seine im Grunde ziemlich banale Geschichte erzählt, lässt auch nicht eine Sekunde lang Langeweile aufkommen. Die Fabelhafte Welt der Amélie ist nicht nur ein Film, wie er sich nur selten ins berüchtigte "Kinosommerloch" verirrt, sondern einer von der Sorte, deren man das ganze Jahr über nur wenige sieht. Ein Juwel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Jean-Pierre Jeunet

Darsteller
Audrey Tautou, Clotilde Mollet, Dominique Pinon, Jamel Debbouze, Lorella Cravotta, Mathieu Kassovitz, Rufus, Serge Merlin, Yolande Moreau

Genre
Komödie, Romantik
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Frankreich, Deutschland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Le fabuleux destin d'Amélie Poulain

Budget
10 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
173 Mio. US-Dollar (weltweit)



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