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Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3| Kritik 5/10

Kinostart
24.09.2009



Handlung

Unter den Straßen von New York herrscht nackte Angst. Der skrupellose Gangster Ryder (John Travolta) hat zusammen mit seinen Komplizen die U-Bahn Pelham 123 entführt. Dutzende von Fahrgästen sind in dem weitläufigen, unterirdischen Tunnelsystem in der Gewalt der Entführer. Ryder fordert zehn Millionen Dollar, zahlbar innerhalb von nur einer Stunde. Sonst will er seine Geiseln erschießen – eine nach der anderen. Während Ryder kalt und gnadenlos sein Ziel verfolgt, sucht der Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington) fieberhaft nach einer Möglichkeit, den Gangster zu stoppen. Das Problem ist nur, dass Garber ein Beamter der New Yorker Verkehrsbetriebe ist und er für Verhandlungen mit Gangstern und Terroristen in keinster Weise ausgebildet wurde. Dennoch besteht Ryder darauf, ausschließlich mit ihm zu sprechen. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich eine dramatische Verhandlung, bei der etliche Menschenleben auf dem Spiel stehen. Die Zeit rast davon und zwei Fragen stehen im Raum: Kann Garber die Geiseln retten? Und wie will es Ryder schaffen, aus dem hermetisch abgeschotteten Tunnelsystem zu fliehen?


Filmkritik | Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

Mit der Adaption von John Godeys Roman "The Taking of Pelham 1 2 3" hat Regisseur Tony Scott einen Thriller auf die Leinwand gebracht, der zwar durchaus gut unterhält, letztlich aber nicht genügend Substanz und Eigenständigkeit besitzt, um aus dem Gros der Genrevertreter herauszuragen.

Rein visuell und inszenatorisch hat das Filmteam allerdings hervorragende Arbeit geleistet. Die Kamera von Kameramann Tobias Schliessler bleibt dabei selten stillstehen: während der Dialoge zwischen Entführer Ryder und Fahrdienstleiter Garber umkreist die Kamera häufig letzteren, um dessen Nervosität aufzuzeigen, während Ryder gerne von unten gefilmt wird, damit dessen Dominanz und Bedrohung verdeutlicht wird. In den Actionszenen wird gerne auf die Handkamera zurückgegriffen, das verleiht den rasanten Szenen mehr Hektik und wirkt realistischer.

Beim Stichwort Action fällt auf, dass Regisseur Tony Scott sein Handwerk versteht; die Actionszenen wurden rasant und spektakulär inszeniert, so dass der Film über zahlreiche Schauwerte verfügt. Action allerdings steht nicht im Mittelpunkt des Filmes. Vielmehr steht das Psychoduell zwischen Ryder und Garber im Zentrum des Interesses. Dabei kann vor allem Denzel Washington überzeugen, der als Fahrdienstleiter Garber sein schauspielerisches Können unter Beweis stellt, obgleich er schon vielschichtigere Rollen spielen durfte. Sein Gegenspieler wird von John Travolta verkörpert. Der vermag zwar den intelligenten Kriminellen glaubwürdig zu verkörpern, doch dass sein Charakter ein ehemaliger Finanzhai gewesen sein soll, kann man ihm nicht wirklich abnehmen. Sein Charakter bleibt zu eindimensional, was insgesamt ein Problem des Filmes ist.

Es mangelt dem Film "Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3" schlicht und ergreifend am Tiefgang. Zwar existiert ein vermeintlich interessanter Plot, doch der wirkt recht konstruiert und vor allem vermag er nicht wirklich zu überraschen. Zwischen Ryder und Garber findet leider kaum eine Entwicklung statt. Das ist schade, denn ein solches Element sorgte beispielsweise im ebenfalls sehr auf Dialoge ausgelegten Thriller "Collateral" für einen deutlichen Qualitätssprung.

Trotzdem kann Scotts Film durchaus überzeugen. Er ist unterhaltsam und überzeugt durch ein flottes Tempo, das beim Zuschauer keine Langeweile aufkommen lässt. Bedenkt man allerdings, dass der Stoff unter dem Titel "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" schon einmal in den 70ern genial verfilmt und zu einem Klassiker des Genres wurde, so kann Scotts Film im Vergleich dazu nur verlieren. Letztlich bleibt ein durchschnittlicher Thriller, der für Genre-Fans sicherlich sehenswert ist.
Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

© Sony Pictures Releasing

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Steckbrief
Regie
Tony Scott

Darsteller
Aujanue Ellis, Denzel Washington, James Gandolfini, John Travolta, John Turturro, Luis Guzmán, Ramón Rodríguez, Robert Vataj, Victor Gojcaj

Genre
Action, Thriller

Tags
Entführung, U-bahn
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Taking of Pelham 1 2 3

Budget
100 Mio. US-Dollar




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