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Desperate Measures| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Ein kleiner Junge, der an Leukämie erkrankt ist, ein verzweifelter Vater und ein lebenslänglicher Häftling als einziger in Frage kommender Spender von Knochenmark - das sind die Zutaten zu Barbet Schroeders Thriller DESPERATE MEASURES. Und natürlich denkt der mehrfache Mörder Peter McCabe (Michael Keaton) nicht daran, sich freiwillig auf den OP-Tisch zu legen, um das Leben eines Kindes zu retten. Dummerweise ist Frank Conner (Andy Garcia), der Vater des kranken Matt (Joseph Cross), Polizist und denkt seinerseits nicht daran, dies so einfach hinzunehmen. Das Krankenhaus wird zum Schauplatz einer wilden Verfolgungsjagd, als McCabe schließlich doch einwilligt und die bevorstehende Operation als willkommene Gelegenheit zur Flucht wahrnimmt...


Filmkritik | Desperate Measures

Angeblich spielen alle kleinen Jungen gern Räuber und Gendarm, und wenn dafür auch noch eine entsprechende Schauspielergage winkt, dann sagt auch das Kind im Manne sicher nicht nein. Solange dieses Spiel den Zuschauer unterhält, ist auch nichts dagegen einzuwenden. Und für Unterhaltung ist bei DESPERATE MEASURES bestens gesorgt, wenn auch nicht gerade auf Shakespeare-Niveau. Aber wer erwartet das schon, wenn er sich einen Actionfilm im Kino ansieht. Alle Zutaten sind vorhanden, der klassische Bösewicht, der letztendlich doch so etwas wie Herz zeigt, das altkluge Kind, das mit seinen Bemerkungen die Erwachsenen in die Tasche steckt und der vermeintlich aufrichtige Gesetzeshüter, der in einer schwachen Stunde seinem kriminellen Gegenüber gesteht, dass auch er ein paar Leichen im Keller hat. Was diesmal fehlt, sind die nackten Frauen, die den Helden hofieren, aber wer vermisst die schon ernstlich, außer ein paar männlichen Zuschauern vielleicht, die einzig aus diesem Grunde das Kino heimsuchen.

Die weibliche Hauptrolle spielt Marcia Gay Harden als Dr. Samantha Hawkins, die eigentlich den kleinen Matthew betreut, aber die meiste Zeit damit beschäftigt ist, sich um die blutenden Opfer zu kümmern, die McCabe bei seiner Flucht durch die Klinik überall herumliegen lässt. Außerdem muss sie sich noch von ihm ein Messer an die Kehle halten lassen, wird aber von Conner mit Zähnen und Klauen verteidigt, denn wer sollte sonst seinen Sohn operieren, falls es doch noch gelingt, des widerspenstigen Spenders habhaft zu werden?

Was Michael Keaton so alles anstellt, um seine Flucht überhaupt erst möglich zu machen, spottet wahrscheinlich jeglichem Realismus, aber der Zuschauer sieht ihm trotzdem fasziniert und angeekelt zu, wie er sich auf die bevorstehende Operation auf seine Art vorbereitet. Batman ist auch ohne Gummidress unbesiegbar, so hat es zumindest den Anschein. Ganz ungeschoren kommt er dennoch nicht davon und humpelt heroisch mit einer Schusswunde im Bein durch die Gänge. Solche Lappalien können ihn natürlich nicht aufhalten, aber wenigstens erspart er uns den Anblick seines männlichen Oberkörpers im Feinripp, der ohnehin das Markenzeichen von Schauspielerkollege Bruce Willis ist, der sich bekanntlich ebenfalls von solchen Kleinigkeiten wie stark blutenden Verletzungen nicht beeindrucken lässt. Während McCabes Flucht geht natürlich so einiges zu Bruch, man kann nur hoffen, dass das Krankenhaus subventioniert ist, um den Flurschaden später bereinigen zu können, der zur Erbauung des Zuschauers hier angerichtet wird. Aber das ist schließlich Sinn und Zweck eines solchen Spektakels.

Fazit: Recht solide inszenierter Thriller mit zwei guten Hauptdarstellern, der die 100 Minuten im Kinosessel nicht allzu lang werden lässt.


Filmkritik von Monika Hübner

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