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Der Wald vor lauter Bäumen| Kritik

Kinostart
2003



Handlung

Die junge Lehrerin Melanie Pröschl (Eva Löbau) zieht vom Schwabenland nach Karlsruhe, um dort ihren ersten Job an einer Realschule anzutreten. Voller Enthusiasmus plant sie, frischen Wind in die Schule zu bringen und diverse alte Zöpfe abzuschneiden, was bei ihren "alteingesessenen" Kollegen allerdings auf wenig Gegenliebe stößt. Ihr mangelndes Durchsetzungsvermögen gegenüber den Schülern führt zudem dazu, dass in ihrer Klasse bald das schönste Chaos herrscht. Auch im Privatleben geht einiges schief: Ihr krampfhaftes Bemühen, neue Freunde zu gewinnen, kommt bei der Boutiqueinhaberin Tina (Daniela Holtz) auf Dauer nicht gut an - sie empfindet Melanie ziemlich bald als Klette. Die Annäherungsversuche ihres Kollegen Thorsten (Jan Neumann) weist Melanie jedoch beharrlich zurück. Es scheint, als wollte sie nach der Enttäuschung mit ihrem langjährigen Freund nicht so bald wieder einen Mann zu nahe an sich heranlassen.


Filmkritik | Der Wald vor lauter Bäumen

Die meisten von uns haben selbst schon Ähnliches erlebt: Ein Lebensabschnitt ist beendet und ein neuer beginnt, oft in einer völlig unbekannten Umgebung. Doch das, was sich vor den Augen des Zuschauers abspielt, hat manchmal so groteske Züge, dass ich mich fast an Loriots Parodien der menschlichen Natur erinnert fühlte. Andererseits war es wiederum so realistisch, dass es fast beängstigend war. Schmerzhaft. Melanie hüpft fröhlich von einem Fettnapf in den nächsten, ohne es zu bemerken, sodass jeder weitere Fauxpas sie nur tiefer in ihre Misere hinabzieht. Um etwas zu ändern, muss man sich erst einmal bewusst werden, dass man etwas falsch macht, und Melanie scheint überhaupt nicht lernfähig zu sein. In Büchern nerven mich Protagonisten, die nie aus ihren Fehlern lernen,  ohne Ende, und auch bei diesem Film hatte ich irgendwann das kaum zu unterdrückende Bedürfnis, der Heldin einmal ziemlich deutlich die Meinung zu sagen. Es war peinlich. Trotzdem musste ich weiter zusehen. Es ist wohl so, dass in so ziemlich jedem von uns ein Voyeur steckt.

Der Film, der zuerst recht lustig begonnen hatte, wuchs sich zu einem menschlichen Drama aus, man sagte sich, dass es kein gutes Ende nehmen könne. Am Ende ist die Geschichte natürlich nicht wirklich zu Ende, und es bleibt dem Zuschauer überlassen, die Symbolik zu interpretieren. Man kann es so und so sehen, doch mein unverbesserlicher Optimismus sagt mir, dass Melanie es letztendlich doch noch gerafft hat.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Maren Ade

Darsteller
Daniela Holtz, Eva Loebau, Heinz Röser-Dümmig, Ilona Schulz, Jan Neumann, Martina Eckrich, Nina Fiedler, Robert Schupp

Genre
Deutscher Film, Drama

Tags
Schule
Gastkritiken
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Herstellungsland
Deutschland




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