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Der Vorleser| Kritik 10/10

Kinostart
26.02.2009



Handlung

Eine ungewöhnliche Liebe in einer schicksalhaften Zeit, vor einem noch schicksalhafteren Hintergrund, entsteht in Der Vorleser, als der 15-jährige Michael Berg (David Kross) nach einer turbulenten Zugfahrt der Schaffnerin Hanna Schmitz (Kate Winslet) begegnet. Aus der Not heraus, hilft die erwachsene Frau dem Jungen über einen Übelskeitsanfall hinweg, entsteht eine tiefe Freundschaft und dann etwas wie Liebe. Eine Beziehung, die sich in regelmäßigen Vorleseritualen vertieft. Bis Hanna ganz plötzlich und wortlos aus Michaels Leben verschwindet. Erst Jahre später führt es die Liebenden wieder zusammen: Mit Michael (Ralph Fiennes) als angehendem Anwalt und Hanna auf der Anklagebank.


Filmkritik | Der Vorleser

Mit schweren und je nach Emotion beflügelnden oder aber belastenden Bildern führt der Regisseur Stephen Daldry, bekannt durch „The Hours“ und „Billy Elliot - I Will Dance“, in den rund 124 Filmminuten nicht nur durch eine tiefsinnige Geschichte nach dem Bestseller von Bernhard Schlink, sondern auch durch ein wahres Chaos an Gefühlen.

Im Vordergrund des Geschehens stehen in erster Linie zwar die Gefühle der Protagonisten, im Hintergrund jedoch stehen sowohl die Schuld als auch die Gefühle vieler im Bezug auf die nationalsozialistischen Geschehnisse der Vergangenheit, die hinter uns allen liegen. Hanna steht ihrer Vergangenheit und ihrem Mitwirken im Holocaust wegen vor Gericht. Einer Schuld die man der zarten und ruhigen Frau kaum zusprechen mag, auch wenn ihre Gesichtszüge immer wieder etwas anderes verraten; Hier überzeugen vor allem Winslets (bekannt durch „Titanic“, „Iris“ und „Enigma - Das Geheimnis“) überragenden und authentisch wirkenden, schauspielerischen Leistungen. Diese verschaffen dem Publikum nicht nur in regelmäßigen Abständen unangenehme Gänsehautschübe, sondern brachten der gebürtigen Engländerin auch eine weitere Oscarnominierung ein. Ebenfalls überzeugend spielen Kross (bekannt durch „Krabat“ und „Knallhart“) als leidenschaftlicher und rebellierender Jungendlicher und nicht zuletzt Ralph Fiennes (bekannt aus „Roter Drache“ und „Schindlers Listee“). Fiennes steht Winslet in seiner Rolle als erwachsener Michael an Schweremut und Zerrissenheit in nichts nach. Denn Michael sieht sich plötzlich der schwersten Fragen in seinem Leben gegenüberstehen: Ist die Frau die er liebte wirklich der beschuldigten Grausamkeit schuldig oder ist sie es nicht?

Eine Frage, die sich auch das Publikum immer wieder stellt. Auch wenn die Wahrheit schwerwiegend, wie ein Eisberg der mit Der Vorleser nur die Spitze zeigt, in erster Linie hinter uns, in unserer eigenen, düsteren Vergangenheit, liegt. Einer Vergangenheit, der sich mit diesem brillanten Werk nicht nur die Darsteller stellen werden. Fantastisches Kino, nominiert für 5 Oscars und zahlreiche weiteren Auszeichnungen, mit einem passenden, bitteren und aufwühlendem Nachgeschmack, der einen auch Tage nach dem Filmgenuss noch zum Nachdenken anregen wird.


Filmkritik von Gastautor

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News

26.02.2009
SPIEGEL online berichtet über das Drama "Der Vorleser". Kate Winslet wurde für ihre Rolle in dem Film mit einem Oscar bedacht.
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