Der talentierte Mr. Ripley - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Der talentierte Mr. Ripley| Kritik

Kinostart
1999



Handlung

Die meisten Menschen haben irgendein besonderes Talent, Tom Ripley (Matt Damon) hat gleich mehrere davon. Seine besondere Stärke besteht jedoch in der Vorspiegelung falscher Tatsachen bzw. darin, vorzugeben etwas zu sein, was er gar nicht ist. Eine geborgte Jacke wird sein Schicksal. Herbert Greenleaf (James Rebhorn), der ihn irrtümlich für einen ehemaligen Mitschüler seines Sohnes Dickie (Jude Law) hält, bittet ihn, nach Italien zu reisen, um Dickie zur Rückkehr nach Amerika zu bewegen. Die versprochenen tausend Dollar Aufwandsentschädigung sind mehr als genug, um Tom zu überzeugen.

In Italien angekommen, nistet er sich bei Dickie und dessen Verlobter Marge (Gwyneth Paltrow) ein. Seine aufdringliche Freundschaft wird Dickie jedoch bald lästig, und die Ereignisse spitzen sich zu...

Filmkritik | Der talentierte Mr. Ripley

An den Erfolg eines mehrfach Oscar-prämierten Films anzuknüpfen, ist immer ein schwieriges Unterfangen. Wem "Der Englische Patient" gefallen hat, der war sicher neugierig auf Minghellas neuestes Werk, die Verfilmung eines Romans von Patricia Highsmith. Wie bei den meisten Literaturverfilmungen geht man wahrscheinlich am unvoreingenommensten an diesen Film heran, wenn man das Buch vorher nicht gelesen hat. Abgesehen von einigen Längen präsentiert "Der talentierte Mr. Ripley" sich unter diesen Voraussetzungen als durchaus sehenswert, wenn auch nicht im selben Maße wie "Der englische Patient".

Matt Damon wirkte als Tom Ripley wesentlich überzeugender auf mich als in seiner Rolle als Will Hunting in dem ebenfalls Oscar-prämierten "Good Will Hunting". Seine scheinbare Unbeholfenheit steht in krassem Gegensatz zu dem strahlenden Dickie Greenleaf, der bei allen beliebt ist. Unversehens in die Rolle des hässlichen Entleins gedrängt, entdeckt er an sich selbst Charakterzüge, von denen er bisher nichts geahnt hatte. Der eher oberflächliche Dickie, meisterhaft gespielt von Jude Law, kann mit Toms Stimmungsschwankungen und offensichtlichen Komplexen nichts anfangen und merkt zu spät, dass er mit seinen Bemerkungen zu weit gegangen ist. Dickies Verlobte Marge ist die einzige, die beide Männer zu durchschauen vermag, aber sie hat letztendlich keine Chance, zur Aufklärung der mysteriösen Ereignisse beizutragen. Die Sympathien der Zuschauer sind auf der Seite von Gwyneth Paltrow in der Rolle der Marge; im Gegensatz zu ihr wissen sie längst, was passiert ist und verfolgen, wie sie langsam selbst darauf kommt.

"Der talentierte Mr. Ripley" ist kein Thriller, bei dem man als Zuschauer in jeder Minute mitfiebert. Er setzt vielmehr auf Stimmungen und schöne Bilder, die eigentliche Handlung kommt nur langsam voran. Von dieser Warte aus gesehen ist es sicher kein Film für diejenigen, die von einem Krimi vor allem Action erwarten. Man hätte ihn an einigen Stellen kürzen können, andererseits hätte dann vielleicht doch etwas gefehlt. Wer ihn sich ansehen will, sollte sich auf jeden Fall darauf einrichten, eine gehörige Portion Sitzfleisch mitzubringen.


Filmkritik von Monika Hübner

Sag es weiter



Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 57 / 4 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Talented Mr. Ripley

Budget
40 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
128 Mio. US-Dollar (weltweit)



Benutzername

Passwort

Anzeige