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Der Solist| Kritik 8/10

Kinostart
10.12.2009



Handlung

Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Zeitungskolumnist der LA Times, trifft in den Straßen von Los Angeles durch einen Zufall das ehemalige Wunderkind der klassischen Musik Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx). Mit viel Verständnis, Geduld und durch die Kraft der Musik versucht Lopez, dem schizophrenen, obdachlosen Cellisten wieder eine Perspektive zu geben und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen. Dabei entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft, die das Leben der beiden Männer vollkommen verändert.

Filmkritik | Der Solist

Joe Wright, der uns 2005 mit "Stolz und Vorurteil" und 2007 mit "Abbitte" beglückt hat, ist dieses Jahr zurück mit "Der Solist". Einige Kritiker hielten Wrights Erstlingswerk für das beste Regiedebüt seit John Hustons "Malteser Falke" (1941). Nach seinem letzten Film, der äußerst episch anmutet, geht "Der Solist" in die andere Richtung. Aber auch in kleinerem Maßstab versteht es Wright, seine Feder ebenso brillant zu führen und ein stilvolles und bewegendes Drama um einen obdachlosen Musiker zu kreieren.

Zusamen mit einigen Kollegen, die Wright schon bei "Abbitte" unterstützt haben, insbesondere Kameramann Seamus McGarvey und Komponist Dario Marianelli, gestaltet er hier einen verblüffenden Film voller Gefühle, ohne dabei in Klischees abzurutschen oder die Tränendrüsen überzustrapazieren. Die Slums von Los Angeles als Kulisse der Handlung sahen noch nie so gut aus, wie Wright und McGarvey sie einfangen. Marianelli schöpft eine delikate musikalische Untermalung und jongliert gekonnt und wundervoll mit Beethovens und anderer klassischer Musik.

Der Titel "Der Solist" verleitet anzunehmen, dass der Film um den Musiker Nathaniel Ayers (Jamie Foxx) zentriert ist. Doch in Wirklichkeit geht es um Steve Lopez (Robert Downey Jr.) und wie Ayers ihn verändert. Downeys Darbietung dieses Charakters stellt eine seiner besten schauspielerischen Leistungen überhaupt dar. Seine ruhige und subtile Vorstellung bringt die trockene Natur (und den trockenen Humor), aber gleichzeitig auch die Fürsorglichkeit Steves gekonnt zum Ausdruck.

Wenn der Film als Kommentar zur Situation der Obdachlosen in den Vereinigten Staaten aufgefasst wird, ist es der einzige Wermutstropfen, den Wright mit seinem Werk liefert - denn als Grund für Obdachlosigkeit scheint für ihn nur Irrsinn möglich.

Sicher ist "Der Solist" nicht für jedermann unterhaltsam und interessant. Wer sich aber gerne auf ein Charakterdrama voller Stil einlässt, wird von Downey und Foxx nicht enttäuscht: Die schauspielerische Leistung der beiden alleine macht den Film bereits sehenswert. Am Ende liefert Wright erneut einen brillanten Film ab.


Filmkritik von Gastautor

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Der Solist

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Herstellungsland
Frankreich, Großbritannien, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Soloist




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