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Der Soldat James Ryan| Kritik

Kinostart
08.10.1998



Handlung

Wir schreiben das Jahr 1944. Während die Alliierten im Juni in der Normandie landen, um das besetzte Frankreich zu befreien und den Grundstein zulegen den Krieg gegen Deutschland zu gewinnen, erhält der Stabschef im fernen Amerika die Nachricht, dass im Zuge der Invasion zwei Brüder der Familie Ryan gefallen sind. Da schon einige Wochen zuvor ein weiterer Soldat namens Ryan in Neuguinea sein Leben lassen musste, entscheidet er, den letzten verbleibenden Bruder unverzüglich nach Hause zu holen. Der erfahrende Captain John H. Miller (Tom Hanks) wird mit dem Auftrag betraut, den versprengten Fallschirmjäger James Francis Ryan (Matt Damon) mit Hilfe der besten Männer seiner Kompanie aufzuspüren und ihm die unversehrte Heimreise zu ermöglichen.

Filmkritik | Der Soldat James Ryan

Man muss an Steven Spielbergs Filmen nicht immer Gefallen finden, aber "Der Soldat James Ryan" gehört ohne Frage zu einem der eingehendsten und größten Filmkunstwerke unserer Zeit. Nach "Schindlers Liste" (1993) wagt sich Spielberg ein weiteres Mal an die schwierige Thematik des zweiten Weltkriegs heran und es gelingt ihm einmal mehr, ohne übertriebenes Pathos, ein realgetreues Bild der damaligen Situation zu zeichnen und eine Geschichte zu erzählen, die zumindest im Ansatz auf wahren Begebenheiten beruht.

Die lange Sequenz über die Landung in der Normandie ist genauso brutal wie berührend und macht deutlich, in welchem Rahmen sich diese Geschichte abspielt. Eine Zeit in der die Relevanz des menschlichen Lebens, des Individuums, auf ein Minimum reduziert wird und letztendlich doch den Unterschied macht. Ein großartig aufspielender Tom Hanks, der seiner Verkörperung des Captains Miller - im wahren Leben Schullehrer - so viel Tiefe verleiht, dass es früher oder später jeden Zuschauer mitreißt; eine Inszenierung, eine Sprache der Bilder die von sich aus schon so viel Verzweiflung, Leid und Härte vermittelt, dass sie für alle folgenden Kriegsfilme stilbildend sein sollte. Zu guter letzt eine Stimmung die während des ganzen Filmes in schockierender und fesselnder Weise transportiert wird, so dass es kaum möglich ist, sich der Geschichte und zumindest einem Hauch von Mitgefühl zu entziehen. Wenn die Truppe, auf der Suche nach Ryan, durch die wunderschönen Landschaften zieht und kurz darauf die grundlegende Frage nach Menschlichkeit in Kriegszeiten gestellt wird, oder plötzlicher Regen einsetzt und von der einen auf die andere Sekunde der Schrecken des Krieges, die Herzlichkeit zwischen den Männern hinweg spült, spätestens dann wird jedem bewusst, dass man es hier mit mehr als einem durchschnittlichen Film zu tun hat.
Spielberg gelingt es, abseits der teilweise schrecklichen Handlung, die Wirren des Krieges und der teilnehmenden Psyche offen zu legen. Die großartigen und oftmals drastischen Bildern sind das Eine, was dem Film aber seinen Unglaublichen Wert verleiht, ist vielmehr das Zusammenspiel und ständige hin und her zwischen dem großen Ganzen und der eigenen Persönlichkeit.

Der mit 5 Oscars ausgezeichnete Film "Der Soldat James Ryan" erinnert in seiner Klasse in weiten Teilen eher an einen Dokumentarfilm, so dass manch ein Kritiker die Rahmenhandlung als unnötig und übertrieben bezeichnet. Entgegen dieser Ansicht könnte man aber auch behaupten, dass sich gerade erst aufgrund dieses Rahmens, die Stärke des Filmes entwickelt und deutlich macht. Unabhängig dessen, ist "Ryan" bis heute der (Anti-)Kriegsfilm schlecht hin und sucht im umfangreichen Katalog - von "Full Metall Jacket" abgesehen - vergeblich nach Konkurrenz.


Filmkritik von Johnny Künstler

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Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Saving Private Ryan

Budget
70 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
482 Mio. US-Dollar (weltweit)



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