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Der Pferdeflüsterer| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Die dreizehnjährige Grace (Scarlett Johansson) hat bei einem Ausritt einen schweren Unfall, bei dem auch ihr Pferd Pilgrim schwer verletzt wird. Sie muß mitansehen, wie ihre beste Freundin von einem Truck überrollt wird und verliert selbst ein Bein. Schlimmer als die körperlichen Verletzungen ist jedoch ihr seelisches Trauma, sie zieht sich nach dem Unfall völlig in sich selbst zurück. Pilgrim, der wie durch ein Wunder ebenfalls überlebt, wird bösartig und läßt niemanden mehr an sich heran, noch nicht einmal Grace. In dieser verfahrenen Situation beschließt Grace's Mutter Annie (Kristin Scott Thomas), sich an einen sog. Pferdeflüsterer zu wenden, über den sie in einem Magazin gelesen hat. Da sie ihn nicht dazu überreden kann, nach New York zu kommen, um sich das Pferd anzusehen, beschließt sie kurzerhand, mit Pferd und Tochter nach Montana zu fahren und die Dinge vor Ort zu klären. Es stellt sich heraus, daß Tom Booker (Robert Redford) nicht nur von Pferden etwas zu verstehen scheint...


Filmkritik | Der Pferdeflüsterer

Es ist kaum zu glauben: Dieser Film erzählt tatsächlich eine Geschichte, und zwar eine, die sowohl einen Anfang als auch ein Ende hat. Denjenigen, denen dies künstlerisch nicht anspruchsvoll genug ist, seien die vielen handlungs- und inhaltsfreien Filme empfohlen, mit denen man die Kinobesucher in diesem Jahr sonst abgespeist hat. Auch wenn "Der Pferdeflüsterer" keineswegs perfekt ist (aber das sind schließlich die wenigsten Filme), hat er demjenigen Zuschauer, der bereit ist, sich auf dieses zweieinhalb Stunden lange Epos einzulassen, einiges zu bieten. Die beiden ersten Akte, die in gewisser Weise einen Vorspann bilden, heben sich durch das unterschiedliche Format (1.85:1) vom restlichen Film ab, was unter Umständen jedoch verwirrend sein kann, wenn man es vorher nicht weiß: Man könnte auf die Idee kommen, daß mit der Projektion etwas nicht stimmt. Der Rest des Films wurde im Format 2.35:1 gedreht, wohl um die großartige Landschaft richtig zur Geltung zu bringen.

Die atemberaubend schöne Kulisse der Rocky Mountains macht den Pferdeflüsterer zu einem Fest für's Auge, doch auch an den Schauspielern ist kaum etwas auszusetzen, man nimmt ihnen ihre Rollen ab, und es kommt trotz der Länge keine Langeweile auf. Manchem mag die Geschichte allerdings etwas zu rührselig geraten sein, und den von Hause aus sentimentalen Mitmenschen sei empfohlen, vorsichtshalber ein Päckchen Taschentücher mit ins Kino zu nehmen.

Störend wirkt lediglich wieder einmal der Altersunterschied zwischen der weiblichen Hauptdarstellerin und ihrem männlichen Gegenstück. Es ist schwer zu glauben, daß Annie MacLean ihren attraktiven Ehemann Robert (Sam Neill) mit jemandem betrügt, der gut und gern ihr Vater sein könnte. Robert Redfords Regiearbeit in allen Ehren, aber aus der Rolle des jugendlichen Liebhabers und Charmeurs dürfte er schon seit geraumer Zeit herausgewachsen sein. Vielleicht hätte er die Rolle des Tom Booker doch mit jemand anderem besetzen sollen, dann wäre dieser Teil der Story etwas glaubhafter geworden. Hervorzuheben wäre noch die Leistung von Scarlett Johansson, die die Höhen und Tiefen, die die kleine Grace im Laufe ihrer Genesung durchmacht, wirklich gut und glaubhaft herüberbringt.

Fazit: Vielleicht kein Meisterwerk, aber ein Film, der einen nicht unberührt läßt. Nicht nur für Pferdeliebhaber sehenswert.


Filmkritik von Monika Hübner

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