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Der Mann in der Eisernen Maske| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der drei Musketiere, die eigentlich vier waren? Die Geschichte vom Mann in der eisernen Maske, die ebenfalls auf einem Roman von Alexandre Dumas basiert, spielt 25 Jahre danach - unsere Musketiere sind entsprechend älter, und jeder geht einem anderen "Gewerbe" nach. Es regiert auch nicht mehr Louis XIII in Frankreich, sondern dessen Sohn Louis XIV, der Erbauer von Versailles, der als "Sonnenkönig" in die Geschichte eingegangen ist. Aber soweit sind wir noch nicht, denn vorerst ist Louis (Leonardo DiCaprio) ein arroganter, egoistischer Jüngling, der nur sein Vergnügen im Sinn hat, während das Volk in den Straßen von Paris hungert.

D'Artagnan (Gabriel Byrne), Athos (John Malkovich), Porthos (Gérard Depardieu) und Aramis (Jeremy Irons) haben jeder ihren ganz eigenen Grund, warum sie Louis loswerden wollen. Ein lange verschwiegenes Geheimnis kommt ihnen dabei zu Hilfe: König Louis hat einen Zwillingsbruder, der gleich nach der Geburt fortgeschafft wurde, um die Thronfolge nicht in Frage zu stellen. Niemand hat ihm jemals seine wahre Herkunft verraten, und seit sechs Jahren wird er in einem tiefen Verlies gefangengehalten, über dem Gesicht eine eiserne Maske, damit niemand zufällig seine Ähnlichkeit mit dem König von Frankreich bemerken kann. Die vier Musketiere schmieden nun ein Komplott, um Louis gegen seinen Zwillingsbruder Philippe auszutauschen, um das französische Volk von Louis' despotischer Herrschaft zu befreien.


Filmkritik | Der Mann in der Eisernen Maske

Auch wenn DER MANN IN DER EISERNEN MASKE nichts wirklich Neues zu bieten hat, kann sich diese Neuverfilmung durchaus sehen lassen, nicht zuletzt sicher auch wegen der Starbesetzung. Man hat den Eindruck, dass es den durchweg älteren Herren Spaß gemacht hat, dass sie zur Abwechslung einmal Musketiere spielen durften, und das sozusagen mit allem drum und dran. Frauen sind in diesem Film nur schmückendes Beiwerk und kaum der Erwähnung wert, aber das bringt die Geschichte eben mit sich.

Leonardo DiCaprio mag in der Rolle des jungen Ludwig XIV. überraschen, dass die Wahl auf ihn fiel, war jedoch ein guter Griff. Immerhin muss er in seiner Doppelrolle zwei völlig unterschiedliche Charaktere spielen, was ihm ziemlich überzeugend gelingt. Seine arrogante Haltung als König von Frankreich erinnert stellenweise etwas an Jaye Davidson als Ra in Roland Emmerichs STARGATE, aber das liegt vielleicht auch nur an der ähnlichen Frisur. Klar ist: "Es kann nur einen geben". Louis oder Philippe, einer muss verschwinden.

Die kurioseste Gestalt ist wohl Gérard Depardieu als Porthos, obwohl man sich kaum eine idealere Besetzung für diese Rolle vorstellen kann, wenn man Dumas' Bücher gelesen hat. Der alternde Porthos ist mit sich selbst nicht mehr eins und hegt seit längerem Selbstmordgedanken, mit denen er seinen Freunden ziemlich auf die Nerven fällt. Obwohl sie ihn nicht so ganz ernst nehmen, sägen sie vorsichtshalber den Balken in der Scheune an, für den Fall, daß er doch auf die Idee kommt sich aufzuhängen. Rätselhaft bleibt, warum er dies unbedingt nackt tun muss. Depardieu scheint sowieso eine Vorliebe dafür zu haben, sich im Adamskostüm auf der Leinwand zu präsentieren, denn auch in GERMINAL sah man ihn aus einem Badezuber steigen, so wie Gott ihn erschaffen hat. Und er hat ihn nun einmal nicht als Adonis erschaffen. Eigentlich hatte ich mir damals vorgenommen, mir Höhlenbären künftig nur noch im Naturkundemuseum anzusehen, aber nun bin ich unfreiwillig doch noch einmal in diesen Genuss gekommen. Sei's drum.

Insgesamt ist DER MANN IN DER EISERNEN MASKE weder neu noch besonders originell, aber wer einfach wieder einmal einen Kostümfilm im Kino sehen will und keine allzu hohen Ansprüche stellt, wird zwei Stunden lang gut unterhalten.


Filmkritik von Monika Hübner

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Herstellungsland
USA, Großbritannien

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Man in the Iron Mask

Budget
35 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
182 Mio. US-Dollar (weltweit)



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