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Der Informant| Kritik 8/10

Kinostart
05.11.2009



Handlung

Was denkt sich dieser Mark Whitacre (Matt Damon) nur dabei? In dem gigantischen Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) hatte er eine glänzende Karriere vor sich – jetzt verrät er plötzlich seinen Arbeitgeber an das FBI: Weil es um multinationale, illegale Preisabsprachen geht, sieht er sich bereits als aufrechten Einzelkämpfer, der am Ende mit einer Beförderung belohnt wird. Doch zunächst braucht das FBI handfeste Beweise – Whitacre ist sofort bereit, mit dem in seinem Aktenkoffer versteckten Recorder Gespräche aufzuzeichnen: Er kommt sich dabei wie ein Geheimagent vor. Leider findet das FBI bald heraus, dass dieser Hauptzeuge seine eigenen Unterschlagungen in der Firma tunlichst verschwiegen hat. Weil Whitacre seine Aussagen immer wieder ändert, sind die zuständigen Agenten (Scott Bakula und Joel McHale) völlig frustriert, denn damit steht das gesamte Verfahren gegen ADM auf dem Spiel – inzwischen lässt sich nicht mehr auseinanderhalten, wann Whitacre die Wahrheit sagt und wann seine Fantasie mit ihm durchgeht.


Filmkritik | Der Informant

Neue Filme von Quentin Tarantino sind immer ein besonderes Ereignis. Das gilt auch für das Schaffen seines Kollegen Steven Soderbergh. Mit dem Filme "Der Informant" hat der bekennende Eklektizist Soderbergh eine Agentengeschichte mit unglaublicher Leichtigkeit auf die Leinwand gebracht. Dieser Film ist in seinen besten Momenten leicht wie eine Feder und mit schöner Pseudo-Beiläufigkeit in Szenen gesetzt. Das ist eben der Soderbergh-Touch.

Die wahre Geschichte des Mark Whitacre, dem es trotz oder gerade wegen einer wohl bipolaren Störung in seinem Hirn gelingt, vom unscheinbaren Biochemiker zum Superinformanten des FBI in Sachen Wirtschaftswelt aufzusteigen, ist hier mit den Mitteln einer Farce erzählt: Wie dieser Whitacre langsam aber sicher die FBI-Agenten zur Verzweiflung treibt, das ist aberwitzig, skurril, komisch, tragisch und spannend zugleich. Diese stilistische Gradwanderung gelingt nicht zuletzt auch deshalb, weil Matt Damon in der Hauptrolle als Mark Whitacre brilliert. Er beherrscht die Nuancen des zurückgenommen Spiels und gibt dem spießigen Spinner, der nicht zuletzt auch Dank des Geheimdienstes an Macht und Einfluss gewinnt, eine glaubhafte Statur. Als eine verirrte Seele im Turbokapitalismus verkörpert der Darsteller in diesem Film die perfekte Unscheinbarkeit.

Matt Damon, der 1970 in Cambridge/Massachusetts geborene Schauspieler und Drehbuchautor ("Good Will Hunting", 1997) hat mit der "Bourne"-Trilogie seinen bislang größten Erfolg feiern können. Der Nachfahre finnischer Einwanderer ist ein Mann ganz nach Soderberghs Geschmack. In dessen eleganter Gaunerfarce "Ocenan's Eleven" (2001), "Ocean's Twelwe" (2004) und "Ocean’s Thirteen" (2008) agierte er bereits als Verve an der Seite von George Clooney und Brad Pitt.

"Der Informant" erzählt eine abgründige Geschichte mit viel Raffinesse. Das macht es dem Zuschauer anfangs allerdings gar nicht leicht. Die erste halbe Stunde des Films ist ein verwirrender Auftakt. Der Kinogänger hält gleichsam ein halbes Dutzend Fäden in den Händen, die sich erst im Lauf der Zeit mit einander verknüpfen. Wie Soderbergh das schließlich schafft, ist virtuos und höchst vergnüglich zu zuschauen. Dieser Film weckt die Lust, sich die älteren Filme des 1963 in Atlanta/Georgia geborenen Regisseurs wieder einmal im (Heim-)kino zu Gemüte zu führen. Neben "Ocean's Eleven" und "Ocean's Twelwe" ("Ocean's Thirteen" ist dagegen furchtbar misslungen) sind das vor allem die beiden Highlights "Out of Sight" (1998), ein wunderbar vertrackter Thriller mit George Clooney, und "Erin Brockovich" (2000) mit Julia Roberts und Albert Finney – nie sah man die beiden Schauspieler in besseren Rollen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

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© Warner Bros. Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
Steven Soderbergh

Darsteller
Andrew Daly, Ann Cusack, Eddie Jemison, Joel McHale, Lucas Mchugh Carroll, Matt Damon, Melanie Lynskey, Rusty Schwimmer, Scott Bakula

Genre
Drama, Komödie, Krimi, Thriller

Tags
FBI
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Informant

Budget
22 Mio. US-Dollar




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