Handlung
Die zehnjährige Mathilde (Louisa Pili) lebt in Paris bei ihrer geschiedenen Mutter (Sandrine Bonnaire). Eines Tages findet sie einen Stapel ungeöffneter Briefe von ihrer Großmutter, die mit dem besten Freund des Großvaters durchgebrannt ist, als Mathildes Mutter zehn war. Einige der Briefe sind an Mathilde adressiert, sie erfährt darin, dass die Großmutter sie gern kennenlernen möchte und hofft, dass ihre Tochter ihr nach all den Jahren endlich verzeiht. Mathilde beschließt, mit ihrem Großvater (Clause Rich), der seit kurzer Zeit im Altersheim lebt, die Großmutter zu besuchen und die Familie wieder zusammenzubringen.
Mitten in der Nacht schleicht sie sich ins Altersheim und bearbeitet den Großvater so lange, bis er einwilligt, mit ihr nach Biarritz zu fahren, wo er früher einen Buchladen, den "Hals der Giraffe", besessen hat. In Biarritz erwartet die beiden jedoch eine unangenehme Überraschung.
Filmkritik | Der Hals der Giraffe
Das Werk "Der Hals der Giraffe" ist einer jener französischen Filme, die mich daran erinnern, warum ich das französische Kino vor vielen Jahren so gemocht habe. Es ist eine simple Geschichte, ohne viele Schnörkel und Brimborium, die jedoch über einen ganz eigenen Charme und Humor verfügt. Es ist unmöglich, die quirlige kleine Mathilde, überzeugend gespielt von Louisa Pili, nicht zu mögen, die ihr Ziel, die lang verschollene und nie gekannte Großmutter endlich kennenzulernen, hartnäckig verfolgt.
Claude Rich in seiner Rolle als kauziger alter Herr, der noch nicht bereit ist, seine Unabhängigkeit aufzugeben, ist ebenso unwiderstehlich. Der Film bringt die Zuschauer zum Schmunzeln und bisweilen auch zum Lachen, der ernste Unterton ist bis zum bittersüßen Finale dennoch immer präsent. Der Hals der Giraffe ist sicher kein ganz großes Kino, schafft es jedoch, ein eher ernstes Thema spielerisch und humorvoll abzuhandeln. Eine willkommene Abwechslung nach dem von Blockbustern beherrschten Sommerloch.
Filmkritik von Monika Hübner